O.P. Zier: Mordsonate

Autor: O.P. Zier
Verlag: Residenzverlag
Erschienen: September 2010
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Für Sie gelesen von Heide-Maria Müller.

Klapptext:
Birgit ist verschwunden: Das 10-jährige musikalische Wunderkind wird in Salzburg, sozusagen unter den Augen Mozarts, entführt. Dabei hätte sie doch am Finale eines internationalen Klavierwettbewerbs teilnehmen sollen, nachdem sie in der Endausscheidung gegen ihre Freundin Anja, Tochter aus gutem Haus, gewonnen hat. Deren Vater, Manager im landeseigenen Energiekonzern, Handlanger und zum Abschuss freigegebenes Bauernopfer der Politik, hat es jedenfalls eilig, sie Karriere machen zu sehen. Sein Ehrgeiz fällt auch Chefinspektor Laber auf, der sich in seinem ersten Fall in dem besonderen Umfeld von Macht und Musik, Schönheit und Gemeinheit erst einrichten muss.

Rezension:
O.P.Zier hat mit seinem Protagonisten Erich Laber einen neuen, sympathischen Typus eines Ermittlers entworfen. Aus einer armen oberösterreichischen Familie stammend, hat er Jus studiert und ist dann in den Polizeidienst eingetreten. Auch ohne „politischen Anschub“ wird er, zu seiner eigenen Überraschung, nach Salzburg versetzt und zum Chefinspektor befördert. Schon sein erster Fall wird zur Nagelprobe : was zuerst als Trotzreaktion eines zehnjährigen Mädchens nach einem Familienstreit aussieht, nämlich dass sie am Abend nicht nach Hause kommt, entpuppt sich als Entführung. Bald leidet man mit dem „Klavierwunderkind“ Birgit mit, da die Geschehnisse auch aus ihrer Perspektive erzählt werden, bald mit den Eltern, die sich furchtbare Sorgen und Selbstvorwürfe machen. Auch über die Motive des Entführers kann man spekulieren.

Der Vater des beim Klavierwettbewerb zweitgereihten Mädchens, Hans Weger, Vorstandsmitglied eines Energieversorgers (durch die orange Partei in diese Position gehievt), gerät in Verdacht. Als in der Stadt beunruhigende Funde gemacht werden und sogar die Mozartstatue zu „weinen“ beginnt, spitzt sich die Lage zu. Chefinspektor Laber hat nicht nur mit beruflichen und privaten Sorgen zu kämpfen, sondern muss auch feststellen, dass politischer Proporz und persönliche Eitelkeiten in Salzburg fast wichtiger sind als die Aufklärung von Verbrechen.

Der Roman besticht Salzburgkenner durch sein Lokalkolorit. Manche Szenen, besonders die inneren Monologe erscheinen mir etwas zu lang, wodurch die Spannung etwas leidet.

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