Wer sitzt schon gerne einem sabbernden Menschen gegenüber

Heute lass ich euch zwischen all den Reisen und schönen Dingen, über die ich gerne erzähle, ein paar Gedanken zu einem Thema hier, dass mich indirekt auch selber trifft.

Claudia Braunstein by Renate Eisen-Schatz

Claudia Braunstein by Renate Eisen-Schatz

Von Claudia Braunstein

Ich leiste mir morgens oft den Luxus Nachrichten im Bett zu lesen. Was früher die gute Tageszeitung in Papierform war, ist heute das Handy. Da scrolle ich mich nicht nur durch sämtliche Social Media Kanäle, sondern auch durch meinen News Feed. Dabei werden mir oft auch Nachrichten hineingespült, bei denen ich mich frage, warum sie überhaupt bei mir landen.

ZWEI KONTROVERSE ARTIKEL ÜBER SOCIAL MEDIA

Heute fand ich zwei Beitrage direkt hintereinander, die kontroverser nicht sein hätten können. Und beide betrafen im weiten Sinn die Social Media App Instagram. In der Onlineausgabe der Welt konnte ich nachlesen, dass Mitesser Videos derzeit der Renner auf Facebook und Co wären. Ich muss gestehen, dass dieser Trend zum Glück bisher an mir vorübergegangen ist, vermutlich weil ich altersmäßig keinen Bedarf mehr habe. Der Hype ist mir jedoch eher unverständlich. Was bitte kann am Ausdrücken von Pickeln so prickend sein, dass sich das Menschen schon beim Frühstück zwischen Cafe Latte und Avocado Waffel reinziehen? Somit habe ich den Artikel schnell wieder gedanklich abgelegt.

INSTAGRAM LÖSCHT FOTO MIT EINER FEHLBILDUNG

Warum ich ihn nun trotzdem erwähne, hängt mit dem darauffolgenden Beitrag im Online Standard zusammen. Der bezog sich auch auf Instagram, jener App, die in letzter Zeit aus vielerlei Gründen immer mehr in die Schlagzeilen gerät. Instgram löschte nämlich ein Bild einer Frau, dass sie gemeinsam mit ihrem 12 jährigen Sohn zeigt, der an einer seltenen Erkrankung leidet, die das halbe Gesicht zerstört hat. Zugegebenermaßen passt ein derartiges Bild, das die Realität dieser Familie zeigt natürlich nicht in die geschönte, rosarote, gefilterte Instagramwelt. Dort will man offenbar zwar Pickel- Ausdrück-Videos sehen, aber Menschen mit außergewöhnlichem Aussehen, das eben nicht dieser Filterwelt entspricht, werden einfach gecancelt.

NEGATIVER KOMMENTAR MIT VIEL WAHRHEIT

Besonders interessant fand ich jedoch einige Kommentare unter dem Standard Artikel. Dort kommentiert ein User wie folgt:
Menschen mit schweren Behinderungen, sei es körperlich und/oder geistig, können nun mal abstoßende Emotionen hervorrufen. Ich möchte ehrlich gesagt, auch nicht unbedingt beim essen jemand gegenübersitzen, dem der Speichel ständig aus dem Mund läuft oder seine Körperbewegungen oder Lautäußerungen nicht unter Kontrolle hat. Wer will z.B. ein behindertes Kind haben oder selbst mit fehlenden Gliedmaßen auf die Welt kommen. Wenn man ehrlich ist, will dies niemand.
Jössas, da stieg im ersten Moment der Zorn in mir hoch, so wie vielen anderen, die diesen Kommentar mit vielen roten Strichen bewerteten. Nach einer kurzen Nachdenkpause muss ich dem Kommentarschreiber aber in vielerlei Hinsicht auch Recht geben.

EIGENE BETROFFENHEIT

Ich kenne das Leben mit zu viel Speichel leider zu gut. Das heißt jetzt nicht, dass ich dauersabbernd herumsitze, aber es passiert mir tatsächlich, dass ich mich selber, vorzugsweise, wenn ich weiße Oberteile trage, anspucke. Ja, das ist wenig charmant und kann auch bei Menschen, die mich nicht gut bis gar nicht kennen, eigenartige Reaktionen auslösen. Starre Blicke, abwendende Körperhaltung oder auch, dass sich das Gegenüber reflexartig selber abputzt. Das bestätigt eindeutig die Meinung des Standard Users.

Ich habe auch einmal auf einer Onko-Reha miterlebt, dass ein Mundhöhlenkrebs- Patient auf Intervention anderer Patienten vom 6er-Tisch auf einen Einzeltisch hinter einem Paravent versetzt wurde. Weil er große Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme hatte, die auch teils mit ungewöhnlichen Geräuschen begleitet wurde. Und da half auch keine beherzte Stellungnahme. Man wollte diesen Herren aus dem Gesichtsfeld haben.

Das stellt sich für mich schon auch die Frage, warum werden Menschen, die oft wegen ihrer Erkrankung ohnedies schon am Rand der Gesellschaft stehen, dann auch noch gelöscht, wegretuschiert oder einfach hinter Paravents versteckt?

Infos zu Claudia Braunstein:
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Die Antworten der Bürgermeisterkandidatinnen zur Kulturpolitik

Herzlichen Dank an Marina Kaltenegger von der FDL, sie hat als einzige Bürgermeisterkandidatin den Fragebogen, der vor einer Woche in der Dorfzeitung publiziert wurde, beantwortet und fristgerecht zurückgeschickt.

Bemerkenswert ist es schon, wenn es die beiden anderen Kandidatinnen nicht für notwendig erachten, zur Kulturpolitik in der Gemeinde Lamprechtshausen Stellung zu beziehen. Das ließe jetzt für viele Spekulationen Raum.

Die Antworten von Marina Kaltenegger:

1. Es gab früher einmal den Budgetposten Kultur und Kultus.Marina Kaltenegger

Wieviel Geld darf die örtliche Kulturförderung im Jahr ausmachen (in Prozent vom ordentlichen Haushalt und von wieviel Geld spricht man da)?
Wer verteilt die Fördermittel nach welchen Kriterien?
Es gibt keine prozentuelle Festlegung. Erster Ansprechpartner für die Verteilung der Fördermittel ist der Bürgermeister. Bei der Erstellung des Jahresvoranschlages für das Folgejahr werden umzusetzende Maßnahmen und eingelangte Anträge im Gemeinderat behandelt und bei mehrheitlicher Zustimmung und vorhandener Budgetmittel von der Gemeindevertretung beschlossen.

Unter der Budget-Sammelbezeichnung: KUNST, KULTUR und KULTUS sind im ordentlichen Gemeindehaushalt (OH) für 2017 auf insgesamt 3 ½ A4-Seiten die gesamten Ausgaben detailliert aufgelistet.
Die Gesamtsumme des Jahresvoranschlages 2017 dieses Budgetpostens beträgt 294.000,–, das sind 3,66% der gesamten Budgetsumme des ordentlichen Haushaltes.
Die größeren Ausgabenposten sind u. a.:
€ 60.000,– für die anteilige Mitfinanzierung des Musikums
€ 50.000,– Rücklagenzuführung für die Sanierung der Wallfahrtskirche in Arnsdorf
€ 8.300,– für das Stille Nacht Museum in Arnsdorf
€ 10.500,– für Kulturprojekte (Salz-Art, etc.)

Unter dem Budgethauptposten UNTERRICHT, ERZIEHUNG SPORT UND WISSENSCHAFT sind die Ausgaben für das örtliche Bildungswerk mit € 9.000,– angesetzt.

2. Kunst im öffentlichen Raum

Im Dorf (Zentrum und Weidmoos) werden zahlreiche Kunstwerke im öffentlichen Raum präsentiert. Viele der Plastiken waren plötzlich da und es weiß eigentlich niemand so richtig, wie es zu diesen Dauerausstellungen gekommen ist. Normalerweise werden derartige Kunstprojekte medienwirksam vorgestellt. Da aber der öffentliche Raum ja auch quasi mein erweitertes Wohnzimmer ist, möchte ich schon wissen, was da so alles geplant ist.

Wer kuratiert die Ausstellungen der Plastiken?
Wurden die zur Zeit ausgestellten Plastiken von der Gemeinde angekauft oder gibt es Mietverträge mit den Künstlern?
Sind die ausgestellten Plastiken Dauerleihgaben und können jederzeit von den Künstlern entfernt werden (öffentliche Verkaufsstelle)?
Werden auch einmal andere Künstler die Möglichkeit erhalten, ihre Plastiken im Dorf zu präsentieren?
Ist ein erklärender Prospekt zu den Plastiken geplant?
Wie stehen Sie zum Juliputsch 1934 Denkmal visavis vom Dorfbrunnen?

Die Gemeinde hat sich meines Wissens immer bemüht, dass ortsansässige Kulturschaffende eine entsprechende Plattform bekommen. Die Abhaltung von Ausstellungspräsentationen werden in der Regel mit dem Bürgermeister und dem Gemeindeamt abgesprochen. Nach meiner Kenntnis erfolgt für die Inanspruchnahme der öffentlichen Ausstellungsräumlichkeiten keine Kostenverrechnung.
Von der Gemeindevertretung wurden Budgetmittel für den Ankauf einiger Skulpturen im Weidmoos beschlossen. Wie lange die Skulpturen noch ausgestellt sind, entzieht sich meiner Kenntnis.

Zum Juliputsch 1934 – Denkmal visavis vom Dorfbrunnen verweise ich auf eine kürzlich angebrachte Gedenktafel mit folgendem Text:
„1934 Juli-Putsch. Vergessen trennt. Erinnern verbindet. Zeit ist Leben und Verantwortung. Menschenwürde bestimme die Zeit.“
Der Text wurde von den Verantwortlichen bewusst interpretationsoffen gestaltet. In einer Gemeindevertretungssitzung habe ich für die Anbringung dieser Gedenktafel gestimmt.

3. Veranstaltungsraum

Lamprechtshausen hat zur Zeit knapp 4000 Einwohner und keinen größeren Veranstaltungsraum. Es fehlt auch ein Raum für etwa 50-100 Personen.

Ist ein Neubau eines Veranstaltungsraumes (groß und klein) geplant?
Wann?
Wo?

Über die Dringlichkeit der Errichtung einer Mehrzweckhalle für den Schul- und Veranstaltungsbereich nördlich der Neuen Musik-Mittelschule sind sich alle drei Gemeindefraktionen einig.
Als passender Standort bietet sich ein Grundareal nördlich der Neuen Musikmittelschule an. Die Gemeinde und die GSWB besitzen hier nebeneinanderliegende Grundstücke. Eine gemeinsame noch zu installierende Steuerungsgruppe soll mit Einbeziehung der Schulen und maßgebender Vereine in absehbarer Zeit entsprechende Rohplanungen erstellen.
Für kleinere Veranstaltungen eignet sich der Benediktussaal der Gemeinde (ca. 100 Personen). Zur Zeit erweitert außerdem die ortsansässige Metzgerei Stadler ihre Räumlichkeiten und bietet sodann Platz für ca. 80 Personen.

4. Stille Nacht Museum und Volksschule Arnsdorf

Das Stille Nacht Museum wurde in den letzten Jahren modernisiert und zeitgemäß gestaltet. Leider ist es halt nur ein Museumsstockwerk, weil in dem Gebäude auch die älteste Volkschule Österreichs, in der heute noch unterrichtet wird, untergebracht ist. Fakt ist, dass die Arnsdorfer Kinder, 10-15 an der Zahl, in den Kindergarten nach Lamprechtshausen gefahren werden, die VS in Arnsdorf besuchen und dann wieder in die Neue Musik Mittelschule nach Lamprechtshausen kommen. Der scheidende Bürgermeister war ein Arnsdorfer, da war die Schulschließung natürlich kein Thema. Trotzdem, würde man die Schule schließen, könnte aus dem Museumsstockwerk ein richtiges Museum entstehen und die Kinder wären in der modernen, großen Volksschule in Lamprechtshausen wahrscheinlich auch sehr gut aufgehoben.

