Fronleichnam adelig

Fromleichnam, Schloss Anif

Im Wasserschloss Anif gab sich zu Fronleichnam wieder der Adel – upps, der bereits 1919 in Österreich abgeschaffte Stand – die Ehre. Und dem gemeinen Volk das Vergnügen, „höfisch“ Leib und Blut Jesu Christi verzehren zu dürfen.

Von Rochus Gratzfeld

Wieso kommt mir da gerade Hermann Nitsch in den Sinn? Egal. Jedenfalls im Angesicht des omnipräsenten Untersberg. Im an Atmosphäre reichen Schlossinnenhof. Manche so ergriffen, dass sie mit nackten Knien auf dem Kopfsteinpflaster den Worten des etwas trockenen Pfarrers lauschten.

Das Wetter göttlich. Die Location zauberhaft. Kitschig schön. Aber eben richtig schön. Der Hausberg erhaben. Als hielte er inne. Oder Wacht.

Die Prozession, angeführt von der Bürgermeisterin, zog mit Musik von der Dorfkirche durch den Englischen Garten. Keine Böllerei. Bravo! Dirndl und Lederhosen, feine Tracht.

Kein touristisches Ereignis. Wohltuend.

Ich war dabei. Durchaus berührt. So und so. Im ledernen Beinkleid. Lang. Ohne schmückendes Messer.

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