Happy End für ein Waldkauzbaby

Junger Waldkauz. Foto: KTraintinger

Junger Waldkauz. Foto: KTraintinger (7)

Am 5. Mai 2010 abends fanden 2 Spaziergänger am Straßenrand in der Nähe eines alten Buchenwaldes ein verhältnismäßig großes flauschiges Vogelbaby und brachten es in die nahe gelegene Tierarztpraxis Lamprechtshausen bei Salzburg. Auch die konnten nicht erkennen, welcher Vogel es wirklich war, einzig den “Eulenartigen” ließ er sich zuordnen. Der Tierarzt verständigte die Österreichische Tierrettung, mit der die Tierarztpraxis schon öfter gute Erfahrungen gemacht hatten.

Flauschiger Kopf mit großem Maul

Gegen 22 Uhr wurde das Vogelbaby von einem Vogelspezialisten der Österreichischen Tierrettung abgeholt und in die Vogelstation der Tierrettung gebracht.

Der ganze Vogel wog 182 Gramm.

Mit viel Fachwissen und Liebe wurde das Baby aufgepäppelt, nach einiger Zeit wurde erkannt, dass es sich um einen Waldkauz handelt. In den letzten 2 Monaten ist er – das Geschlecht steht noch nicht fest 🙂 – auf 485 Gramm herangewachsen und kommt demnächst in eine spezialisierte Greifvogelstation. Dort wird bis zum Erwachsenwerden geschaut, ober er wieder ausgewildert werden kann oder ob er in ein Zuchtprogramm kommt. (KTraintinger)

Foto: Österreichische Tierrettung

Infos zum Waldkauz (Strix aluco)
von Dr. Monika Kirk (Eulenwelt >)

Kennzeichen
Der Waldkauz ist mit einer Größe von 39 – 42 cm und einer Spannweite von 94 – 104 cm etwas größer und auch kräftiger als die Waldohreule und die Schleiereule. Das Männchen ist in der Regel etwas kleiner als das Weibchen. Es wiegt im Durchschnitt etwa 440 g, das Weibchen 560 g. Der Waldkauz tritt in zwei Färbungsvarianten auf, einer grauen und einer rostroten. Das Brustgefieder hat eine deutliche dunkle Längsstreifung mit schwächeren Querstreifen. Besonders charakteristisch für den Waldkauz ist der große runde Kopf mit den schwarzen Augen und einem ausgeprägten Schleier.

Am Kopf hat er noch seinen “Babyflaum”, der Rest ist schon gewechselt.

Von der Waldohreule unterscheidet er sich vor allem durch das Fehlen der Federohren, von der Sumpfohreule durch das dunklere, weniger gelbliche Gefieder und die braunschwarzen Augen. Er ist größer als die Schleiereule und hat dunkleres Gefieder, besonders an Gesicht und Unterseite. Der Waldkauz ist streng nachtaktiv und ist erst in der späten Dämmerung zu sehen. In der Abenddämmerung lässt sich der Waldkauz durch Mäuseln nahe heran locken.

Er hat schon kräftige Schwingen entwickelt

Fortpflanzung
Der Waldkauz lebt in monogamer Dauerehe und ist reviertreu. Er brütet bevorzugt in Baumhöhlen, zum Teil jedoch auch in ungestörten Winkeln von Gebäuden (Dachböden, Kirchtürme, Scheunen, Ruinen) sowie in Nistkästen. Nach der Balz im Februar beginnt das Weibchen Anfang bis Mitte März mit der Eiablage von 3 – 6 Eiern.

An eine Brutdauer von 28 – 29 Tagen schließt sich eine Nestlingszeit von 4 – 5 Wochen an. Die noch nicht ganz flugfähigen Jungen verlassen dann das Nest. Sie werden noch 8 – 10 Wochen von den Eltern weiterbetreut, bis sie dann etwa Anfang August selbstständig sind.

Nahrung
Der Waldkauz kann Beutetiere bis zu einem Gewicht von etwa 300 g überwältigen, also auch Jungkaninchen und Tauben. Vorwiegend ernährt er sich von Kleinsäugern, daneben nimmt er jedoch auch Vögel, Frösche und Kröten. Er nutzt jedes tierische Massenaufkommen sofort gründlich aus. Der Waldkauz ist Ansitzjäger, nutzt daneben auch die Suchjagd.

Lebensraum und Vorkommen
Der Waldkauz besiedelt als Ganzjahresvogel abwechslungsreiche Landschaften mit Bäumen und Wäldern, oft in der Nähe von Gewässern. Ebenso ist er in Parkanlagen, Gärten mit altem Baumbestand und auf Friedhöfen zu finden, nicht selten auch in Dörfern und Städten. Der Waldkauz ist ein häufiger Brutvogel in Mitteleuropa.

Die Flügelspannweite beträgt mittlerweile über 90 cm. Mit Am Foto Manfred Ehgartner von der Österreichischen Tierrettung.

Gefährdung
Der Waldkauz kann in der freien Natur bis zu 18 Jahre, in Gefangenschaft bis zu 27 Jahre alt werden. Der Waldkauz ist unsere häufigste Eule. Aufgrund seiner großen Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit in Bezug auf Ernährung und Brutplatzwahl ist der Waldkauz zur Zeit nicht gefährdet.

Das Gefieder am Rumpf hat er schon gewechselt.

Interessantes
Der Reviergesang des Männchens ist ein schauriges, tremolierendes “huu-huhuhu-huu”. Dieses wird häufig in Filmen eingespielt, um Gruselstimmung oder Spannung zu erzeugen.

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