Braucht Arnsdorf eine eigene Volksschule?
Wenn ja, warum?

Nach angeregten Diskussionen und Abwägung aller Pro- und Kontraargumente hat sich die Gemeindevertretung letztlich für den Erhalt dieser geschichtsträchtigen Kleinschule entschieden. Bei einer im Jahr 2014 mit dem Land Salzburg stattgefundenen Besprechung hat sich auch LH Dr. Wilfried Haslauer für die Beibehaltung des Schulbetriebes in Arnsdorf ausgesprochen.
Heuer wurden in Arnsdorf 12 Kinder eingeschult. Insgesamt besuchen in diesem Schuljahr 36 Kinder die Volksschule in Arnsdorf.
Da die Volksschule in Lamprechtshausen für 8 Klassen ausgebaut wurde und in manchen Klassen bereits mehr als 20 Kinder sind, hat die Volksschule in Arnsdorf gerade aus Platz- und pädagogischen Gründen aus meiner Sicht sicherlich ihre Berechtigung. Ein Mehrwert für die Bevölkerung in Arnsdorf ist in jedem Fall gegeben, die Schule ergänzt und bereichert das Dorfleben enorm. Eine „lebendige“ Nutzung dieses geschichtsträchtigen Gebäudes ist für mich sehr wichtig.

5. Gemeindearchiv und Gemeindechronik

Lamprechtshausen hat eine bewegte Geschichte. Ein öffentlich zugängiges Gemeindearchiv und Dokumentationszentrum gibt es nicht. Noch sind im Dorf viele Dokumente vorhanden, die so nach und nach verschwinden. Manche Ereignisse der jüngeren Vergangenheit sind bis heute nicht wirklich aufgearbeitet. Es war einmal von einer, von einem Historiker verfassten Gemeindechronik die Rede. Die Produktionskosten wurden sogar im Gemeindebudget berücksichtigt.

Ist ein öffentliches Gemeindearchiv geplant?
Ist eine, von der Gemeinde herausgegebene Gemeindechronik geplant?
Wenn ja, in welchem Zeitrahmen?

Vor vielen Jahren hat die Gemeinde Dr. Markus Haider mit der Erstellung einer Ortschronik beauftragt. Aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen des Ortschronisten gibt es leider noch kein Gesamtwerk. Die Gemeinde ist hierbei gefordert, ein neues Umsetzungskonzept mit Einbindung von interessierten Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürgern zu erstellen. Ganz besonders wichtig erscheint mir, dass weitgehend alle geschichtsträchtigen „Schätze“ unserer Heimatgemeinde in der Ortschronik ihren „Platz“ finden.

Landwirtschaft

Lamprechtshausen hat eine lange Tradition als Agrargemeinde, es gab sogar einmal 4 Käsereien im Dorf. Die Rinderhaltung war immer schon ein wichtiges Standbein für die heimischen Bauern.

Wohin entwickelt sich die heimische Landwirtschaft?
Wie viele Bauern haben in den letzten 10 Jahren aufgehört und wie viele gibt es noch?
Was wird gemeindeseitig zur Unterstützung der heimischen Bauern unternommen?
Ist der Tierschutz in den heimischen Ställen ausreichend?
Soll Glyphosat verboten werden?

Nur wenn es gesellschaftlich gelingt, die ausgezeichneten Qualitätsprodukte unserer Landwirte entsprechend von internationalen Massenprodukten zu unterscheiden, wird unsere heimische Landwirtschaft großteils auch künftig bestehen können.
Unterstützend für die heimische Landwirtschaft könnte auch die Abhaltung eines regelmäßigen Bauernmarktes in unserer Gemeinde sein.
Auch bei Umwidmungen zu Bauland in der Nähe von Landwirten ist auf deren Bedürfnisse und Anforderungen zu achten.
Gefördert und unterstützt werden sollen auch gemeinschaftliche Infrastrukturmaßnahmen z.B. im Rahmen des landwirtschaftlichen Wegebaus, wenn diese Wege auch von Spaziergehern und Radfahrern genutzt werden.
Ich bin der Meinung, dass in unserer klein- und mittelstrukturierten Landwirtschaft der Tierschutz sehr gut wahrgenommen wird.
Die Anwendung des sehr umstrittenen Glyphosat soll verboten werden.

Zukunft

Wie viele Einwohner hat Lamprechtshausen schätzungsweise nach Ihrer ersten Periode als Bürgermeisterin, also in 5 Jahren?

Die nächste periodische Bürgermeister- und Gemeindevertretungswahl findet im März 2019, also in 1 ½ Jahren statt.
Ich trete für ein moderates und geregeltes Wachstum unserer Gemeinde ein, sodass wir in 5 Jahren in etwa einen Zuwachs von 150 Einwohnern haben werden. Die konkreten Zielsetzungen erfolgen von der Gemeindevertretung im Zuge der Erarbeitung eines neuen räumlichen Entwicklungskonzeptes.




Pferdeleberkäse, Wiener, Bauernsalami

Freilich, etwas gewöhnungsbedürftig ist der Geschmack unserer bayrischen Nachbarn schon, wenn man nur an ihre Vorliebe für Schweinshaxen, Weisswürste, Obatzt’n, Brezel und Bier denkt.

Krass wird es aber schon, wenn man sieht, was am Münchner Viktualienmarkt kurz vorm Oktoberfest wirklich angeboten wird. Da gibt es heiße Wiener, selbst Bauernsalami aus Niederbayern ist zu kaufen. Da erscheinen dann die Pferdewürste und der Pferdeleberkäse als eher sehr harmlos. Kinderschnitzel habe ich schon länger keines mehr gesehen. Man kann in diesem Zusammenhang schon verstehen, warum so viele Münchner auf Flüssignahrung umstellen, berichten gewöhnlich gut informierte Kreise aus der Weltstadt des Bieres. (kat)

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Fragen an die 3 Bürgermeisterkandidatinnen in Lamprechtshausen

Lokalpolitik ist Politik an der vordersten Front, die KanidatInnen kennen ihre WählerInnen und pflegen auch den direkten, persönlichen Kontakt  zu ihnen.

Nach jeder Entscheidung kann man den oder die direkt Betroffenen im Dorf treffen und muss zum Abstimmungsverhalten Stellung beziehen. Politisches Geschwafel hilft da nicht wirklich weiter.

Erstmals kandidieren in der Flachgauer Gemeinde Lamprechtshausen am 24. September 3 Frauen für das Bürgermeisteramt. Der nächste Bürgermeister wird also eine Bürgermeisterin. Es wird spannend werden: Sind Frauen in ihren Entscheidungen flexibler und offener für Neues? 

Jetzt, knapp vor der Wahl sind die Hausbesuche der Kandidatinnen angesagt. Die Charmeoffensive soll in bewährter Weise Wählerstimmen bringen. Um nicht alles vorort besprechen zu müssen, haben wir einige Fragen zusammengefasst.

Die Antworten stellen wir noch rechtzeitig vor der Wahl auf der Dorfzeitung online. Die Fragen wurden via Email an die Bürgermeisterkandidatinnen geschickt und sollten bis zum 17. September 2017 beantwortet an die Redaktion zurückkommen.

Kultur im Dorf

1. Es gab früher einmal den Budgetposten Kultur und Kultus.

Wieviel Geld darf die örtliche Kulturförderung im Jahr ausmachen (in Prozent vom ordentlichen Haushalt und von wielviel Geld spricht man da)?
Wer verteilt die Fördermittel nach welchen Kriterien?

2. Kunst im öffentlichen Raum
Im Dorf (Zentrum und Weidmoos) werden zahlreiche Kunstwerke im öffentlichen Raum präsentiert. Viele der Plastiken waren plötzlich da und es weiß eigentlich niemand so richtig, wie es zu diesen Dauerausstellungen gekommen ist. Normalerweise werden derartige Kunstprojekte medienwirksam vorgestellt. Da aber der öffentliche Raum ja auch quasi mein erweitertes Wohnzimmer ist, möchte ich schon wissen, was da so alles geplant ist.

Wer kuratiert die Ausstellungen der Plastiken?
Wurden die zurzeit ausgestellten Plastiken von der Gemeinde angekauft oder gibt es Mietverträge mit den Künstlern?
Sind die ausgestellten Plastiken Dauerleihgaben und können jederzeit von den Künstlern entfernt werden (öffentliche Verkaufsstelle)?
Werden auch einmal andere Künstler die Möglichkeit erhalten, ihre Plastiken im Dorf zu präsentieren?
Ist ein erklärender Prospekt zu den Plastiken geplant?
Wie stehen Sie zum Juliputsch 1934 Denkmal visavis vom Dorfbrunnen?

3. Veranstaltungsraum
Lamprechtshausen hat zurzeit knapp 4000 Einwohner und keinen größeren Veranstaltungsraum. Es fehlt auch ein Raum für etwa 50-100 Menschen.

Ist ein Neubau eines Veranstaltungsraumes (groß und klein) geplant?
Wann?
Wo?

4. Stille Nacht Museum und Volksschule Arnsdorf
Das Stille Nacht Museum wurde in den letzten Jahren modernisiert und zeitgemäß gestaltet. Leider ist es halt nur ein Museumsstockwerk, weil in dem Gebäude auch die älteste Volkschule Österreichs, in der heute noch unterrichtet wird, untergebracht ist. Fakt ist, dass die Arnsdorfer Kinder, 10-15 an der Zahl, in den Kindergarten nach Lamprechtshausen gefahren werden, die VS in Arnsdorf besuchen und dann wieder in die Neue Musik Mittelschule nach Lamprechtshausen kommen. Der scheidende Bürgermeister war ein Arnsdorfer, da war die Schulschließung natürlich kein Thema. Trotzdem, würde man die Schule schließen, könnte aus dem Museumsstockwerk ein richtiges Museum entstehen und die Kinder wären in der modernen, großen Volksschule in Lamprechtshausen wahrscheinlich auch sehr gut aufgehoben.

Braucht Arnsdorf eine eigene Volksschule?
Wenn ja, warum?

5. Gemeindearchiv und Gemeindechronik
Lamprechtshausen hat eine bewegte Geschichte. Ein öffenlich zugängiges Gemeindearchiv und Dokumentationszentrum gibt es nicht. Noch sind im Dorf viele Dokumente vorhanden, die so nach und nach verschwinden. Manche Ereignisse der jüngeren Vergangenheit sind bis heute nicht wirklich aufgearbeitet. Es war einmal von einer, von einem Historiker verfassten Gemeindechronik die Rede. Die Produktionskosten wurden sogar im Gemeindebudget berücksichtigt.

Ist ein öffentliches Gemeindearchiv geplant?
Ist eine, von der Gemeinde herausgegebene Gemeindechronik geplant?
Wenn ja, in welchem Zeitrahmen?

Landwirtschaft

Lamprechtshausen hat eine lange Tradition als Agrargemeinde, es gab sogar einmal 4 Käsereien im Dorf.  Die Rinderhaltung war immer schon ein wichtiges Standbein für die heimischen Bauern.

Wohin entwickelt sich die heimische Landwirtschaft?
Wieviele Bauern haben in den letzten 10 Jahren aufgehört und wieviele gibt es noch?

Was wird gemeindeseitig zur Unterstützung der heimischen Bauern unternommen?
Ist der Tierschutz in den heimischen Ställen ausreichend?
Soll Glyphosat verboten werden?

Zukunft

Wieviele Einwohner hat Lamprechtshausen schätzungsweise nach Ihrer ersten Periode als Bürgermeisterin, also in 5 Jahren?

