Neues, 300 Jahre altes Dorfwirtshaus

Große Reise nach 300 Jahren: Jetzt „übersiedelt“ der Hellbauernhof

Göming: Der Spatenstich zur Abtragung und zum Wiederaufbau ist am 26. Februar 2011

Die Gemeinde Göming im Salzburger Flachgau hat seit über 30 Jahren kein Wirtshaus. Dafür aber den wunderschönen, uralten Hellbauernhof. Dieser wird nun abgetragen und zum Glanzpunkt eines neuen, lebendigen Dorfzentrums. Dort, am Bauplatz direkt neben dem Gemeindezentrum Göming, erfolgt der Spatenstich am Samstag, den 26. Februar 2011 um 12 Uhr 30.

Dieser rund 300 Jahre alte Bauernhof ist einer der letzten Zeugnisse alter original erhaltener Flachgauer Baukultur. Mit 1. März ist nun Baubeginn. Dann wird der Hof abgetragen und rund einen Kilometer weiter, angrenzend an das Gemeindezentrum Göming, wieder aufgebaut. „Landhaus Hellbauer“ – so der Name für das Bauwerk – wird ein behagliches Ambiente schaffen, für Menschen wird es ein Ort der Geselligkeit, Kultur und Kommunikation. Aufgebaut zwischen den Siedlungsgebieten Göming Südost und den Salitergründen, entsteht dort ein neues Ortszentrum mit Festplatz. Einen besonderen Reiz macht die Symbiose von uraltem Holzbau mit dem modernen, angrenzenden Gemeindezentrum aus.
Die Räume im Ober- und im Dachgeschoß des Hellbauernhauses sind für Museumszwecke, Ausstellungen, Lesungen, Vereinstätigkeiten Kindervolkstanz vorgesehen. In einem Anbau entsteht ein Gastronomiebetrieb. Damit geht auch ein Wunsch vieler Göminger nach einem eigenen Wirtshaus in Erfüllung. In den 1970er Jahren schloss nämlich der letzte Göminger Gastwirt.

Im Verzeichnis der Kulturdenkmäler Österreichs ist der Hellbauernhof als baukulturell wertvolles Objekt ausgewiesen. Niedrige Räume und Türen sowie kleine Fenster verhinderten im Inneren einen unnötigen Wärmeverlust, große Glasfenster waren überdies teuer. Der schmucke Hof ist ein sogenanntes Mittelflurhaus: Der Flur liegt in der Mitte, eine gerade Stiege führt zu den Schlafräumen. Im Parterre liegen rechts und links die Räume, so die Stube, ein Vorratsraum, die Küche, ein kleines Ausgedingezimmer. Wolle wurde gesponnen, das Essen kam aus der eigenen Landwirtschaft. Der rasante technische Fortschritt und der tiefgreifende soziale Wandel nach dem Zweiten Weltkrieg änderte das Leben auch im Bauernhaus. Auf dem Weg in die Freizeit- und Erlebnisgesellschaft spezialisierten sich die Landwirt auf wenige Produkte, das andere begannen sie zuzukaufen.

C+W Schweinöster

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3 Kommentare zu "Neues, 300 Jahre altes Dorfwirtshaus"

  1. wunderbar!! das nenn ich innovativ!

  2. Manfred Fischer, Ostermiething | 23. Februar 2011 um 17:07 |

    Anregung …
    Finde das Projekt super!
    Bitte achtet beim Neuaufbau aber darauf, dass der Bauernhof für behinderte Menschen barrierefrei zugänglich wird. Ist zwar ein historisches Gebäude, dass muss aber nicht heißen, dass Barrierefreiheit nicht möglich ist. Es gibt viele positive Beispiele.
    Wenn historische Gebäude nach einem Umbau nicht barrierefrei zugänglich sind, ist das meist nur auf Fantasielosigkeit zurückzuführen.
    Gerade wenn der Hof zu einem Treffpukt für Gömng werden soll, muss auf Barrierefreiheit geachtet werden. Denn: Dort sollten ALLE Gemeindebürger wilkommen sein -> Mütter und Väter mit Kinderwägen, Sportler mit Gipsfuß, ältere Gemeindebürger mit mobilitätseinschränkungen, Menschen im Rollstuhl, u.v.a. mehr.

  3. Ich freue mich auf ein bodenständiges Wirtshaus, in dem man vielleicht sogar Würstl mit Saft oder Saure Nierndln bekommt, wäre super. Die Schinkenkäsetoasts hängen mir schon bei den Ohren heraus!
    Otto

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