Kunst wie aus einem Guss – Zerrbilder innerer Entladungen

Different Places von Elfriede Vitzthum aus Unken in Bad Reichenhall

Ein Entladen innerer Spannungen, etwas, das einfach herausmusste, hat da stattgefunden. In nur einem halben Jahr hat die gebürtige Unkener Malerin und Kunsterzieherin Elfriede Vitzthum eine Bilderflut von über 100 Ölbildern geschaffen.

Von Walter Schweinöster

Ein Jahr lang ließ sie sich als Professorin am Bundesgymnasium in Hallein karenzieren. Richtete in ihrem Haus in Oberalm ein Atelier im Keller ein und malt dort seit Dezember. “Die Bilder haben sich wie von selbst gemalt”, meint die Künstlerin, “wahrscheinlich brauchte ich einmal die Konzentration auf mich selbst. Beim Schulunterricht denkt man doch immer für die Schüler mit, was muss man noch vorbereiten, was fehlt an Materialien. Das war jetzt weg.”

Die Bilder entstanden wie aus einem Guss. Unerwartete Figuren stiegen aus dem Verborgenen hervor – keine konkreten Personen, eher Archetypen. Dabei, so Vitzthum wurden die Gestalten nicht “herbeiphantasiert”, sondern entstanden durch den Akt des Zeichnens -zunächst beidhändig in Kohle skizziert, erst später in Öl. Festgesetzt auf dem Papier wie Abbilder des Unsichtbaren. Figuren und Situationen kehren wieder. Vitzthum: “Das hat vielleicht mit einer immer gleichen, immer abwartenden Grundhaltung und dem Versuch einer neutralen, nicht beeinflussen wollenden Herangehensweise zu tun. ”Es war, so die Künstlerin, ein stetes Konzentriert– und Gespanntsein darauf, was entstehen, sich einrichten wird – die Zeichenspur als belebende Kraft, die bestehende Keime erweckt. Vitzthum: ”Obwohl meine Bilder ein möglicherweise schauriges Zerrbild auf mein Inneres werfen, habe ich mich dennoch entschieden, sie herzuzeigen.”

“Different Places”, so heißt die Schau, ist bis zum 11. August in der Galerie “Kunst am Park” in der Bahnhofstraße 5 Bad Reichenhall zu sehen. (Di – Fr 15-19 Uhr, Sa 10 – 13 Uhr)

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1 Kommentar zu "Kunst wie aus einem Guss – Zerrbilder innerer Entladungen"

  1. Rochus Gratzfeld Rochus Gratzfeld | 20. August 2011 um 22:47 |

    anerkennung!

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