 

Weitere Info:
Bürgermeister- und Gemeindevertretungswahl 7. März 1999 >




Die Buringer Schottergrube in Lamprechtshausen

 
 
Kommentare zum Artikel vom 20. Juni 2011 im Dorfschreiber:

Dr. Werner Linnemayr sagt:
3. August 2011 um 15:42

Buringer Schottergrube in der Nähe des heutigen Rückstaubeckens Pladenbach. Vollgefüllt mit Fässern, einem alten Puch 500, etc., etc. Das Problem: nur 10 m Schotter trennt den Grubenboden vom Wasserhorizont, aus dem Jahrzehnte das Trinkwasser für Bürmoos gewonnen wurde. Das war der Grund, daß Wasser in Königsberg gesucht wurde. Mehr Einwohner = erhöhter Wasserverbrauch. Schon 1985 habe ich als neu ernannter Sprengelarzt darauf hingewiesen, daß die Grube saniert gehörte. Sie wurde zugeschüttet. Eine ähnliche Fragwürdigkeit befindet sich als Mülldeponie der Gemeinde Dorfbeuern/ Michaelbeuern an der Strasse von Michaelbeuern nach Gresenberg. Sie ist planiert, umzäunt und mit Bienenkästen verschönt. Was ist darunter? Nähere Auskünfte im persönlichen Gespräch.

Walter Wendtner sagt:
23. November 2011 um 11:32

Nach dem Planieren + Auffüllen der Schottergrube wurde diese lange Zeit auch zum Einschießen von neuen und Reparierten Gewehren vom Büchsenmacher Riener Giselbert benutzt.

Noch ein Zusatz zum Kommentar von Dr. Linnemayr über die Trinkwasserentnahme:
In keinem der jährlich durchgeführten Untersuchungsbefunden gab es bis dato eine Grenzwertüberschreitung nach der Trinkwasserverordnung. Es dürfte mit Sicherheit die kompakte Deckschicht und der starke Grundwasserstrom dafür verantwortlich sein, da auch weitere Grundwasserstrom abwärts liegende Brunnen keinerlei Beeinträchtigung aufweisen.




Die Käserei in Asten

Die Käsereigenossenschaft in Asten wurde am 13. März 1929 als erste der vier Lamprechthausener Käsereigenossenschaften gegründet.

Die 23 Gründungsmitglieder zeichneten 148 Anteile. Rasch wurde mit dem Bau einer neuen Käserei begonnen, die am 20. Juli 1929 ihren Betrieb aufnahm. Anfänglich wurde sie verpachtet, ab 1930 aber dann in Eigenregie geführt. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnten bis zum Jahre 1935 die Schulden zurückgezahlt werden. Bereits 1931 war die Genossenschaft dem neu gegründeten Salzburgr Käsereiverbnd beigetreten.

Käserei-Asten

Das linke Gebäude am Foto ist die Käserei.

In den Kriegsjahren erlangte die Käsereigenossenschaft Asten große Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung mit Käse, sie steigerte ihre Anlieferungständig und erreichte 1945 eine Jahreserzeugung von ca. 30.000 kg Emmentaler und 8.000 kg Butter. In den Nachkriegsjahren mußte erstmals ein Verlust hingenommen werden, da die Milch zur Versorgung der städtischen Bevölkerung aus dem Betrieb abgezogen wurde. Diese Entwicklung wurde erst wieder bis zum Jahre 1953 verbessert. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Milchanlieferung seit der Gründung verdreifacht.

1962 wurde die Käserei umgebaut, um der steigenden Milchanlieferung auch in Zukunft gerecht zu werden. In den Jahren 1963 und 1964 wurden neue Käsekessel angeschafft. Die Milchganlieferung stieg auf knapp 1,5 Mio kg im Jahre 1978.

(Der Text stammt aus der Festschrift zur Einweihung der neuen Käserei 1981)

Käserei Asten, Silval Color

Foto vom 2. Aug8ust 2011

Heute ist (2011) im ehemaligen Käsereigebäude die Firma Silval Color beheimatet.




STATTBESETZUNG.kunstimöffentlichenraum

Die offene, jurierte Jahresausstellung des Kunstvereines Traunstein e.V. und die nachwirkenden Folgen, ein Projekt während der Chiemgauer Kulturtage 2017, fand vom 6. – 30. Juli 2017 statt.

Von Ursula Dräxlmaier (Text und 2 Fotos)

Die Präsentationsbedingungen für die Bilder waren dieses Jahr stark verändert, standen doch die normalerweise zur Verfügung stehenden Ausstellungsflächen in der Städtischen Galerie Traunstein und in der dazu gehörenden Klosterkirche wegen größerer Baumaßnahmen nicht zur Verfügung.

Bauzaun, KlosterkircheEs fanden sich aber andere Möglichkeiten: Die Alte Wache im Rathaus, das Landratsamt mit dem Projekt „angekommen“; die evangelische und die katholische Kirche stellten ihre Räumlichkeiten zur Verfügung und banden die ausgestellten Bilde mit ein in ihre Gottesdienste. Diese Ausstellungen gingen am 30. Juli zu Ende.

Das Projekt „Kunst im öffentlichen Raum“ ist nach wie vor zu besichtigen. Es handelt sich dabei um den Bauzaun rund um das Sanierungsprojekt „Städtische Galerie und Klosterkirche“. Im Vorfeld konnten wir Künstler je 2 geeignete Bilder zur Auswahl stellen, die auf Bannern aufgezogen wurden und für die Dauer der Baustelle die Bauzaun – Segmente dekorativ gestalten.

Eine Super-Idee!

Nicht allzu viele Menschen gehen tatsächlich in Ausstellungen, aber im Vorbeigehen oder – fahren in der Ludwigstraße oder bergauf in der Klosterstraße oder gar in einer Rotlichtphase an der Ampel fällt mehr oder weniger der Blick auf „Kunst“!

Ich bin sehr glücklich, dabei sein zu dürfen, meine Äpfel leuchten bei der Einfahrt zur baustelle in der Klosterstraße, während die übergroße Mohnwiese aus der Mark Brandenburg mit anderen farbenfrohen Bildern den Weg zur Schule begleiten.

Ich fände es wundeschön, wenn diese Art der Präsentation weiter Nachahmung finden würde!

Die Bildergalerie zeigt die Kunstwerke, wie sie der Spaziergänger oder Autofahrer sieht. Die Trägerfolie ist zum Teil durchsichtig, das heißt, der Hintergrund kann durchscheinen, je nachdem wie gerade das Licht einfällt. Die Bildfläche ist nicht immer gerade und wirft da und dort Falten. Dies ist bei einer derartigen Präsentation normal und gehört dazu. (Alle Bilder der Diashow: Karl Traintinger)

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Sommertreffen der Rottmayr Jugendakademie

Die Kunstinitiative Kreisverkehr Oberndorf (Mag. Thomas Stadler) veranstaltete im Rahmen der Rottmayr Jugendakademie vom 4. – 8. August im Freiraum Oberndorf ein Sommertreffen. Die Jugendlichen waren begeistert bei der Arbeit, sie kamen aus Oberndorf und Laufen.

Rottmayr Akademie

Die Auseinandersetzung mit vielen bunten Farben ist ein wichtiger Teil in der Persönlichkeitsentwicklung. Das künstlerische Angebot im Freiraum war eine wichtige Bereicherung des sommerlichen Ferialangebotes für die Schüler. Der Freiraum Oberndorf ist eine Privatinitiative.

Stille Nacht Gedenkjahr

Ein interessantes Großbildprojekt zum Stille Nacht Genkjahr wurde ebenfalls im Freiraum gestartet und es wird interessant, wo dieses Werk einmal zu sehen sein wird.




Die dunkelste Stunde der Gemeinde

Das 140-jährige Bestandsjubiläum des Kameradschaftsbundes Lamprechtshausen gibt Anlass, sich in die Zeit der Gründung des jubilierenden Vereines zu versetzen und sich an die jüngere Geschichte der Gemeinde zu erinnern.

Ing. Balthasar GwechenbergerVon Ing. Baltasar Gwechenberger

Österreich zur Mitte des 19. Jahrhunderts

In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts war die österreichische Monarchie eine der Großmächte Europas. Kaiser Franz Josef I., seit 1848 Regent des Reiches, versuchte Österreich als fortschrittlichen Staat in die Neuzeit zu leiten, jedoch nicht ohne dabei viele der Habsburger Traditionen fortzusetzen.

Das Österreich jener Zeit kann durchaus als modern denkend bezeichnet werden. Schulpflicht und Bildung waren bereits klare Begriffe, auch technologisch schritt die Menschheit in großen Schritten voran. Das Wort „Mobilität“ bekam durch die Einführung der Eisenbahn als Massentransportmittel eine neue Bedeutung und Technologien wie industrielle Metallverarbeitung, Dampfmaschinen und sogar elektrischer Strom ermöglichten immer neue Erfindungen.

Doch die politische Lage Europas war unruhig und der Vielvölkerstaat Österreich in viele Auseinandersetzungen verwickelt.

Im Süden kämpfte Österreich wiederholt gegen das Königreich Piemont-Sardinien bzw. Italien. In der Schlacht bei Custozza 1848 war man unter Feldmarschall Radetzky zwar siegreich, Franz Josef I. musste jedoch 1859 bei der Schlacht zu Solferino seine erste große Niederlage hinnehmen und verlor die Lombardei.

Im Norden verursachte der Deutsch-Deutsche Krieg (in dem es um die Vormachtstellung im Deutschen Bund geht) immer wieder Verluste. Die größte Niederlage Österreichs war die Schlacht bei Königgrätz in Böhmen am 3. Juli 1866, in der Österreich an der Seite mit Sachsen gegen die Preußen verlor und über 5500 Tote sowie mehr als 7000 Verletzte zu beklagen hatte. Weiters wurde Österreich mit dieser Niederlage von den deutschen Staaten isoliert und war damit in vielen Dingen auf sich allein gestellt.

Trotz eines weiteren Sieges in Custozza (nahe Verona) am 24. Juni 1866 unter Erzherzog Albrecht und der gewonnenen Seeschlacht von Lissa am 20. Dezember 1866 unter Admiral Tegetthoff wurde Österreich in Folge gezwungen, auf Grund der Niederlage von Königgrätz das bei den Österreichern sehr beliebte Venetien an das mit Preußen verbündete Italien abzutreten.

Im Osten machten die aus österreichischer Sicht aufständischen Ungarn dem Kaiser seit Jahren zu schaffen. Eine Situation, die erst durch die Gründung der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn 1867 beruhigt werden konnte.

Das soziale Umfeld jener Zeit

Ohne weiter auf die Geschichte Österreichs und auf gewonnene oder verlorene Kriege eingehen zu wollen ist es nötig, ein Faktum hervorzuheben, das wohl im ganzen Raum der Donaumonarchie dasselbe Bild bot.

Aus allen Schlachten kehrten Soldaten nach Hause, die nicht mehr in der Lage waren, in ihrer Heimat Fuß zu fassen. Viele gerieten durch Invalidität in Not und konnten keiner Beschäftigung zum Erwerb des täglichen Brotes mehr nachgehen. Andere fanden zu Hause geänderte Verhältnisse vor oder waren durch Verwundungen auf fremde Hilfe angewiesen.

Auch die Veteranen (vetus bedeutet „alt“ im lateinischen), also jene Soldaten, welche – meist stolz auf ihren Dienst am Vaterland zurückblickend – ihre Soldatenzeit „abgedient“ hatten, konnten sich oft nur schwer wieder in die Gesellschaft einordnen.

In jenen Zeiten also ohne Sozialsystem, Altersvorsorge oder Versicherungen gab es selbst für die Schwerstverwundeten keine materielle Unterstützung, so dass Hilfe zur Selbsthilfe nötig war.

Die soziale Hilfestellung und das Eintreten für in Not geratene Kameraden sind deshalb als Hauptgründe für unsere Vorfahren zu nennen, sich in „Krieger- und Veteranenvereinen“ zusammenzuschließen. Eine andere, organisierte Art der Hilfeleistung war zu jener Zeit nicht vorhanden.

Die ersten Vereinsgründungen waren nach dem Krieg gegen Piemont-Sardinien (1848) zu verzeichnen, ein weiterer starker Zuwachs an Vereinen erfolgte auf dem ganzen Gebiet der Donaumonarchie nach den Kriegen gegen Preußen und Italien (1866).

