Alfred Hitchcock – 39 Stufen. Schauspielhaus Salzburg

KTraintinger. Ein kleines Vorstadttheater ist die bizarre Bühne für Mister Memory, dem Mann mit dem sagenhaften Gedächtnis. Plötzlich kracht ein Schuß und die Ereignisse überstürzen sich: eine geheimnisvolle Dame rettet sich in die Wohnung des smarten Kanadiers Richard Hannay, in der sie letztendlich dann doch ermordet wird. Ist Spionage der Hintergrund für den Mord? Der ahnungslose Richard Hannay wird als Mordverdächtiger vom Geheimdienst und der Polizei gejagt, entwischt aber immer wieder und kann letztendlich nach einer turbulenten Jagd über die Insel seine eigene Haut und auch sein Land retten.

Vorlage dieser Kriminalkomödie ist der 1935 von Alfred Hitchcock gedrehte Film: „The Thirtynine Steps“  nach dem Roman von John Buchan aus dem Jahre 1915. Die Bühnenadaptation stammt von Patrick Barlow.

Drei der vier Schauspieler, nur Antony Connor bleibt seinem Richard Hannay treu, wechseln in zum Teil halsbrecherischen  Tempo die Rollen, Charakter und Dialekte, nebenbei wird von ihnen die Bühne hin und hergebaut. Viele Szenen brauchen eigene Requisiten und Bühnenaufbauten und trotzdem, irgendwie paßt es immer.

Die stakkatoartige Aneinanderreihung der einzelnen Szenen mit ihrer perfekt inszenierten Situationskomik läßt ab und zu an einen Episodenfilm denken, viele Puzzleteile zusammen ergeben letztendlich ein ganzes Bild. Das Stück ist flott inszeniert, mein 16-jähriger Sohn war hellauf begeistert, mir war es da und dort fast zu schnell.

Die schauspielerischen Leistungen waren sehr gut, Antony Connor als Richard Hannay glaubwürdig, Ute Hamm kam mit den diversen Frauenrollen gut zurecht, Marcus Marotte und Olaf Salzer konnten mit ihrem komödiantischen Talent  überzeugen. Erwähnenswert auch der Mann am Klavier, Gerhard Gruber, der als perfekter Stummfilmpianist, den roten Faden durch das Stück zog.  Sehr gut gefallen hat mir die Ausstattung. Das Premierenpublikum bedankte sich mit viel Applaus für den unterhaltsamen Abend.

Die 39 Stufen / Kriminalkomödie von Alfred Hitchcock und John Buchan / Premiere: 9. Februar 2011 im Studio des Schauspielhauses Salzburg / Eine Koproduktion mit dem Wald4tler Hoftheater Pürbach und dem Stadttheater Brunneck / Regie: Claus Tröger / Mit: Antony Connor, Ute Hamm, Marcus Marotte, Olaf salzer, Gerhard Gruber / Bühne: Klaus Gasperi / Kostüme: Judith Wolf / Livemusik: Gerhard Gruber / Lichtdesign: Gerhard Gruber / Dramaturgie: Birgit Lindermayr / Licht: Jan Gasperi / Regieassistenz: Michaela Schmid / Fotos: Eva-Maria Griese

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