Buchrezensionen von Annelore Achatz

Annelore Achatz

Buchtitel: Manneswehen
Autor: Bruno Preisendörfer
Verlag: Eichborn
Erschienen: 2009
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Klapptext:
Max Vola hat ein Problem: Er sitzt in einer Eierschaukel fest. So nennt er die Hängevorrichtung, die er konstruiert hat, um mit den Nachwehen seiner Sterilisation fertig zu werden. Gefangen in dieser Schaukel erzählt der begeisterte Amateurboxer uns Sanitätsfachmann von seiner Liebesbeziehung mit Helen, einer zu drastischen Formulierungen neigenden Gynäkologin. Und er erzählt von den Abenteuern, die mit seiner Operation verbunden waren, einschließlich des übereilten Versuchs, seine männliche Potenz als unbeschädigt zu bewiesen. Auch nach seiner Befreiung aus der Schaukel geht das kuriose Geschehen weiter: vom Transport des eigenen Samens unter dem Herzen bis zu einem bizarren Medizinerfest einschließlich Eifersucht und Heiratswunsch.

Rezension:
Dieser „etwas andere“ Beziehungsroman hat mich königlich amüsiert, „Frau“ kann sogar noch etwas über jegliche Verhütungsmethoden dazulernen!
Die Männer, welche sich eine Vasektomie überlegen, sollten sich die Folgen vor Augen halten, bei gewissen Nicht- Einhaltungen…. und auf jeden Fall Manneswehen GANZ durchlesen!!!!
Deshalb empfehle ich es jeden, der mit der Familienplanung abgeschlossen hat oder am Abschließen ist. Die Anderen könnte es eher abschrecken….

Buchtitel: Aller Laster Anfang- Ansichten eines Flaneurs
Autor: Günther Eichberger
Verlag: Residenz Verlag
Erschienen: 2003
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Klapptext:
Johann Gottfried Seume wusste schon 1803:“Die Grazer sind ein gutes, geselliges, jovialisches Völkchen; sie sprechen im Durchschnitt etwas besser deutsch als die Wiener.“
So soll dann auch ein Grazer das Wort ergreifen, wenn es gilt, von und aus Graz und dem schmucken Hügelland im Süden zu erzählen: von den herausragenden Winzern und ihren kostbaren Erzeugnissen, die die Lasterhaftigkeit begünstigen, von den vorzüglichen Lokalen, die auch den sesshaften Städtern zum sauberen Rebensaft verhelfen, jenen, denen es an der Muße fehlt, sich ins Umland zu begeben, um etwa stille Tage in Kitzeck zu verleben.
Doch was wäre der Alkohol ohne die Kunst? Die Stadt Graz kann sich nicht nur über ein gehäuftes Aufkommen lebender Literaten freuen, hin und wieder wird sie auch von einem toten Maler besucht. Paul Gaugin betrinkt sich in üblen Spelunken und gesteht, daß er weiland Van Goghs im Akkord produzierte, wenn er dringend Geld brauchte.

Rezension:
Mir ist es etwas zuviel Graz gewesen.
Die Abenteuer und Ansichten des Flaneurs wiederum haben mich amüsiert. Er beschreibt sein Umfeld respektlos, bissig. Ich behaupte so Manches davon trifft wohl nicht nur auf Graz zu…
Nur wer Graz näher kennen lernen möchte sei Aller Laster Anfang wirklich empfohlen.

Buchtitel: Leichtgewicht
Autor: Olivier Adam
Verlag: Schirmer Graf
Erschienen: 2005
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Klapptext:
Antoine jobbt bei einem Beerdigungsunternehmen: nicht gerade der ideale Job für jemanden, den die Trauer auffrisst. Abend steigt er in den Boxring, um sich für den nächsten Kampf vorzubereiten, denn Chef, sein Trainer, ist der einzige, dem er noch etwas beweisen will.
Bei jedem Schlag gegen des Sandsack sind sie wieder da, die Bilder von dem Haus im Süden, von den Steinen, der Sonne, den Platanen, dort, wo Antoine aufgewachsen ist, wo er mit seiner Schwester Claire Verstecken spielte, wo der Vater neapolitanische Lieder sang, wenn er von der Schicht nach Hause kam. Doch nun: Erde schaufeln, Tränen schlucken, Bier trinken, viel Bier, das Neonlicht glänzt in den Pfützen der Pariser Vorstadt, und Claire heiratet einen Mann der so verdammt nett und anständig ist.
Nach seinen letzten Kampf steigt Antoine in den Zug nach Süden. Er trifft dort ein Mädchen, das ähnlich rötliches Haar und eine sommersprossige Haut hat wie Claire…

Rezension:
Leichtgewicht hat mich von der ersten Seite weg gefesselt. Die Stimmung ist düster, durchzogen mit Resignation. Als Leser „spürte“ ich die Schläge die der Boxring und auch das Leben für Antoine bereithielten. Ich mag es beim lesen „mit zu leiden“. Gut fand ich außerdem den Buchschluss. Kein Happy End, sondern ein realistisches Ende!
Leichtgewicht ist sehr empfehlenswert vor allem für Boxsport- oder Filmliebhaber.