1869: Der Krieger- und Veteranenverein Lamprechtshausen

Der „Krieger- und Veteranenverein Lamprechtshausen“ wurde 1869 durch die Initiative von Anton Fischer, Scharingerbauer zu Schwerting, gegründet und mit ihm als ersten Obmann geführt. Zu dieser Zeit gab es bereits in einigen Nachbargemeinden ähnliche Vereinigungen, wie etwa in St. Georgen (1852) oder Nußdorf (1856).

Vorrangiges Ziel war wohl auch in Lamprechtshausen der Aspekt, den aus verschiedenen Schlachten jener Zeit heimkehrenden Kriegsteilnehmern Unterstützung und ein soziales Umfeld zu geben.

Leider ist weder die Gründungsurkunde noch genauere Dokumentation der Tätigkeiten aus den ersten Jahren der Vereinigung erhalten, sodass auf die schriftlichen Überlieferungen der 1932 verfassten, ersten Chronik verwiesen werden muss.

2 Jahre nach den ersten Aktivitäten, also 1871, wurde die erste Fahne geweiht. Als Fahnenpatin geht eine Frau Stadler aus der Chronik hervor, es dürfte dies die Gattin des Gastwirtes Stadler gewesen sein. Der Verein zählte laut dem auch heute noch erhaltenen Mitgliederverzeichnis im Jahr der ersten Fahnenweihe 69 Mitglieder.

Der Verein im 19. Jahrhundert

Aus den folgenden Jahren bis zur Jahrhundertwende ist wenig bekannt, da lediglich die Aufzeichnungen der Mitgliederbewegungen erhalten sind. Die Mitglieder des Vereines waren in jener Zeit nicht nur Bewohner des heutigen Gemeindegebietes Lamprechtshausen, auch Bürmooser, Echinger, Moosdorfer, und sogar Nußdorfer sind in den Verzeichnissen vor der Jahrhundertwende aufgelistet. Weiters sind bei den meisten Mitgliedern die Militärdienstzeiten, die Regimentsangehörigkeit sowie ein eventueller Austritt oder Todesfall verzeichnet.

Auch die Obmänner des Krieger- und Veteranenvereines sind namentlich dokumentiert.

Als zweiter Obmann des Vereines geht Michael Buttenhauser hervor, ihm folgte der damalige Strasserwirt Josef Mödlhammer. Danach spricht die Chronik von Obmann Matthias Buchner aus Lamprechtshausen, ihm folgte Anton Maier, Paulmannbauer aus Schwerting.

Im Jahre 1897 wurde Matthäus Stadler Obmann des Vereines, ein frei denkender und umsichtiger Mann, der auch für die Gründung der Feuerwehr verantwortlich zeichnet. Er führte den Krieger- und Veteranenverein bis in die Kriegswirren des 1. Weltkrieges, zu dem viele Männer der Gemeinde eingezogen wurden. Die entsprechenden Aufzeichnungen der Mitgliederbewegungen sind bis ins Jahr 1915 zu finden.

Es lebe der Kaiser und Österreich mit ihm!

Die ersten Jahre des neuen Jahrhunderts waren im damaligen Lamprechtshausen als durchaus fortschreitend und positiv zu verzeichnen. 1905 wurde in Lamprechtshausen die Kirche vergrößert, da die Bevölkerung bei den größeren Festtagen bereits keinen Platz mehr darin fand. Ein solches Vorhaben war natürlich vor allem finanziell für die Pfarre ein risikoreiches Unterfangen und so war es selbstverständlich, dass auch die Vereinigungen des Ortes gefragt wurden, Unterstützung zu leisten. Neben den verschiedenen Robotdiensten beteiligte sich der Krieger- und Veteranenverein auch finanziell an den Baukosten und spendete eines der farbigen Bleikristallgläser im Bereich des Hochalters der Kirche.

Dieses Fenster wurde im Zuge der Innenrenovierung (die viele weitere Jahre andauerte) im Jahre 1912 eingebaut. Eine kleine Inschrift im rechten unteren Bereich des Fensters zeugt heute noch davon.

Im Sommer 1908 wurde in der ganzen Monarchie das 60-jährige Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. gefeiert. So auch in Lamprechtshausen, wo unter reger Teilnahme der Bevölkerung am 29. August ein „Kaiserfest“ abgehalten wurde. Bürgermeister Stadler enthüllte dabei ein Kaiserdenkmal, welches im Friedhof, neben dem Haupteingang der Kirche errichtet wurde. Die Marmortafel des Denkmals ist noch vorhanden. Ebenso steht das „Arnsdorfer Kaiserdenkmal“ neben dem alten Feuerwehrhaus noch, bestehend aus den zwei Lindenbäumen und einem Gedenkstein.

Mit der Fertigstellung der Lokalbahn bis Lamprechtshausen 1896 und der damit verbundenen Aufwertung der damals zu Lamprechtshausen gehörenden Bürmooser Glashütte und der Bürmooser Ziegelfabrik wurden Arbeitsplätze geschaffen und die Gemeinde spürte einen großen Zuzug von Gastarbeitern.

Dennoch waren es wenige Einheimische, die dort Arbeit fanden. Vielmehr entwickelte sich eine Art fremde Gegenüberstellung zweier Welten – auf der einen Seite die neue Klasse der Industriearbeiter und auf der anderen Seite die bäuerliche Landbevölkerung. Dieses „sich Fremd sein“ spiegelte sich auch in der Gemeindestube von Lamprechtshausen wieder, wie in den Chroniken von Bürmoos und Lamprechtshausen nachzulesen ist.

Mit der Verlegung der Glaserzeugung von Bürmoos nach Böhmen begann der Niedergang dieser Blütezeit und die Arbeiterschaft der Gemeinde verarmte zusehends. Zudem begann es in der Monarchie politisch zu brodeln.

Der Erste Weltkrieg

Als am 28. Juni 1914 Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gemahlin Herzogin Sophie in Sarajewo auf offener Straße erschossen wurden, war Österreich zum Handeln gezwungen. Der 84-jährige Kaiser erklärte Serbien den Krieg und löste damit „offiziell“ den Ersten Weltkrieg aus.

Doch schuld waren nicht nur die Spannungen zwischen Österreich und Serbien, sondern die gesamte politische Lage in Europas. Der Dreierbund (Österreich-Ungarn, Deutschland und Italien) und die Triple-Entente (Russland, Frankreich, Großbritannien) kämpfen um die Vorherrschaft im Abendland.

Der am Anfang als „schneller Sieg“ geglaubte Krieg entwickelte sich in ein nie zuvor gesehenes Schlachten von Soldaten und Zivilbevölkerung und riss immer mehr Länder und Kolonialstaaten in seinen Sog. Am Ende kämpften die Hoheitsgebiete eines Drittels der Weltbevölkerung auf drei Erdteilen gegeneinander.

Am 21. November 1916 starb der 86-jährige Kaiser Franz-Joseph I. in Schönbrunn, sein Neffe Karl I. folgte ihm nach und übernahm eine harte Bürde, inmitten des ersten Weltkrieges.

Neue Waffen zu Lande, zu Wasser und erstmals auch in der Luft, der Einsatz von Giftgas sowie unzählige Stellungsgemetzel brachten unendliches Leid über die Menschheit. Der Krieg hinterließ zudem ein Heer an Verwundeten und forderte am Ende fast 9 Millionen Todesopfer, darunter auch 57 Bewohner der heutigen Gemeinde Lamprechtshausen sowie 29 des damaligen Ortsteiles Bürmoos.

Über die Kriegsteilnahme von Lamprechtshausnern am ersten Weltkrieg ist erstaunlich viel erhalten. Die im Jahre 1932 angeschaffte erste „Chronik“ des Vereines beinhaltet über alle eingerückten Vereinsmitglieder jener Zeit sogenannte Gedenkblätter, welche fast alle mit originalem Foto versehen sind. In diesen Blättern sind der Name des Mitgliedes, das Geburtsjahr, der militärische Dienstgrad, die Dienstzeiten beim Militär, erhaltene Auszeichnungen und eine handschriftliche kurze Geschichte über das erlebte Kriegsgeschehen berichtet. Aus heutiger Sicht ein unersetzbarer „Schatz“ an Lamprechtshausner Geschichte, voll mit einzelnen Schicksalen.

Am 30. Oktober 1918 schließlich wurde der Waffenstillstand verkündet, 10 Tage später dankte Kaiser Karl I. als letzter Kaiser von Österreich ab.

Die Friedensverträge von Versailles und St. Germain brachten für Österreich und Deutschland große Gebietsverluste mit sich, darunter auch deutschsprachige Gebiete wie Elsass-Lothringen, Südtirol und Teile der Untersteiermark.

Die erste Republik

Übrig blieb eine am Anfang bankrotte Erste Republik Österreich, die von vielen als ungewollt und nicht lebensfähig bezeichnet wurde. Sie musste nun die wohl schwierigsten 20 Jahre der österreichischen Geschichte bewältigen.

Doch vorerst galt Aufbruchstimmung, auch im Krieger- und Veteranenverein von Lamprechtshausen, der nach dem ersten Weltkrieg neu gegründet wurde.

Am 9. Februar 1919 marschierten 250 Heimkehrer unter den Klängen der Ortsmusikkapelle zur Lamprechtshausner Kirche, um für die Rückkehr aus dem Krieg zu danken und der gefallenen Kameraden zu gedenken. Der gesellige Ausklang fand beim Gasthof Neuwirt statt, der seit jeher schon als „Vereinslokal“ des Krieger- und Veteranenvereins galt.

Mit dem Protokoll der Generalversammlung von 1919 beginnt in der Chronik ein neues Mitgliederverzeichnis. Als Obmann geht Michael Zehentner, der Schoberbauer von Maxdorf, hervor. Unter seiner Führung wurde der Verein wieder organisiert und begann die Wirren des Krieges aufzuarbeiten.

In den ersten Jahren kehrten immer noch Kriegsgefangene nach Hause und die Not unter der Bevölkerung war groß.

Das erste Kriegerdenkmal wurde 1921 errichtet um am 3. Dezember eingeweiht. Das 3-teilige Denkmal wurde von Steinmetz Gollackner aus Salzburg geschaffen und trug auf dem untersten Block eine Marmortafel mit der Inschrift „In treuer Ergebenheit gewidmet von der Gemeinde Lamprechtshausen“. Diese Tafel dürfte vom Kaiserdenkmal übernommen wurden sein. Der darüber liegende Steinquader nannte die 29 Opfer des Ortsteils Bürmoos, den Abschluss bildete ein Obelisk mit den 57 Namen der Gefallenen und Vermissten von Lamprechtshausen.

Standplatz jenes ersten Kriegerdenkmals war im Friedhof, direkt links neben der heute friedhofseitigen Eingangstür in das Kirchenschiff. Es ersetzte das Kaiserdenkmal von 1908.

Obmann Michael Zehentner verstarb am 13. Jänner 1923 unerwartet als aktiver Obmann. Nach seinem Tod wurde Matthäus Schleindl, Irlbauer zu Schwerting zum Obmann des Vereines gewählt.

Die 2. Fahne

Trotz des unerwarteten Obmannwechsels gelang es Schleindl noch 1923 eine neue Fahne anzuschaffen. Das Fest der Fahnenweihe wurde am 19. August 1923 gefeiert. 26 Vereine nahmen daran teil, als Ehrengäste konnten HR Dr. Salzmann und HR Proschko begrüßt werden. Im Salzburger Bauernbundkalender von 1925 ist zu lesen, dass im Rahmen dieses Festes zwei noch lebende Radetzky-Veteranen geehrt wurden, ein Hr. Salzlechner aus Asten und ein Hr. Mackinger aus Lamprechtshausen.

