Stadt Salzburg: Drei Stolpersteine entwendet

Stolpersteine Salzburg Kaigasse | Foto: Karl Traintinger | dorfbild.comStolpersteine Salzburg Kaigasse | Foto: Karl Traintinger | dorfbild.com

Personenkomitee Stolpersteine erstattet Anzeige

Seit 2007 werden in der Stadt Salzburg jährlich Stolpersteine verlegt, bislang gibt es in der Landeshauptstadt 94 Stolpersteine. Stolpersteine wollen die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, von Roma und Sinti, von politisch Verfolgten, von Homosexuellen, von Zeugen Jehovas, von Zwangsarbeitern und von Euthanasieopfern im Nationalsozialismus lebendig erhalten. Die Erinnerung an das Schicksal dieser Menschen erfolgt durch »Pflastersteine« aus Messing, die vor dem letzten selbst gewählten Wohnort des Opfers plan in den Boden eingelassen werden.

Drei dieser Stolpersteine – im August 2010 verlegt – sind nun verschwunden. Sie sollten am letzten freiwillig gewählten Wohnort – Arenbergstr. 33 – an das Schicksal von Max, Henriette und Gisela Neuwirth erinnern:
Die Familie, die von 1920 bis November 1938 in Salzburg, Arenbergstraße 33/I, wohnte, wurde nach Wien vertrieben. Der Ehemann und Vater Max Neuwirth wurde 1940 ins KZ Buchenwald, hernach ins KZ Dachau deportiert, dort am 13. Mai 1941 ermordet. Die Ehefrau Henriette Neuwirth und deren Tochter Gisela wurden am 12. März 1941 von Wien ins besetzte Polen, nach Lagow und Opatow deportiert (benachbarte Kleinstädte mit Ghettos, im Oktober 1942 liquidiert, die Häftlinge entweder dort erschossen oder im Vernichtungslager Treblinka ermordet).

http://www.stolpersteine-salzburg.at

Das Personenkomitee Stolpersteine, das sich die mutwillige Entfernung dieser drei Mahnmale nicht erklären kann, hat Anzeige erstattet.

PERSONENKOMITEE STOLPERSTEINE
c/o Dachverband Salzburger Kulturstätten

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