Die neuen Märchenerzähler

DIE NEUEN MÄRCHENERZÄHLER

Ich begegne ihnen an vielen Orten.
In Bussen und Bahnen.
In Wirtshäusern und Cafés….
Am Bosnastand.
Sie erzählen.
Alte Geschichten in neuen Gewändern.
Remakes.

Heute bin ich wieder einem Erzähler begegnet.
Bin sicher, ein braver Bürger.
Hilfsbereich.
Gut zu Menschen und Tieren.
Bin sicher, kein Nazi.
Einer von. Vielen.
Ein guter Österreicher.

Ist beruflich viel unterwegs.
Die Grenzkontrollen nerven.
Sind aber nötig. Weil.
Müssen die doch.
Vor allem schnell zurück.

Weil.
Die stehlen.
Ist alles egal.
Werden nicht bestraft.
Und wenn, können nicht zahlen.
Also stehlen wieder.

Die Märchen nehmen Fahrt auf.
Drogen.
H.
Waffen.
Weiß von der Polizei.
Die hat einen Schwarzen schon dreimal erwischt.
Mit Waffe.
Zuletzt mit einem Kilo Kokain.
Mussten ihm jedes Mal alles zurückgeben.
Auch die Waffe.

Geschichten aus Absurdistan.

Wieso werden die zur empfundenen Realität.
Trotz aller Absurdidät.
Wieso werden die weitererzählt.
Was macht deren Faszination aus.

Ich kenne dies in anderen Ländern.
Roma und Sinti.
Sie sagen Zigeuner.
Die gleichen Geschichten.
Absurditäten.

Wieso funktioniert das.

Und wieso funktionieren schöne Märchen nicht.
Und wieso funktioniert vor allem die Wahrheit nicht.
Und welche Mechanismen müssten wie funktionieren, das.

Die neuen Märchenerzähler sind gefährlich.
Sie werden unreflektiert zu Multiplikatoren des bösen Gedanken(un)gutes.
Sie bilden Meinung.
Lassen erschauern.
Schüren Aggressionen.
Malen Feindbilder.

Die neuen Märchen sind die alten.

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(Bild, Quelle: Yadvashem.org)

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