Diese, geschichtlich gesehen, zweite Fahne des Vereines ist noch erhalten und wird nun für das 140-jährige Jubiläumsfest neu restauriert und gesegnet. Als Fahnenmutter von 1923 ist Maria Niederstrasser (St. Alban), spätere Lexbäuerin zu Riedlkam in der Chronik registriert. Sie wird dort als „Fahnenpatin seit 1923, Spenderin der Fahne und des Fahnenbandes“ bezeichnet. Ein weitere Quelle bezeugt zusätzlich einen zweiten Spender, den Huberbauern von Hausmoning (Mühlfellner).

Interessant ist die Tatsache, dass auf einem Fahnenbild dieser Fahne die Jahreszahl 1872 aufgestickt ist und nicht die eigentliche Gründungszahl 1869. Es dürfte sich hier tatsächlich um einen Fehler handeln, da das Gründungsjahr 1869 sowie das Jahr der ersten Fahnenweihe 1871 in der Chronik schriftlich belegt sind und sogar die Mitgliederverzeichnisse bereits aus dem Jahr 1871 noch vollständig erhalten sind.

Im Jahre 1926 fand wieder eine Obmannwahl statt. Johann Niederstrasser, Lexbauer zu Riedlkam, übernahm die Führung des Krieger- und Veteranenvereines in einer sowohl wirtschaftlich als auch politisch sehr schwierigen Zeit.

Der Kriegerjahrtag

Bereits damals wurde alljährlich der Jahrtag des Krieger- und Veteranenvereines abgehalten. Da dieser aus heutiger Sicht etwas „ungewöhnlich“ ablief ist hier der Ablauf eines „Kriegerjahrtages“ einmal angeführt.

Termin war traditionell der erste Sonntag nach Martini, dem Kirchenpatron. Der Dankgottesdienst wurde um 10 Uhr gefeiert, also nicht mit dem Pfarrgottesdienst um 9 Uhr zusammen, sondern separat und nur in den Reihen des eigenen Vereines. Danach gab es einen kurzen Festakt vor dem Kriegerdenkmal, anschließend wurde zum Vereinslokal, dem Gasthof Zehentner (Neuwirt) marschiert.

Dort fand um die Mittagsstunde die Jahreshauptversammlung statt, welche ca. 2 Stunden andauerte. Mit einem Mittagessen wurde vom offiziellen in den gemütlichen Teil übergeleitet.

Der anschließende „Kriegerball“ bildete den Abschluss des Sonntages, dieser war eine Abendveranstaltung. Ab 18 Uhr wurden die Damen eingelassen, um ca. 20 Uhr begann die Musik zu spielen (in den frühen Jahren immer die Ortsmusikkapelle). Der Samstag als Termin für einen Ball war in jener Zeit undenkbar, da sich die Geistlichkeit wegen des schlechteren Kirchenbesuches am Sonntag darüber aufhielt (dies galt im Übrigen auch für Hochzeiten, welche oft z.B. an Dienstagen – also unter der Woche – stattfanden).

Die dunkelste Stunde der Gemeinde

Anfang der 30er Jahre waren fast alle Arbeiter der Gemeinde (vor allem aus dem Ortsteil Bürmoos) arbeitslos, viele Bettler zogen von Hof zu Hof und lebten von Gaben oder Dingen die gefunden wurden, wie z.B. Fallobst. Die Weltwirtschaftskrise machte auch vor Lamprechtshausen nicht Halt, die Gemeinde war am finanziellen Abgrund und wurde im April 1934 durch das Verbot der Sozialdemokratischen Partei zudem praktisch unregierbar.

Diese Notsituation brachte viel Unmut mit sich, so dass sich die Menschen nach „Neuem“ und „Besserem“ umsahen. Obwohl bereits 1933 durch die Regierung Dollfuss offiziell verboten, fand der Nationalsozialismus in der Gemeinde viele Anhänger, das Gedankengut Hitlers begeisterte. Dies führte zu Spannungen in der Bevölkerung, welche schließlich einen Kampf Bruder gegen Bruder hervor riefen, die wohl dunkelste Stunde von Lamprechtshausen.

Die verbotene nationalsozialistische Partei versuchte österreichweit, die politische Führung ähnlich deutschem Vorbild zu übernehmen. Am 25. Juli 1934 wurde Bundeskanzler Engelbert Dollfuß von Nationalsozialisten in Wien erschossen, der bundesweit über mehrere Tage andauernde Juliputsch war im Gange.

 

Das Gasthaus Stadler von der Gemeinde aus gesehen. Foto: Archiv | Alois Fuchs/ Dr. Andreas Maislinger

Das Gasthaus Stadler von der Gemeinde aus gesehen. Foto: Archiv | Alois Fuchs/ Dr. Andreas Maislinger

Das Gasthaus Stadler von der Kirche aus gesehen. Foto: Archiv Alois Fuchs/ Dr. Andreas Maislinger

Das Gasthaus Stadler von der Kirche aus gesehen. Foto: Archiv Alois Fuchs/ Dr. Andreas Maislinger

Der heruntere Saal des Gasthauses Stadler. Postrkarte

Der heruntere Saal des Gasthauses Stadler. Postrkarte

Auch in Lamprechtshausen wartete eine Gruppe von Anhängern auf den Einsatzbefehl, stürmte am Abend des 27. Juli schließlich die Gemeinde und das Postamt und verschanzte sich in den Räumen des Gasthofes Stadler.

Die Aktion wurde tags darauf mit Truppen der Heimwehr – unter denen sich auch einheimische, den Putschisten bekannte Personen befanden – und zweier Kompanien des Alpenjägerbataillons Nr. 3 unter Hauptmann Franz Rosenkranz gewaltsam beendet. Am Morgen des 28. Juli starben dabei an der straßenseitigen Hauswand des Gasthofes Stadler 6 Lamprechtshausner Putschisten und zwei Soldaten des Alpenjäger-Bataillons. Einige weitere wurden schwer verletzt.

Familien in Lamprechtshausen verloren in diesem Bruderkrieg ihre Ernährer oder ihre für die Arbeit am Hofe benötigten Söhne. Hinzu kam die Verhaftung und Einkerkerung der meisten übrigen Putschisten, welche später zu teils langen Haftstrafen verurteilt wurden. Als großer „Engel des Tages“ wird in der Lamprechtshausner Chronik der Oberndorfer Arzt Leopold Kohr genannt. Kohr behandelte an jenem grauenvollen Morgen alle Verwundeten entsprechend der Reihenfolge ihrer Verletzungen und rettete damit gewiss einige Menschenleben.

Über Fresko und Weihespiel

Die politische Situation Österreichs veränderte sich zusehends und mit dem Anschluss Österreichs am 12. März 1938 an Nazi-Deutschland wurden die verachteten Lamprechtshausner Putschisten plötzlich wieder zu Helden. Der Künstler Suitbert Loibisser malte zu ihrer Erinnerung ein Fresko an die hintere Wand der Kirche, dort wo heute das Kriegerdenkmal steht. Hier wurden die Namen der gefallenen Putschisten unter dem Text „Euer Tod – unser Leben, euer Opfer – unser Sieg“ geehrt.

Künstler-AK Lamprechtshausen, Weihespiel 1938, Österreicher mit Hakenkreuzarmbinde

Künstler-AK Lamprechtshausen, Weihespiel 1938, Österreicher mit Hakenkreuzarmbinde

Weiters wurde noch vor dem Krieg von Karl Springenschmied das „Lamprechtshausner Weihespiel“ geschaffen. Ein Volksspiel für Laientheater, geschrieben zur Feier der „Heimkehr der Ostmark“. Das Spiel mit der für über 1000 Gäste extra dafür gebauten Tribüne im Gebiet der heutigen Reitlwaldsiedlung wurde nur zwei Mal (1938 und 1939) aufgeführt, danach verhinderten die fortschreitenden Kriegsereignisse Weiteres.

In der Chronik des Krieger- und Veteranenvereines ist ein Protokoll von der Jahreshauptversammlung vom 14. November 1937 mit einigen Beschlüssen enthalten, darunter findet sich ein etwas später angefügter Text mit den Worten: „Im Jahr 1938 wurde der Verein aufgelöst und von dem deutschen Kyffhäuser Bund übernommen.“

Der Kyffhäuser-Bund, später dann „NS-Reichskriegerbund ‚Kyffhäuser‘ e.V.“ genannt, vertrat im NS-Regime alle ehemaligen Soldaten. Er wurde am 3. März 1943 auf Grund der verlorenen Schlacht von Stalingrad auf Befehl des Führers aufgelöst und das Vereinsvermögen der NSDAP überschrieben.

In Lamprechtshausen „leitete“ den Kyffhäuserbund der Irlbauer Matthäus Schleindl (er war auch Obmann des Krieger- und Veteranenvereins von 1923-1926), sofern man aus dieser Zeit überhaupt von Aktivitäten sprechen kann. Johann Niederstrasser, der eigentliche Obmann des Krieger- und Veteranenvereines, konnte auf Grund seiner politischen Gesinnung hier nicht Obmann sein.

Der Zweite Weltkrieg

Am 1. September 1939 entbrannte der zweite Weltkrieg. Für viele Lamprechtshausner bedeutete dies den Abschied von der geliebten Heimat, von Frau und Familie. In unzähligen Schlachten, an denen praktisch die halbe Welt beteiligt war, starben 60 Millionen Menschen, davon mehr als die Hälfte Zivilisten, Juden oder Angehörige anderer, geächteter Rassen.

Am Ende waren auch in Lamprechtshausen 101 Gefallene oder Vermisste zu beklagen, die „Auf dem Felde der Ehre“ ihr Leben lassen mussten.

Übrig blieb ein besetztes Österreich, aufgeteilt in 4 Besatzungsmächte. Zum Glück – so sagten damals viele – besetzten unsere Gemeinde die Amerikaner (15. amerikanisches Armeekorps). Diese waren weniger grob zur Bevölkerung, stellten Sicherheit und Ordnung wieder her und förderten den Wiederaufbau.

Der Krieger- und Veteranenverein wurde bereits bald nach dem Krieg wieder weitergeführt, als Obmann fungierte wiederum Johann Niederstrasser, Lexbauer aus Riedlkam. Bekannte Traditionen wurden übernommen, wie zum Beispiel der Jahrestag zum Gedenken im November. Im Vordergrund der Aktivitäten stand anfangs die Aufarbeitung der Kriegsereignisse, wozu auch die Unterstützung bei der Suche nach Vermissten gehörte.

Das Heimkehrerkreuz

Viele einzelne Schicksale sind heute noch in der Bevölkerung bekannt, wie zum Beispiel die glückliche Heimkehr von Schneidermeister Franz Scharl, der bereits für tot erklärt gewesen war und dessen Verabschiedung schon stattgefunden hatte oder Niederschriften von den wenigen Heimkehrern aus der besonders harten russischen Gefangenschaft.

Als Dank für eine solche Heimkehr wurde1949 das Heimkehrerkreuz am Haunsberg errichtet. Es waren besonders die rege Initiative des Lamprechtshausner Postbediensten Franz Höfer und des Mechanikermeisters Rudolf Winter, auf welche die Errichtung dieses Kreuzes zurückzuführen ist. Das Kreuz steht nahe der Kaiserbuche und wurde am 26. Mai 1949 unter großer Beteiligung der Bevölkerung der umliegenden Gemeinden eingeweiht. Dieses weithin sichtbare Zeichen des Dankes an eine glückliche Kriegsheimkehr wird von den sogenannten Haunsberg-Kameradschaften Lamprechtshausen, Nußdorf, Obertrum und Anthering bis heute in besonderer Weise verehrt. Details dazu im hinteren Teil dieser Festschrift.

Am 23. Oktober 1949 konnte ein neues Kriegerdenkmal an der Westseite der Pfarrkirche durch Abt Maurus Riha von Michaelbeuern feierlich eingeweiht werden. Das Denkmal kündet seither die Namen der Opfer der beiden Weltkriege von 1914-18 und 1939-45. Da nun beide Weltkriege in einem Denkmal angeführt sind, wurde das „alte“ Kriegerdenkmal obsolet und vom Standplatz am Friedhof entfernt. Wie sich erst vor Kurzem herausstellte allerdings nicht vernichtet, sondern „verwahrt“. Mehr darüber im hinteren Teil dieser Festschrift.

