Die Lachmöwe, ein neuer Speisevogel im Flachgau

Nach längerer Zeit ist im nördlichen Flachgau die Population der Lachmöwen (Chroicocephalus ridibundus, Syn. Larus ridibundus) groß genug geworden, sodass die Vögel bejagd werden können. (Siehe auch Schonzeitentabelle in den Verordnungen zum Jagdgesetz) Erste Schießversuche gab es bereits im letzten Frühling (ORF-Bericht), es wurden über 300 Tiere erlegt. Von Seiten der Jägerschaft wird noch überlegt, was die offizielle Jagdtrophäe bei den Möwen werden soll, andiskutiert wurden Federn.

Einen wesentlichen Beitrag zur Populationsvermehrung leistete das Vogelparadies Weidmoos, ein von den Anrainergemeinden, dem Land und der EU getragenes Vogelschutzprojekt. Kannte man in früheren Jahren die Möven nur im Winter aus der Stadt Salzburg, so findet man sie heute in riesigen weißen Scharen das ganze Jahr über auf den Feldern im nördlichen Flachgau. Mittlerweile gibt es mehr als 700 Brutpaare, hört man von Kennern des Weidmooses (Info: Lachmöwen – Fluch oder Segen)). Auch zahlreiche sehr seltene Vogelarten sollen sich nach der Meinung von Fachleuten in großen Möwenkolonien wohl fühlen.

Kulinarisch ist die Möwe irgendwo zwischen Stubenkücken, Wachtel und Taube (Chefkochsuche) einzuordnen. Bei den örtlichen Wirten wird die Möwe höchstwahrscheinlich ab kommenden Herbst auf der Speisekarte zu finden sein, zur Zeit läuft die Verkostung von verschiedenen Rezepten, berichten gewöhnlich gut informierte Quellen in Touristikkreisen.

Neben der Fleischnutzung der Vögel denken manche Experten auch an die zukünftige Guanoproduktion für Biobetriebe. Fressen die Möwen ausschließlich Biogetreide, dürfte es mit dem biologischen Dünger auch kein Problem geben. Einziges Problem könnte der durch Fressverluste etwas höhere Saatgutbedarf sein,
meint ein grinsender Spaziergänger.

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Der Spaziergänger
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8 Kommentare zu "Die Lachmöwe, ein neuer Speisevogel im Flachgau"

  1. So ein Schwachsinn! Soweit ich mich erinnern kann, hat es bei uns noch nie so viele Möwen gegeben und wo ein Schwarm einfällt, kacken sie alles zu! Ich kann mir nicht vorstellen, dass das nur gute Seiten hat und nichts anderes verdrängt wird. Möwen ja, aber nicht so viele!
    Hanns

  2. Schon interessant, dass es für Möwen eine Schonzeit gibt, das heißt dann, außerhalb dieser Schonzeit dürfen die Vögel abgeschossen werden. Weidmannsheil und vogeltot!
    Sepp

  3. Dann können weniger betuchte Weidmänner und Weidfrauen in Zukunft eine Jagdreise nach Lamprechtshausen oder St. Georgen buchen und dort ihrem zweifelhaften Vergnügen nachgehen. Für Geld kann fast alles überall auf der Welt erschossen werden, heißt es; warum nicht auch Möwen im Weidmoos.

  4. Wieso denkt sich niemand etwas dabei, wenn Wachteln, Tauben, Stubenkücken, Gänsestopflebern und ähnliches gegessen werden? Möwen werden vermutlich auch nicht viel anders schmecken. Den Wirbel um diese Vögel verstehe ich nicht wirklich. Die Wiener essen sogar das Schweinehirn und von den Chinesen hört man ja auch so einiges.

  5. Otmar Hutya | 31. März 2011 um 09:26 |

    Die Möwen sind Zivilisationsfolger und eben in der Zivilisation dort anzutreffen wo viel Dreck ist, den sie fressen. (Bin bei einer Mülldeponie in Danzig vorbei gefahren – sensationell: Möwen – Myriaden!) Bei all ihrer Eleganz im Flug und weißen Schönheit sind sie die Ratten der Lüfte. Inzwischen sehr resistent und demnach Überträger der furchtbarsten Sachen, wie eben auch die Ratten. Die Ratte an sich ist auch ein wunderbares Tier. Elegant und perfekt in der Bewegung sowie wunderbar gefärbt wie ein Reh oder ein niedliches (Oster)Haserl und intelligent. Der gut bekannte Veterinär im Flachgau wird den Vogerln wohl seinen Stempel aufzudrücken haben.

  6. Raphaela Vital Raphaela Vital | 1. April 2011 um 08:46 |

    Die Flachgauer Jäger machen offensichtlich den singvögelschießenden Italienern Konkurrenz! Ich kann mir nicht vorstellen, auch nur eine Möwe zu essen. Wahrscheinlich findet man im Lamprechtshausener Dorfwirtshaus bald eine gefüllte Möwe mit Rotkraut nach Weindmoosart auf der Speisekarte, wundern würde es mich nicht.

  7. Ein Bekannter hat mir erzählt, dass man Möwen durchaus essen kann, sie schmecken nur etwas tranig. Dazu fällt mir dann die chinesische Küche ein, wo immer wieder mit Fischsaucen gearbeitet wird. Vielleicht wird Möwenfleisch ein Exportschlager nach Schanghai?

  8. Hanns Mayr Hanns Mayr | 1. Mai 2013 um 18:30 |

    Die Bürgermeisterschwalben haben noch nie einen Schaden angerichtet und werden dies auch in Zukunft nicht tun, bei meiner Ehr als Weidmooskenner. Ausserdem habe ich gehört, es soll WaidmännerFrauen geben, die die Möweneier einsammeln für eine große Eierspeis für die Kiebitze, die Probleme mit dem Nachwuchs haben. Angeblich fressen die Möwen ja die Kiebitzeier nicht, sie sind nur weg, die Eier. Es sind auf den Feldern die jungen Kiebitze seit geraumer Zeit extrem selten geworden, hört man da und dorten.

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