„Krumme Welt“ – Der Mensch stellt zu viele Fragen

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Arturas Valudskis ist ein Garant für „skurril-komische Theatermomente“. Der vielseitige Regisseur, Schauspieler und Musiker widmet sich diesmal Texten von Roald Dahl und Ray Bradbury. Die Premiere dieser mit schwarzem Humor und mitreißender Musik servierten Bühnenshow fand am 25. Jänner 2014 im Toihaus Salzburg statt.

elipi02Von Elisabeth Pichler.

Ein gespenstisch geschminktes, schwarz gekleidetes Quartett betritt barfuß die Bühne, die in Weiß erstrahlt. Susanne Lipinski (Akkordeon), Gudrun Raber-Plaichinger (Geige), Mathias Lenz (Helikon) und Arturas Valudskis, der an einer alten elektrischen Orgel Platz nimmt, warten mit Spannung auf den Beginn der Vorstellung. Bevor jedoch das erste Musikstück erklingen darf, hält der Mann mit dem Helikon ein zwar stockendes, dafür aber umso intensiveres Plädoyer gegen Psychologie und Philosophie. Sein Motto wird musikalisch zündend umgesetzt. „Don’t think. Thinking is the enemy of creativity“ trällert die hübsche Dame an der Geige.

Kleine, aberwitzige, surreale Geschichten voll makabrem Humor werden erzählt. Susanne Lipinski hüllt sich dazu in einen voluminösen weißen Pelzmantel und berichtet ihrem Doktor über die Probleme mit Willi. Diesem bemerkenswerten Mann, einem begnadeten Tätowierer, hat sie acht wunderbare Jahre als Leinwand gedient. Nun ist er mit ihr durch und auf der Suche nach einem neuen Opfer mit möglichst viel weißer Haut. Wenn sich Gudrun Raber-Plaichinger denselben Mantel umhängt, wirkt sie hingegen reserviert und arrogant. Sie hat sich auf ein Experiment mit einem Gehirnspezialisten eingelassen. Der Kopf ihres Mannes, der ein unartiger Junge war, darf nun ganz ohne Belästigung des Körpers denken und fühlen. Mitreißend und schräg sind auch die musikalischen Einlagen, die manchmal mit ihrem tragisch-komödiantischen Stil an die britische Band „The Tiger Lillies“ erinnern, speziell der Song „Twits“, hinreißend interpretiert von Mathias Lenz. Einzigartig arrangiert und komödiantisch umgesetzt begeistern französische Trinklieder und der berühmte Csárdás von Vittorio Monti.

Arturas Valudskis ist ein gern gesehener Gast im Toihaus Salzburg und begeistert das Publikum auch diesmal wieder mit einer ungewöhnlichen Performance, einer magischen, musikalischen Theaterstunde. Mit Susanne Lipinski, Gudrun Raber-Plaichinger und Mathias Lenz stehen ihm drei einzigartiger Performer und Musiker zur Seite, die sich mit Freude auf das makabre Spiel und die skurrilen Texte einlassen. Wer Lust auf ein ganz besonderes Theatererlebnis hat, sollte sich dieses theatral-musikalische Vergnügen nicht entgehen lassen.

Nach der Vorstellung besteht die Möglichkeit, am Büchertisch der Rupertus-Buchhandlung in Büchern von Roald Dahl und Ray Bradbury zu schmökern und die Originaltexte und Geschichten nachzulesen. (Roald Dahl: „Küsschen, Küsschen! Elf ungewöhnliche Geschichten“. Ray Bradbury: „Die Mechanismen der Freude. Erzählungen“ und „Die Zwicks stehen Kopf“.)

Projektleitung & Regie: Arturas Valudskis. Spiel: Arturas Valudskis, Susanne Lipinski, Gudrun Raber-Plaichinger, Mathias Lenz. Musik: Gudrun Raber-Plaichinger, Arturas Valudskis. Bühne & Kostüme: Arturas Valudskis & Ensemble. Lichtdesign & Technik: Robert Schmidjell & Benjamin Lageder. Fotos: toihaus

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