Zur Ehre der Kriegsteilnehmer wurde in Lamprechtshausen (so wie auch in vielen anderen Gemeinden) eine Ehrentafel geschaffen, auf der die Fotos aller Kriegsteilnehmer eingearbeitet wurden. Innerhalb des Lorbeerkranzes sind die Gefallenen und Vermissten festgehalten, außerhalb davon die glücklichen Heimkehrer. Die Tafel befindet sich heute im Archiv des Gemeindeamtes Lamprechtshausen.

Wiedergründung

Offiziell wurde der Verein „Kameradschaft Lamprechtshausen“ erst gegen Ende der Besatzungszeit im Jahr 1954 (wieder-) gegründet, als „Österreichischer Kameradschaftsbund, Landesverband Salzburg, Kameradschaft Lamprechtshausen“. Dies bezeugen die im Original erhaltenen Vereinsstatuten und ein Schreiben der Sicherheitsdirektion von Salzburg vom 3. August 1954.

Vom 8. bis 9. August 1954 feierte die Kameradschaft Lamprechtshausen des 85-jährige Gründungsfest. Am Samstag wurde eine Heldenehrung und ein Schweige-Fackelzug durch den Ort abgehalten, am Sonntag dann eine Feldmesse mit Weihung neuer Fahnenbänder. Als Fahnenpatinnen konnten Anna Zehentner (Neuwirtin) und Maria Heller (Riedlkam) gewonnen werden. Viele Vereine aus den Nachbargemeinden aber auch fernere Gäste wie zum Beispiel die Bauernschützen und die Musikkapelle Bischofshofen nahmen daran teil. Der gesellige Teil des Festes wurde auf die verschiedenen Gasthöfe des Ortes aufgeteilt.

Die Heimkehrerglocke

Am 18. Juni 1961 konnte ein großes und zugleich sehr schönes Fest im Ortsteil Arnsdorf gefeiert werden, an dessen Vorarbeit die Kameradschaft Lamprechtshausen maßgeblich beteiligt war: Das seltene Fest einer Glockenweihe. Unter dem Obmann des „Glockenkomitees“ Sepp Aigner wurde die Kameradschaft dazu gewonnen, sich maßgeblich an der Finanzierung der „Heimkehrerglocke“ zu beteiligen und die Sammlung bei der Bevölkerung mit durchzuführen. Abt Maurus Riha von Michaelbeuern zelebrierte die Weihe und das Aufziehen der Heimkehrerglocke (geweiht der hl. Barbara, Stimmung e1) und der Sterbeglocke (geweiht dem hl. Josef, Stimmung e2) unter reger Anteilnahme der Bevölkerung und im Beisein von 16 Kameradschaften und mehreren Musikkapellen aus der Umgebung. Zusammen mit den beiden bestehenden Glocken (das „a“ stammt aus dem Jahre 1463, dazu noch ein „cis“) ist das Geläute der heimischen Wallfahrtskirche seither vollständig.

Im September 1961 wurde P. Bernhard Schwan zuerst Kooperator, später Pfarrer von Lamprechtshausen. Er war es, der dem Kameradschaftsbund vorschlug, die „Kriegermesse“ am Jahrestag nicht um 10 Uhr separat sondern um 9 Uhr zusammen mit dem Pfarrgottesdienst abzuhalten. Dies wird seither so gehandhabt.

Mit Alois Landertinger wurde 1962 ein neuer Obmann gewählt, der kurz darauf auch die Funktion des Bezirksobmannes der Flachgauer Kameradschaften übernahm. Alois Landertinger war damit bisher der einzige Lamprechtshausner, der im Kameradschaftsbund überregional in leitender Funktion tätig war. Der überaus beliebte Teilnehmer beider Weltkriege, Kaufmann, Jäger und Sänger verstarb unerwartet am 4. Juli 1967 als aktiver Obmann und Bezirksobmann. Bei seiner Beisetzung waren Abordnungen aller Salzburger Kameradschaften anwesend.

Hundert Jahre

Ihm folgte Martin Lang als Vorstand des Vereines. Seine erste große Aufgabe war die Organisation des 100-jährigen Gründungsfestes, welches am 13. und 14. Juli 1968 stattfand.

Das Fest wurde mit einem Totengedenken und einem Fackelzug am Samstag sowie einem Festakt mit Fahnenweihe am Sonntag abgehalten. Vereine aus Salzburg, Oberösterreich und Deutschland feierten zusammen mit den Ortsvereinen auf der „Neuwirtswiese“ und bildeten ein großen Festzug durch den Ort. Der Ausklang fand in schon bewährter Tradition aufgeteilt auf die örtlichen Gaststätten statt. Als Fahnenmutter für die 3. Fahne des Vereines konnte Elisabeth Kreuzeder, Knotzing gewonnen werden. Rosa Gruber und Elisabeth Zauner stellten sich als Fahnenpatinnen ein.

Zu dieser Zeit wurde auch die nunmehrige Tradition eingeführt, Marketenderinnen beim Verein mitmarschieren zu lassen. Die erste Marketenderin des Vereines war Monika Lang (verh. Allmann), kurz darauf folgte Elisabeth Kreiseder (verh. Leitner).

Im Jahre 1969 wurde in der Arnsdorfer Kirche eine große Marmortafel errichtet, wo alle gefallenen und verstorbenen Kameraden von Arnsdorf erfasst sind. Der Kameradschaftsbund beteiligte sich bei der Finanzierung dieser Tafel.

Am 27. Dezember 1970 wurde der letzte „Kriegerball“ veranstaltet. Obwohl schon in den Jahren davor der Ball am Samstagabend oder zuletzt am Stefanietag stattfand, wollte man eine neue und wirtschaftlich lukrativere Veranstaltung haben. Ab 1970 wurde daher das „Gartenfest“ eingeführt, welches unter den Kastanienbäumen des Neuwirtes stets gut besucht war und über die Jahre eine richtig traditionelle Veranstaltung des Ortes wurde. Zur Unterhaltung wurden Komiker oder andere Attraktionen angeboten, die Trachtenmusikkapelle umrahmte stets die Veranstaltung musikalisch.

Später wurde das Gartenfest auch 2-tägig abgehalten, auf jeden Fall aber immer mit Glückshafen und anderen Attraktionen.

Aktives Leben im Verein

1976 wurde in Lamprechtshausen die Gemeinde neu gebaut. Dabei wurde ein Besprechungszimmer für allgemeine Zwecke geschaffen, in welchem seither die Fahne des Kameradschaftsbundes ihren festen Platz hat.

1981 wurde das Gartenfest wegen eines fehlenden Neuwirt-Pächters erstmals beim Strasserwirt in Schmieden abgehalten. Die Tradition, dieses Fest am ersten Wochenende im August abzuhalten wurde von dort an bis heute beibehalten.

Mit einer Spende von 5000.- Schilling beteiligte sich der Kameradschaftsbund im Jahr 1983 an der Errichtung eines elektrischen Geläutes in der Kirche in Arnsdorf, welches im Rahmen der Kirchensanierung eingebaut wurde. Das Fest der Kreuzsteckung wurde 19. Juni durch Erzbischof Dr. Karl Berg zelebriert. Alle Ortsvereine waren anwesend. Die Kirchenrenovierung wurde vom damaligen Pfarrer Dechant P. Bernhard Schwan OSB geleitet, welcher im Herbst jenes Jahres dann die Pfarre Wals übernahm. Ortspfarrer von Lamprechtshausen wurde P. Leopold Strobl.

Ebenfalls im Jahr 1983 war Lamprechtshausen an der Reihe, die Gedenkfeier beim Haunsbergkreuz zu organisieren. Da die Feier alle fünf Jahre stattfindet und sich die 4 beteiligten Kameradschaften bei der Organisation immer abwechseln, trifft die Aufgabe der Organisation nur alle 20 Jahre einmal auf eine Kameradschaft. Diese 10. Gedächtnisfeier am Haunsbergkreuz wurde damals am 9. Oktober 1983 abgehalten.

Bei der Jahreshauptversammlung am 18. November 1984 wurde Josef Zauner, Geigerbauer zu Loipferding als Nachfolger von Martin Lang zum Obmann gewählt.

Vom 20. bis 21. Mai 1989 fand das 120-jährige Bestandsjubiläum des Kameradschaftsbundes mit Fahnenweihe statt. Bereits am Samstag konnten zur Heldenehrung 14 Kameradschaften und 4 Musikkapellen im Ort begrüßt werden, zur Fahnenweihe der 4. Fahne am Sonntag fanden sich dann 53 Gastvereine und 12 Musikkapellen ein. An der Spitze der Ehrengäste konnte der neue Landeshauptmann Dr. Hans Katschthaler von Bgm. Georg Junger begrüßt werden, Landesobmann Karl Röck hielt die Festansprache.

Die Patenschaft für die Fahne übernahmen Fahnenmutter Elisabeth David und die Patinnen Mathilde Niederstrasser und Christine Urbersweiler.

Am 17. November 1991 wurde Johann David, Scharingerbauer zu Schwerting zum Obmann gewählt. Sein Vorgänger wurde gleichzeitig zum Ehrenobmann ernannt.

1995 wurde das Kriegerdenkmal komplett restauriert, es wurden neue Inschrift-Tafeln angefertigt und bestehende Teile gereinigt und neu eingebettet. Die Neu-Einweihung fand am 12. November im Rahmen des Jahrtages des Kameradschaftsbundes statt.

Zusammen mit dem Sportverein veranstaltete der Kameradschaftsbund Lamprechtshausen am 18. Februar 1996 einen großen Faschingszug im Ort. 53 Wagen mit 800 Teilnehmern fanden sich ein, ca. 5000 Zuschauer säumten die Straßen. Alles in Allem ein großer Erfolg für die Veranstalter.

Im neuen Millennium

Matthias Pabinger, der heute amtierende Obmann des Kameradschaftsbundes, wurde im November 2001 gewählt. Bei dieser Jahreshauptversammlung wurden auch die Statuen des Kameradschaftsbundes etwas abgeändert und neu beschlossen.

Am 26. April 2002 fand in Lamprechtshausen eine Angelobung von 800 Soldaten statt. Eingeleitet wurde die Feierlichkeit mit einer Waffenschau des Bundesheeres, danach folgte ein Platzkonzert der Militärmusik Salzburg. Die Angelobung schließlich wurde im Beisein von Landeshauptmann Schausberger, Verteidigungsminister Scheibner und Bezirkshauptmann Mayer durchgeführt. Die Lamprechtshausner Vereine, allen voran der Kameradschaftsbund, wurden in die perfekt organisierten Feierlichkeiten eingebunden.

2002 wurde das erste Mal ein Dorffest anstelle des traditionellen Gartenfestes abgehalten. Der neue Dorfplatz in Mitten des Ortes war der Anlass, dieses Fest in Lamprechtshausen zu feiern. Auch 2003 fand das Fest am Dorfplatz statt, beide Male umrahmte die Musikkapelle den Frühschoppen. Ab dem Jahr 2004 fand dann der Frühschoppen des Kameradschaftsbundes immer beim Sportheim statt.

Am 16. Mai 2004 fand auf dem Haunsberg neben der Kaiserbuche die 14. Gedächtnisfeier „55 Jahre Heimkehrerkreuz“ statt. Neben den Organisatoren aus Lamprechtshausen waren alle Haunsberg-Kameradschaften sowie die Musikkapelle Lamprechtshausen und die Stille-Nacht Prangerschützen Arnsdorf anwesend. Militärkaplan Albrecht Tagger zelebrierte die hl. Messe, die Veranstaltung stand unter dem Ehrenschutz von Bezirkshauptmann HR Mag. Reinhold Mayer und Bezirksobmann Obst. i. R. Ludwig Sissulak.