Buchtitel: Die wir lieben
Autor: Aleksandar Tisma
Verlag: Hanser
Erschienen: 1996
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Klapptext:
Novi Sad, eine Kleinstadt in der Woiwodina nach dem zweiten Weltkrieg. Die Zeiten sind schlecht, und die Prostitution ist offiziell verboten. Das Geschäft der Kupplerinnen blüht, solange sie nicht erwischt werden. Auf der Suche nach jener „Leidenschaft, die leicht und ohne Verantwortung zu wecken und zu stillen ist“, nehmen die Männer einige Unbequemlichkeiten in Kauf. Die Frauen, die sich oft nur verkaufen, um das Haushaltsgeld ein wenig aufzubessern, haben ohnedies keine andere Wahl. Selten führt eine solche Zufallsbekanntschaft zu mehr. Emina zum Beispiel, nach zwei gescheiterten Ehen mittellos bei ihrer Schwester untergekrochen, verliebt sich in Devic, als er sie in seinem nach Wohlstand duftenden Heim empfängt, während Frau und Kinder verreist sind. Doch was beiden zunächst wie Liebe erscheint, ist in Wahrheit ein doppeltes Missverständnis. Am Ende steht Emina den beschämenden Verhören eines sadistischen Milizionärs hilflos gegenüber.
Er könne, hat Tisma einmal gesagt, am Verhalten der Menschen nichts ändern, er könne nur beschreiben, woher es kommt. Das aber kann er meisterhaft.

Rezension:
Dass „Die wir lieben in der Vergangenheit spielt“, merkt man sofort an Schreibweise, Wendungen und Ausdrücken. Nicht uninteressant, für mich allerdings etwas mühsam zu lesen.
Ich konnte nicht soviel mit „Die wir lieben anfangen“, weil es mit der jetzigen Zeit nichts mehr gemein hat. Die Moral- Vorstellungen haben sich verändert und auch die Rolle der Frauen ist jetzt eine ganz Andere.
Alle die literarische Bücher lieben, werden mit „Die wir lieben“ bestimmt ihre Freude haben.

Buchtitel: Mit der Kuh auf Du
Autor: Hans Christ
Verlag: Kremayr & Scheriau
Erschienen: 2004
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Klapptext:
Normalerweise erwartet man von einem Landtierarzt, daß er Kälbchen auf die Welt hilft, Koliken beseitigt oder aggressive Stiere besänftigt. Daß er aber auch eingreifen muß, wenn eine Kuh Damenunterwäsche gefressen hat, ein Papagei durch widrige Umstände zum Alkoholiker geworden ist oder ein Kater aus Seelenleid ob der Scheidung seines Herrchens die Nahrungsaufnahme verweigert, wird man nicht unbedingt erwarten…

Rezension:
Absolut lesenswert! Sehr humor- und liebevoll geschrieben, ich habe oft laut aufgelacht. Dieses Buch wird man nicht nur einmal lesen. Natürlich auch als Geschenk gut geeignet, z. B. fürs Krankenhaus zum aufbauen.
Es gibt (leider nur) noch zwei weitere Bände, die man sich bestimmt zulegen wird, nach Genuss von diesem.
Ich kann abschließend nur noch viel Spaß wünschen bei Mit der Kuh auf Du!!!!!

Buchtitel: Ghetto Kidz
Autor: Morton Rhue
Verlag: Ravensburger
Erschienen: 2008
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Klapptext:
Die Leute, die in schicken Anzügen in Diskussionsrunden saßen- die mochten behaupten, auch wir hätten eine Chance.
Die Lehrer, die ein Jahr lang an unserer Schule unterrichteten, mochten sich einbilden, auch wir hätten eine Chance.
Die Politiker, die jeden Vorwand nutzten, um ins Fernsehen zu kommen, mochten den Zuschauern weismachen, auch uns gäbe man eine Chance.
Aber alle kannten die Wahrheit: Wir hatten keine Chance.
Wer im Ghetto lebt, hat keine Chance.

Kalon wächst in einem Großstadtghetto auf. Er will sauber bleiben und sich aus dem Bandenkrieg, der um ihn herum tobt, raushalten. Das gelingt ihm nicht lange. Als seine Schwester schwanger wird und Gramma ihren Putzjob verliert, muss er irgendwie an Geld rankommen und schließt sich einer Gang an. Bald folgt er den brutalen Gesetzen des Asphaltdschungels.

Rezension:
Ghetto Kidz ist ein Jugendbuch das die „Junggebliebenen“ genauso lesen sollten.
Morton Rhue schreibt eindringlich, er zieht den Leser sofort in das Geschehen und dieser Sogwirkung seines Schreibstils kann Der sich kaum entziehen.
Ghetto Kidz ist brandaktuell und wird es wohl (leider) noch länger bleiben. Weltweit.
Deshalb finde ich es sollten gleichermaßen viele Erwachsene wie Jugendliche lesen um das Bewusstsein zu erweitern, bzw. zu sensibilisieren.
Morton Rhue- Bücher allgemein gehören, meiner Ansicht nach, in jede gut sortierte Haushaltsbibliothek. Vor allem, wenn Kinder zu dem Haushalt gehören.

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