„Krampusito“ – eine diabolische Performance im Toihaus

Ein Krampus aus Tirol und sein südamerikanisches Pendant treffen im Toihaus aufeinander und treiben in einem „’Horrorstück‘ für Kindsköpfe“ ihre Späße. Markus Rupert aus Österreich und Felipe Salazar aus Costa Rica tanzen, singen und kämpfen zu heimische Klängen und indianischen Totenklagen. Virtuos begleitet Gudrun Raber-Plaichinger das höllische Treiben auf ihrer Elektro-Violine.

Von Elisabeth Pichler

Was macht ein Krampus nach dem 6. Dezember? Ein österreichischer Krampus hat genug von all dem Rummel, zieht sich einen Pyjama über und will sich erst mal so richtig ausschlafen. Was aber tun, wenn ein Störenfried auftaucht, ihm seine Maske wieder überzieht und mit ihm spielen will? Ein gutmütiger Krampus macht da einfach mit und lässt sich sogar zu einem Tennismatch überreden. Das Bett dient als Netz, die Ruten finden als Schläger Verwendung, das Spiel kann beginnen. Markus Rupert und Felipe Salazar haben sich für ihre erste eigenständige Produktion im Toihaus so einiges einfallen lassen. Neben Schuhplattlern und Tangotänzen werden aber auch verdrängte Ängste angesprochen. In surrealen Bildern folgt die Bestrafung, in der das Blut nicht fließt, aber beeindruckend als Papierschnitzel durch den Raum flattert. Gudrun Raber-Plaichinger bildet einen äußerst lieblichen Kontrast zu den beiden Höllengestalten. Neben ihrer Elektro-Violine setzt sie eine Loop-Maschine und sogar alte, originale Orgelpfeifen der Evangelischen Stadtkirche Laufen ein. Diabolische, aber auch sphärische Klänge sind das Ergebnis. Kein Wunder, dass die beiden Teufel gerne mit einer Puppe spielen, die aufs Haar der Musikerin gleicht. Auch diese ist entzückend anzusehen, da kann selbst die Maske keinen Schaden anrichten.

Ragna Heiny, die für zahlreiche Produktionen am Schauspielhaus Salzburg verantwortlich zeichnet, hat diese höllische Performance in Szene gesetzt und das eindrucksvolle, etwas surreale Bühnenbild mit dem großen Puppenbett und dem wundersamen Kleiderschrank geschaffen. Wer absurden Humor liebt und keine Angst vorm Krampus hat, sollte sich dieses 50-minütige „Horrorstück“ unbedingt ansehen.

KRAMPUSITO – ein „Horrorstück“ für Kindsköpfe. Toihaus Theater Salzburg. Bühne & Kostüme: Ragna Heiny. Technik: Robert Schmidjell. Licht/Musikal.Begleitung: Herbert Pascher. Mit: Felipe Salazar Hidalgo (Tanz), Markus Rupert( Schauspiel), Gudrun Raber-Plaichinger (Musik). Fotos: toihaus

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1 Kommentar zu "„Krampusito“ – eine diabolische Performance im Toihaus"

  1. Rochus Gratzfeld Rochus Gratzfeld | 24. Januar 2012 um 13:04 |

    super!

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