Im Jahr 2004 wurde auch die Pfarrkirche Lamprechtshausen innen saniert und eine neue mechanische Kirchenorgel von der Fa. Mertel angeschafft. Die Finanzierung wurde von den Ortsvereinen maßgebend unterstützt, auch der Kameradschaftsbund beteiligte sich mit einer großzügigen Spende. Das Fest der Orgelweihe wurde am 4. Juli begangen, Weihbischof Jakob Mayer segnete die neue „Königin der Instrumente“ unter der Beteiligung aller Ortsvereine im Rahmen einer gelungenen Festmesse. Der Ausklang fand bei Kaiserwetter im Rahmen des Waldfestes statt.

Am 1. Mai 2005 wurde die neue Kaiserbuche gesetzt, nachdem der historische Baum durch einen Sturm entwurzelt worden war. Die Baumpflanzung wurde von Otto von Habsburg vorgenommen. Viele Besucher verfolgten aufmerksam die sehr gelungene Festansprache des 93-jährigen. Neben zahlreichen Ehrengästen waren auch die 4 Haunsberg-Kameradschaften mit ihren Bürgermeistern anwesend. Die Messe zelebrierte Abt Nikolaus Wagner von Michaelbeuern.

Im Februar 2006 fand erneut ein Faschingsumzug in Lamprechtshausen statt, der durch den Sportverein und den Kameradschaftsbund organisiert wurde. Wieder säumten tausende Schaulustige die Strassen von Lamprechtshausen, auch der leichte Schneefall konnte dem närrischen Geschehen keinen Einhalt gebieten.

Der Kameradschaftsbund heute

Heute – im Frühjahr 2009 – ist der Kameradschaftsbund Lamprechtshausen reich an Mitgliedern, die mit viel Energie das Jubelfest der 140-jährigen Gründung vorbereiten. Das erste Kriegerdenkmal wird wieder ins Licht gerückt und die alte Fahne restauriert. Viele Menschen werden erwartet, um mit dem Jubelverein und dessen Ort gebührend zu feiern.

Von der Gründung im Jahr 1869 bis heute sind 14 Jahrzehnte vergangen. Mehrere Generationen unserer Väter haben die Strassen des Ortes bevölkert und viele schöne aber auch schwere Zeiten durchlebt. Immer wieder kamen sie unter dem mächtigen Martinsturm von Lamprechtshausen zusammen, um der Vorgänger zu gedenken ihnen ihren Dank zu erweisen.

Jener Martinsturm hat wohl auch am deutlichsten die Veränderungen gesehen, die der Ort Lamprechtshausen und dessen Bevölkerung in diesen 14 Jahrzehnten durchlebt haben. Aus dem Kaiserreich wurde eine Demokratie, aus dem einfachen Bauerndorf Lamprechtshausen eine wirtschaftlich gesunde Landgemeinde mit hervorragender Infrastruktur und viel lebenswertem Freiraum für die Bevölkerung.

Technologie und Fortschritt haben den Lebensstil der Bewohner verändert und ein funktionierendes Sozialsystem mit Wohlstand und Absicherung für jeden einzelnen scheinen den ehemaligen Motiven und Leitsätzen des „Krieger- und Veteranenvereines“ jede Grundlage zu entziehen.

Dennoch müsste eigentlich gerade nach der jüngsten Weltwirtschaftskrise jedem klar sein, dass absolut gar nichts ewig währt, dass nach jedem Aufstieg ein Fall kommen muss und dass Glück und Wohlstand schließlich nur dort möglich sind, wo Frieden herrscht.

Mahnend für den Frieden einzustehen, den Frieden als höchstes Gut einer Gesellschaft zu erhalten und die Menschen auf diese Fakten hinzuweisen sind wiederum alles Grundgedanken des Kameradschaftsbundes, auch jene des jubilierenden Vereines von Lamprechtshausen.

Mit dem Wunsch nach immerwährendem Frieden möchte ich als Autor dieser Festschrift diesem, meinem Kameradschaftsbund alles Gute für die Zukunft wünschen und mich innerlich gleichzeitig bei jenen „Altvorderen“ bedanken, die diesen Frieden für mich und meine Mitmenschen – auch unter Hingabe des eigenen Lebens – möglich gemacht haben.

Erste Veröffentlichung im Frühjahr 2009 auf der HP des Kameradschaftsbundes Lamprechtshausen.
Publikation in der DZ mit Erlaubnis des Autors.




Laufener Landweizen: Spitzenwerte für Natur und Gesundheit!

Pressemitteilung Nr. 06/17 
der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen/ Obb. vom 12. 7. 2017

Die wiederentdeckte Weizensorte Laufener Landweizen ist ein besonderes Korn. Das wurde gestern, 11. Juli 2017, bei der Vorstellung der Ergebnisse aus dem EuRegio- Projekt „Laufener Landweizen“ deutlich. Der 2. Runde Tisch fand in Laufen unter Anwesenheit von Landwirten, Bäckern, Müllern, Vermarktern und regionalen Akteuren statt. Eingeladen hatte die Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) gemeinsam mit der Biosphärenregion Berchtesgadener Land und dem österreichischen Bioverband Bio Austria.

Ziel des Projektes ist es, den Laufener Landweizen in der Region als eigene Marke zu etablieren. „Der Laufener Landweizen ist nicht nur eine Abwechslung in unserer Landschaft, er steht für biologischen Anbau, Artenreichtum und jetzt ist er auch noch gesund – was will man mehr?“ fasste Projektleiter Dr. Wolfram Adelmann Projektergebnisse zusammen.

Interessiert horchten die zahlreichen Teilnehmer des runden Tisches den Präsentationen der Projektergebnisse. (Foto: Biosphärenregion Berchtesgadener Land)

Interessiert horchten die zahlreichen Teilnehmer des runden Tisches den Präsentationen der Projektergebnisse. (Foto: Biosphärenregion Berchtesgadener Land)

Gleich mehrere gesunde Inhaltsstoffe sind absolute Spitze. „Der Laufener Landweizen ist ein Juwel für die Ernährung!“, so die Ernährungswissenschaftlerin Gabriele Pfeffer über die ersten vorliegenden Ergebnisse.

Der Laufener Landweizen besitzt wie der Urweizen noch lange Grannen. (Foto: ANL)

Der Laufener Landweizen besitzt wie der Urweizen noch lange Grannen. (Foto: ANL)

„Wir haben Spitzenwerte bei den Carotinoiden gemessen – den zwölffachen Wert gegenüber Standardweizen!“ Aber auch Silicium, essentielle Aminosäuren und weitere gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe sind deutlich erhöht. In modernen Sorten sind diese zu Gunsten des höheren Ertrags verloren gegangen.

Auch die weiteren präsentierten Ergebnisse stimmen hoffnungsvoll: Die Expertin für historische Getreidesorten, Margarita Kwich, stellte zur Herkunft und möglichem Alter des Landweizens dar: „Auch wenn es nicht auf das Jahr genau zu definieren ist, der Laufener Landweizen ist bislang die einzige unverzüchtete Regionalsorte des Weizens.“ Vor dem Hintergrund, dass weltweit Kultursorten verschwinden, eine Besonderheit. Er wurde kürzlich auch in die Rote Liste der gefährdeten einheimischen Nutzpflanzen aufgenommen.

Für die ANL präsentierte Leonie Freilinger die Ergebnisse der ökologischen Studie: „Nur im biologischen Anbau kann der Laufener Landweizen auch Platz für die Natur bieten – dann aber ist er eine bunte Mischung für fast 70 verschiedene Ackerwildkräuter – darunter auch hoch bedrohte Arten, wie die Kornrade oder der Feldrittersporn!“. Die junge Wissenschaftlerin betonte ausdrücklich, dass nur durch die gute jahrelange Vorarbeit der Biobauern sich diese Arten in der Region und somit auch im Laufener Landweizen halten können. Schlechte Noten gab es für den konventionellen Anbau, der intensive Pestizideinsatz lässt die gesamte Nahrungskette von Pflanzen, Insekten und Vögeln verarmen.

Nach den Vorträgen wurde ein Feld des Laufener Landweizens besichtigt und die letzten blühenden Ackerwildkräuter unter die Lupe genommen. (Foto: Biosphärenregion Berchtesgadener Land)

Nach den Vorträgen wurde ein Feld des Laufener Landweizens besichtigt und die letzten blühenden Ackerwildkräuter unter die Lupe genommen. (Foto: Biosphärenregion Berchtesgadener Land)

Schließlich konnte sich das Publikum selbst ein Bild des Laufener Landweizens in Natura machen. Bei einer Feldbesichtigung in Untereching bei Salzburg mit Landwirt Manfred Eisl wurden die letzten blühenden Ackerwildblumen inmitten hoher Ähren bestaunt, während die langen Grannen des Weizens im Wind raschelten.

So endete die Veranstaltung im Konsens darüber, dass der Anbau des Laufener Landweizens biologisch erfolgen muss. „Nur so kann er für die Natur und den Menschen seine positiven Merkmale entwickeln“, schloss Dr. Adelmann die Veranstaltung. „Wichtig ist die enge Zusammenarbeit von engagierten Biobauern und Handwerkern, wie Bäckern und Müllern – nur so kann der Laufener Landweizen optimal für die Region genutzt werden.“

Alle Projektergebnisse finden Sie auf der Homepage der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege.

Das EuRegio-Projekt „Laufener Landweizen – Entwicklung eines Markenkerns“ wird gefördert von der Europäischen Union mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (INTERREG Programm Österreich- Bayern).

Der Laufener Landweizen in der Dorfzeitung:

Der Laufener Landweizen, ein Projekt mit Zukunft
Roggenes Hausbrot vom Esserbauern




Darf man heute noch verreisen und auf den Terror pfeifen?

Wer in der Salzburger Blogger Szene unterwegs ist, der kennt den provokanten Ü30-Blog „Gefährlich Ehrlich“ und an Anlehnung an den Blog habe ich auch meinen Titel gewählt. Und warum jetzt auf einmal etwas nicht technisches? Einfach weil es mich bewegt und mich seit dem 6. Juni beschäftigt.

Clemens GullVon Clemens Gull

Klar ich springe jetzt mal schnell auf ein beliebtes Thema auf: Terror & Anschläge. Aber das darf man doch, oder nicht? Und wer jetzt einen längeren Text erwartet der hat recht und liest weiter. Wer aber blutrünstige Bilder erwartet, der wird gleich mal enttäuscht sein. Aber alle die es interessiert, lesen es und erfahren meine Gedanken dazu, nachdem ich durch eine – sagen wir gefährliche Situation – gestolpert bin und Fragen stelle und Antworten suche.

Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben!

Also mich hat es direkt getroffen. Nein glücklicherweise nicht im wahrsten Sinne des Wortes, das war wer anderer, aber gut 100m hinter mir. Reiner Zufall, dass ich Anfang Juni in Paris war. Ich freue mich immer auf meine Lieblingsstadt, manchmal bin ich eben auch beruflich dort. Reiner Zufall, dass ich um rund 16:30 vor Notre-Dame unterwegs war. Wie das Leben halt so spielt… und genau so lebte und lebe ich noch immer: Lass dir von keinem Fanatiker was vorschreiben.

Klar machst du dir selbst Gedanken, wenn jeden Tag in irgendeinem Eck von Europa irgendein Typ (ich gendere mal nicht) mit irgendeinem Mittel versucht Menschen umzubringen. Darf ich eigentlich nach Paris fliegen oder wird es mich erwischen? Und wenn ich dort bin, darf ich auf die Champs-Élysées gehen? Oder werde ich angezündet, überfahren oder erschossen. Wie sieht es aus, darf ich überhaupt dort hin, wo mehr als 20 Menschen zusammen sind? All diese Fragen die einem durch den Kopf geistern und verzweifelt eine Antwort suchen. Klar keiner will vorzeitig ins Gras beißen! (Aber was ist vorzeitig?) Aber auch niemand will sein Leben im Hochsicherheitsbunker verbringen. Also machen wir weiter und das ist gut so!

