Wolfgang Herrndorf: Tschik

Titel: Tschik
Autor: Wolfgang Herrndorf
Verlag: Rowohlt Berlin Vlg 2010, 254 Seiten
Zielgruppe: ab 14 bis keine Altersbeschränkung

Inhalt:
Maik Klingenberg ist 14, aus gutem Hause, unbeliebt und verliebt in Tatjana. Andrej Tschichatschow, genannt Tschik, ist Russe, arm, aus einer Migrantenfamilie im Asozialenviertel und neu in der Klasse. Obwohl sie zusammen den Unterricht besuchen, reden die beiden kaum miteinander.

Als Maik nicht zu Tatjanas Geburtstagsfeier in den Sommerferien eingeladen wird (er hat extra ein riesiges Beyoncé-Portrait für sie gezeichnet), bricht seine schon angeschlagene Welt zusammen.
Zwei Wochen allein: seine alkoholkranke Mutter ist mal wieder in der Entzugsklinik und sein bankrottierender Vater fährt mit seiner geschäftsassistierenden Geliebten auf Geschäftsreise.
Der Sommer ist also für Maik gelaufen – bis Tschik mit einem gestohlenen Auto bei ihm auftaucht!

Eine abenteuerliche Reise durch Deutschland beginnt. Obwohl Maik feig ist und am Anfang dagegen, überredet Tschik ihn schließlich doch, denn bevor Maik nichts tut und sich den ganzen Sommer nach Tatjana verzehrt, kann er nun endlich beweisen, dass er nicht so langweilig ist, wie alle denken.

Er bringt Tatjana das Beyoncé-Bild zur Geburtstagsfeier, sie meiden Autobahnen und tauschen dreimal das Kennzeichen des hellblauen Lada Niva um, da die Polizei ihnen bereits auf den Fersen ist.
Schnell werden die beiden Freunde und als sie Isa, ein komplett verwahrlostes Mädchen, auf einer Müllkippe einsammeln, ahnt Maik schon, dass mit seinem besten Freund etwas anders ist.
Isa verlässt die beiden jedoch bald wieder und steigt in einen Reisebus nach Tschechien, um dort nach ihrer Halbschwester zu suchen. Vorher versprechen sie sich, sich in 50 Jahren wieder bei der alten Hütte, wo Isa den Reisebus entdeckt hat, zu treffen.

Doch das Glück, nicht gefasst zu werden, währt nicht ewig. Bei einem Unfall auf der Autobahn mit einem Schweinetransporter wird Maik von der Autobahnpolizei in Gewahrsam genommen, Tschik entkommt vorerst. Es kommt, wie es kommen muss: Tschik wird geschnappt und sie kommen beide vors Jugendgericht. Aber davor war es der schönste Sommer in Maik Klingenbergs kurzem Leben, ein vierzehntägiger Sommer, der ihm mehr über das Leben und Freundschaft beibrachte, als in den 14 Jahren davor.

Ob Maik wieder etwas von Isa oder Tschik hört, möchte ich nicht verraten. Findet es heraus, diese Geschichte ist es wert, sehr oft gelesen zu werden!

AstridMueller_kRezension:

Von Astrid Müller

Wolfgang Herrndorf spielt mit der neumodischen Sprache der heutigen Jugend, als hätte er sie nie vergessen, obwohl sich heute noch einiges geändert hat. Die Geschichte, erzählt aus der Sicht Maik Klingenbergs, ist lebendig und voller Gefühle.

Die meiste Zeit lacht man laut mit und kann sich kaum mehr einkriegen, dann wieder ist man zu Tränen gerührt. Oft erinnert man sich selbst an die Zeit, als man noch 14 war und gerade als junge Dame ist es erstaunlich zu sehen, wie es einem nicht allzu beliebtem Jungen, der hoffnungslos verknallt ist, beim Erwachsenwerden ergeht. Dass der Unterschied zwischen Jungs und Mädels doch nicht allzu groß sind, denn Gefühle haben wir alle und ausgekannt haben wir uns damals doch auch nicht!

Diese Geschichte ist wie eine modernisierte Version von Tom Sawyer und Huckleberry Finn, doch mit so viel Esprit und Gefühl, wie man es von einem Roman für Jugend und Erwachsene heutzutage kaum erhoffen kann!

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