Visionäres Kulturprojekt in Lamprechtshausen realisiert!

Für manche ist es eine reine Geldverschwendung, für andere ein visionäres, auch für andere Regionen wegweisendes Kulturprojekt, das Kulturzentrum 5112, das am 11. Juni 2010 eröffnet wird. Vergessen ist die kontroversielle Diskussion um das Projekt im Vorfeld und auch in der Bauphase, wenn Bürgermeister Ing. Hans Grießner am Freitagabend, 11. Juni,  mit dem Kabarett „Auf Schrott und Trott“ von den Brennessln die 1. Uislgrund Kulturtage 2010 in Lamprechtshausen eröffnen wird. Es gibt noch einzelne  Restkarten im Gemeindeamt, hört man. Die erste Großveranstaltung könnte das Konzert der Militärmusik im Rahmen der salzART sein, falls Schlechtwetter das Freiluftkonzert im Stadlerhof verhindert und ein trockener „Konzertsaal“ gebraucht wird.

Kultur in Lhausen

In Zukunft können auch die ortsansässigen Schulen (Musikhauptschule, etc. ) und Vereine (Musikkapelle, Chöre, etc.) das Kulturzentrum nutzen und müssen nicht mehr wie in der Vergangenheit für größere Veranstaltungen (Schultheater, Konzert, …) in den Festsaal der Nachbargemeinde Bürmoos ausweichen. Man hofft auch, ein fixes Konzert-, Literatur- und Theaterprogramm anbieten zu können, die Verhandlungen mit dem Rockhouse Salzburg, der ARGE Kultur, den Salzburger Theatern und dem Literaturhaus sollen schon begonnen haben, hört man von gewöhnlich gut informierten Kreisen aus der Gemeindestube.

Kultur in Lhausen

Die Freiräume um das Kulturzentrum werden als Museum für die Skulpturensammlung der Gemeinde genutzt. Der Dirigent von Christiane Pott-Schlager (Fotomontage) ist als neue Anschaffung im Gespräch, er steht zur Zeit noch im Ortsteil Bruck in einem privaten Garten und ist von der Straße aus nur teilweise zu sehen, die Steinplastiken von Erwin Schleindl sind schon in der Obhut der Gemeinde. Das  neu gegründete Kuratorium des Kulturzentrums überlegt in diesen Tagen die Ausschreibung eines Kulturpreises der Gemeinde für zeitgenössische Plastik.

Kultur in Lhausen

Die zur Zeit eher schmale Zufahrt zum Kulturzentrum über die Hausbergstraße ist mittelfristig auch kein Problem, da an eine Straßenverbreiterung im Vorfeld gedacht wurde und die Gemeinde mit den Grundanrainern bereits über Grundabtretungen in Verhandlung ist und kurz vor dem Abschluss steht. Der Beginn der Bauarbeiten für die Straßenerweiterung ist bereits für den kommenden Herbst geplant. Dorfauswärts wird rechts ein Gehsteig und links ein Radweg kommen, die Straße selbst soll 3-spurig werden, um auch den LKW-Zubringern zur Käserei den notwendigen Platz einzuräumen. Nach den Umbauarbeiten kann die aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h wieder auf die ortsüblichen 50 km/h angehoben werden.

Lärchenholz, Sichtbeton und Glas

Ermöglicht wurde das Kulturzentrum 5112, das durch seine architektonisch gelungene, offene und großzügige Bauweise mit bodenständigen Baustoffen auffällt, durch die zukunftsweisende Zusammenarbeit mit Bürmoos durch die Errichtung des gemeinsamen Altstoffsammelzentrums zwischen den Gemeinden im Bereich des ehemaligen Gartenhilfewerkes unweit des ehemaligen Gasthofes Rückl, heute Bugatti. Der Standort ist von beiden Gemeinden sehr gut erreichbar, zudem ist ein Bahnanschluss einfach zu realisieren. Vorbild war der gemeinsame Altstoffhof in Weitwörth der Gemeinden Nussdorf und Göming und der Stadt Oberndorf.

Kultur in Lhausen

Die Kosten für den Bau des Mülltrennplatzes (für etwa 8500 Einwohner) von 930.000 Euro konnten auf 3 Gemeinden aufgeteilt werden. Lamprechtshausen und Bürmoos zusammen haben etwa die selbe Einwohnerzahl. Der Mülltrennplatz kostete etwa 850.00 Euro, das sind 425.000 pro Gemeinde. Nachdem Lamprechtshausen das Geld schon auf der „hohen Kante“ hatte, blieben durch die taktische Meisterleistung der Gemeindevertretung (man spricht von einem einstimmigen Beschluss!)  und des Bürgermeisters 425.000 Euro für die Errichtung des Kulturzentrum übrig. Mit 3 weiteren Sponsoren aus der Wirtschaft war die Restfinanzierung kein Problem.

Es freut mich, dass ich in einem derart  innovativen Dorf wohnen darf,
meint ein in Vorfreude schwelgender Spaziergänger


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6 Kommentare zu "Visionäres Kulturprojekt in Lamprechtshausen realisiert!"

  1. Laubfrosch Laubfrosch | 22. Mai 2010 um 16:46 |

    Die Idee an sich wäre interessant gewesen, das Kulturzentrum 5112 ist aber leider doch nur ein Altstoffsammelzentrum für gut 3500 Einwohner geworden. Die Zeit der Visionen ist schon lange vorbei.

  2. Raphaela Vital Raphaela | 23. Mai 2010 um 14:28 |

    Der Idee eine Skulpturenpreises in Lamprechtshausen könnte ich schon einiges abgewinnen. So nach und nach wird das Dorf mit immer neuen steinernen Figuren vollgestellt und niemand weiß, wer sie nach welchen Kriterien aussucht. Der Kunst im öffentlichen Raum sollten keine einsamen Entscheidungen beim Aussuchen vorangehen. Wurde die Idee des Preises schon in der Gemeindevertretung diskutiert? Wie gut Gemeinsamkeit funktionieren kann, sieht man in L-hausen ganz deutlich an der Öffentlichen Bibliothek (Schulen, Pfarre, Gemeinde), die modern, gut sortiert und extrem kundenfreundlich ist.

  3. Die Kunstinitiative kreisverkehr gratuliert zu derart mutigen Schritten. Da wir längst ein Kulturzentrum realisiert haben (Grenzhäusl an der Salzachbrücke), in dem derzeit Prospekte für Radler aufliegen, bieten wir größtmögliche Zusammenarbeit bei der Verbreiterung der Zugangswege an. Kein Stoff ist doch wertvoller als der am eigenen Hof.
    Thomas Stadler

  4. Bernhard G. | 6. Juni 2010 um 18:18 |

    Ich habe gehört, Lamprechtshausen hat den schönsten Wertstoffhof im Flachgau und erhält bei der Eröffnung den „Goldenen Mülli“ vom Bezirkshauptmann überreicht, stimmt das?

  5. ACHTUNG: Wenn es am kommenden Dienstag regnet, findet das Konzert der Militärmusik Salzburg im Altstoffsammelzentrum (=Kulturzentrum???) Lamprechtshausen hausen statt! Einfach scharf.
    Bin wieder da!° Hanns

  6. sehr gelungen das Kunstwerk, aber infrastrukturmäßig noch etwas unerschlossen.

    Beim ersten Ball werden die Gäste Probleme haben, ihre Stretchlimos zu wenden 😉

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