Wir gehen auf Konzerte, zu Fußballspielen, in Vergnügungsparks, besuchen Museen und Sehenswürdigkeiten, sind in der ganzen Welt unterwegs und nehmen jeden einzelnen Moment in uns auf und sammeln schöne Erinnerungen! Denn ich lasse mir mein Leben nicht von irgendwelchen Fanatikern vorschreiben.

Die Polizei sichert Notre-Dame in Paris

Die Polizei sichert Notre-Dame in Paris

Und dann geht es rund!

Wie gesagt, da gehe ich zur falschen Zeit über den falschen Platz. Stimmt eigentlich nicht, es war nichts falsch daran! Es war wie so oft zu vor. Ich komme vor dem Rathaus aus der Unterwelt der Métro und trabe über den Place de l’Hôtel-de-Ville Richtung Seine. Wie immer geht ein leichter Wind und die warme Frühsommer-Sonne ist so was von angenehm. Dieses Mal ist der Platz aber nicht frei, sondern überall stehen Absperrgitter herum und behindern die Menschen. Nur damit keiner mit dem Auto auf den Platz rast.

Ich denke mal kurz darüber nach, was wäre wenn jetzt wirklich. Ach Blödsinn, wer ist so verrückt und will hier einen Anschlag verüben. Wie immer ist die Ampel rot und die Menschenmenge huscht und hetzt zwischen den fahrenden Autos rüber zur Pont d’Arcole. In Paris ist einfach nie Zeit eine rote Ampel abzuwarten. Und schon bin ich auf der Île de la Cité. Gehe ich auf der linken Seite und quäle mich durch Touristen und den passenden Shops oder lieber die rechte Seite entlang des Krankenhauses zwischen Reisegruppen durchtraben. Heute nehmen wir mal die Geschäftszeile, einfach aus Lust und Laune. Alles ist wie immer, ich rieche die Crêpes und Gauffres, es hängen die üblichen I <3 Paris Pullis und Shirts herum und die Touristen sind fleißig am Souvenir shoppen.

Notre-Dame-de-Paris

Notre-Dame-de-Paris

Da liegt schon Notre-Dame vor mir. Die Kathedrale beeindruckt mich immer wieder. Gleichzeitig so wuchtig und fragil. Wie immer ist viel los auf dem Platz davor. Eine endlos lange Menschenschlange wartet geduldig auf den Besuch der Kirche. Neu sind die Granitblöcke, dass nur ja kein Auto durch die Menschen brettert. Da blitzt er auf, der Gedanke an einen Attentäter. Der ist aber genau so schnell wieder weg. Du schaust ein paar Polizisten in die Augen und ignorierst die Soldaten auf dem Platz. Die gehören ja schon jahrelang zum Straßenbild. Jetzt durch einen Menschentraube durchgehen und ich höre etwas hinter mir schreien. Ist ja nicht ungewöhnlich, da sind hunderte Menschen und einer schreit immer. So und jetzt endlich auf der kleinen Pont au Double, mein Bistro schon im Blick und in Gedanken bei einem Espresso. Und plötzlich, von einer Sekunde auf die andere bricht die Hölle los.

Ich höre einen lauten Knall, das Gehirn läuft auf einmal auf Hochtouren: Das war doch ein Schuss? Und zur Bestätigung ein zweiter noch danach. Und dann weißt du wie schnell Menschen sein können. Glücklicherweise nicht alle, aber ein Teil war mal unterwegs und das ziemlich schnell. Es dauert schon ein paar Momente bis du realisierst was wirklich los ist. Aber dann mal ab durch die Mitte und schauen das du wegkommst. Ja so habe ich es erlebt und irgendwie war es surreal.

Darf man jetzt einen Espresso trinken?

Der Blick aus dem Bistro

Der Blick aus dem Bistro

Ja darf man! Jetzt war es mir mal wichtig runter zu kommen und wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Dann mal alle verständigen, die wissen wo man ist, damit sich niemand zu große Sorgen macht. Eigentlich wusste ich erst danach was wirklich passiert war. So richtig bekommst du es eigentlich nicht mit.

Und dann, wie schaut’s aus? Wollte ich nicht einen angenehmen Abend in meinem Lieblingsbistro verbringen? Ein wenig in einem Graphic Novell lesen und einfach den lauen Abend genießen. Darf ich das jetzt überhaupt?

Ja ich darf es und ich denke jeder soll es. Hey schau rüber zur Kathedrale. Die Sonne scheint, es ist warm, es ist super den Moment zu genießen. Mist aber da ist niemand, alle sind weg. Äh sind von der Polizei mal weggeschickt worden. Der Platz, das Viertel ist abgesperrt, irgendwer ist sicher verletzt worden und die Leute in der Kirche dürfen auch nicht raus. Also darf ich das?

Ja und ich will es sogar. Nennt mich ignorant und egoistisch, aber ich bin am Leben und will mir die schönen Momente nicht von irgendeinem Fanatiker vermiesen lassen.

Darf man jetzt zum Alltag übergehen?

Ja und Nein. Wenn wir uns immer weiter einigeln und noch mehr Gitter, noch mehr Granitblöcke, noch mehr Absperrungen und noch noch noch mehr Sicherheitsmaßnahmen ergreifen dann haben wir eh keinen Alltag mehr. Letztes Jahr konnte ich noch den Platz unter dem Eiffelturm besuchen. Ja kann ich heute auch noch, aber erst nach einer kompletten Securitykontrolle.

Ist das nicht Wahnsinn? Ja ist es – aber von beiden Seiten. Die Fanatiker verbreiten ihren Wahnsinn und terrorisieren uns ihm wahrsten Sinne. Ach pfeif‘ auf die paar Verletzten und Toten! Nein ich meine es nicht pietätlos, sondern aus einer anderen Sicht. Es könnten viel mehr Menschen umgebracht werden und jeder einzelnen ist einer zu viel.

Aber es reicht ein Angriff mit einer Machete, einem Hammer oder einen PKW und schon schränken wir uns noch weiter ein. Das ist für mich der wahre Terror! Kein Eintritt mehr in die Kirchen ohne Kontrolle, öffentliche Plätze werden abgesperrt, in Supermärkten wird gleich mal kontrolliert. Aber nicht die bösen Jungs, sondern alle quer durch. Wir lassen uns den Terror aufzwingen und opfern unsere erkämpften Freiheiten.

Fotoshooting nach dem Anschlag vor Notre-Dame in Paris

Fotoshooting nach dem Anschlag vor Notre-Dame in Paris

Der Platz vor Notre-Dame war ein paar Stunden nach dem Anschlag noch menschenleer. Nein die ersten mutigen kommen zurück und nutzen ihn für den schönen Moment und für Erinnerungen. Also gehen wir zum Alltag über und leben, lieben, lachen, weinen und sind einfach glücklich. Aber wir müssen ja nicht gleich ein paar Minuten oder auch Stunden nach so etwa gleich wieder weitermachen.

Die rue d’Arcole ist nach dem Anschlag wie ausgestorben

Die rue d’Arcole ist nach dem Anschlag wie ausgestorben

Mich hat es schon berührt und erschreckt, wieder zurück zur Métro zu gehen. Soll ich genau schauen, wo was passiert ist? Darf man Fotos machen? Nein darf man nicht! Darum gibt es auch keine Bilder hier, die „irgendwas“ zeigen. Ich denke, dass manches nicht fotografiert werden muss und wenn doch, nicht überall gezeigt werden muss. Aber normalerweise ist der Platz voller Leben, die Bistros brummen, du siehst müden aber beeindruckte Touristen, Menschen die lachen, Pärchen bei einem Glas Wein im Bistro, einfach das volle Leben an einem lauen Frühsommerabend, aber heute…

Heute ist da nichts! Ein paar ruhige und in sich gekehrte Menschen sind noch unterwegs, ein paar Absperrbänder der Polizei flattern noch im Wind und erinnern was passiert ist. Und das war’s! Sie haben es wieder geschafft. Alles wie ausgestorben und unser Alltag ist verschwunden. Aber das ist gar nicht so schlimm. Nein man darf nicht immer sofort zum Alltag übergehen. Ein Moment des Innehaltens muss schon sein. Der persönliche Moment vielleicht bei einem Café und der gesellschaftliche Moment, wo mal keine Geschäfte gemacht werden.

Darf man jetzt noch verreisen?

Der Nullpunkt vor Notre-Dame

Der Nullpunkt vor Notre-Dame

Ja darf man! Verdammt hören wir doch auf uns zu Tode zu fürchten. Tanzen wir auf den Plätzen, Lachen wir jeden an der uns begegnet und lassen uns nicht unser Leben nehmen. Ich bin einfach nicht bereit, nicht mehr in Bistro zu gehen. Ich bin noch nicht bereit nur mehr in Salzburg zu bleiben. Ich will einfach noch hunderte Konzerte in Bataclan, in La Cigalle, in Zenith, in der Olympiahalle in München, in der Stadthalle in Wien oder am Residenzplatz in Salzburg oder sonst wo hören, sehen und genießen.

Ist der Nullpunkt erreicht oder sind wir schon darüber hinweg? Ach pfeif darauf! Es wird noch schlimmer werden, das ist sicher. Die einen denken sie können nur mit Gewalt was erreichen. (Hat übrigens schon wer einen Tatsachenbericht über die 72 Jungfrauen, das Paradies oder die anderen Wohltaten bekommen?). Die anderen denken das kann man nur mit mehr Kontrolle verhindern. Habe ich mehr Angst vor den Attentätern oder mehr vor dem Big-Brother-Verhalten unserer Staaten?

Ich pfeif auf beide! Die einen sollen sich in die Luft sprengen wo sie wollen! Es kann mach eh überall erwischen, die Anschläge beschränken sich ja nicht mehr auf die Großstädte. Die anderen sollen mich halt überwachen.

Nein, ich denke nicht das es egal ist. Aber irgendwann werden wir oder vielleicht erst unsere Kinder diese Politiker mit nassen Fetzen verjagen und dann ist der Überwachungsspuk wieder vorbei. Bis dahin (wann/wo/wie auch immer das Ende sein wird) werde ich leben und das in vollen Zügen!

Ja, man darf verreisen!
Ja, man darf den Terror ignorieren!
Ja, du darfst einfach leben und das mit aller Kraft und allem Glück!

Konzert von Tove Lo in La Cigalle, Paris im März 2017

Konzert von Tove Lo in La Cigalle, Paris im März 2017

Ja, man darf Erinnerungen sammeln!

Feuerwerk am Nationalfeiertag beim Eiffelturm in Paris

Feuerwerk am Nationalfeiertag beim Eiffelturm in Paris

Hinweis:
Dieser Text und die Bilder wurden erstmals auf Guru 2.0 veröffentlicht. Das Copyright des Beitrages liegt bei Clemens Gull, das der Bilder bei Microble.




Bürmoos Journal Ausgabe 1 – März 1990

Vom Bürmoos Journal herausgegeben von Alois Fuchs jun. hat es nur wenige Auflagen gegeben. Die Erstausgabe erschien im März 1990, die Thermen waren bunt und bürmoosbezogen. Finanziert wurde diese Zeitung von der lokalen Wirtschaft.

Von Karl Traintinger

Bemerkenswert sind auch die Inserate von Firmen, die heute niemand mehr kennt: Stiegl-Gasthof Unfried, Salon Romana, Cafe-Restaurant Rückl, Hager – Haus der Mode, um nur einige Beispiele zu nennen. Wer kann sich noch an die Bürmooser Nachwuchsband „Monkys“ erinnern? Die Bandmitglieder damals waren: Markus Thaller, Markus Juhn, Hans-Jürgen Gmeilbauer und Gerald Kreuzer.

Über einen Jahrhundertsturm wurde ebenso berichtet wie über den Brieftaubenverein „Glück auf – Salzachbote“.

Bürmoos Journal 1990

Wir von der Dorfzeitung haben diese Erstausgabe für Interessierte online gestellt.
PDF Download:  Buermoos-Journal Ausgabe 1