„Musica Speranza“ im
Salzburger Landestheater

In „Musica Speranza“ (Hoffnungsmusik) wird die C-Moll Messe von Wolfgang Amadeus Mozart mit weiteren 9 , eher unbekannten, Konzertarien zu einer szenischen Darstellung kombiniert: Eine Gruppe von Menschen wurde durch eine Katastrophe (symbolisiert durch ein am Beginn stehendes Video über die Verwüstungen nach einem Hurricane) aus der Bahn geworfen. Zwei Frauen und drei Männer treten aus der Menge heraus und es entspinnt sich ein Spiel um Liebe und Macht.

Von Heide-Maria Müller

Der Inhalt des Dramas ist nicht wirklich nachvollziehbar, auch wenn man das Programmheft studiert, aber das ist auch nicht das Wichtigste an dieser Aufführung. Abwechselnd werden Teile der C-Moll Messe(Kyrie,Gloria, Laudamus te u.s.w.) mit den Arien präsentiert. Den Sängern steht jeweils ein Balletttänzer bzw. eine Balletttänzerin zur Seite, um so die Gefühle noch besser auszudrücken. Das führt zu wunderschönen Bildern, am eindrucksvollsten in Einheit mit dem großen Chor (großartiger Chor und Extrachor des Salzburger Landestheaters), wenn dieser und die Solisten in die Choreographie (Bridget Breine ) eingebunden werden.

Besonders berührend die Szene, in der „Livia“ (Lenneke Ruiten) «et incarnatus est» singt. Dabei fällt auch die besonders geglückte Beleuchtung auf, die während der ganzen Aufführung immer wieder zu besonders stimmungsvollen Bildern führt. Karolina Plickova brilliert als „Camilla“ sowohl sängerisch als auch schauspielerisch.

Bei den Sängern waren Franz Supper (Alessandro) und Damian Whiteley (Mario) stimmlich gut disponiert, wohingegen Gustavo de Gennaro (Salvo) manchmal Unsicherheiten bei den Höhen zeigte. Schönes Bühnenbild von Stefan Mayer – besonders der Sternenhimmel.

In der letzten Szene pflanzt „Livia“ ein kleines Bäumchen als Zeichen der Hoffnung und singt dabei „Komm,lieber Mai“- ein Kinderlied, das ebenfalls von Mozart 1791 komponiert wurde. Alles in allem ein wundervoller Abend – ein kleines Gesamtkunstwerk. Die Premièrenbesucher waren begeistert!!

Musica Speranza / W. A. Mozart | Andreas Geier / Salzburger Landestheater / Premiere 18. September 2011 / Musikalische Leitung: Adrian Kelly / Inszenierung: Andreas Geier / Choreographie: Bridget Breiner / Ausstattung: Stefan Mayer / Choreinstudierung: Stefan Müller / Dramaturgie: Andreas Gergen / Besetzung: Livia – Lenneke Ruiten, Camilla – Karolina Plicková, Salvo – Gustavo De Gennaro, Alessandro – Franz Supper, Mario – Damian Whiteley + Marcell Bakonyi / Fotos: Jürgen Frahm

Nachsatz: Wenn man die C-Moll Messe nicht kennt, empfiehlt es sich, sie vor dem Besuch der Aufführung einige Male anzuhören- es erhöht den Genuss ungemein. Die Stadtbücherei Salzburg hat einige C-Moll Messe CDs lagernd!

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