Jango Edwards „Classics“ im Kleinen Theater

Foto: Kleines Theater

Foto: Kleines Theater

Jango Edwards ( geb. 1950) wurde als „ King of Fools“ angekündigt. Vielen Österreichern ( mir leider nicht) ist er wahrscheinlich aus der Show „Tohuwabohu“ ein Begriff.
Ich ging also ganz unbedarft zu dieser Vorstellung. Als mich eine Bekannte vor dem Theater davor warnte , mich in eine der vorderen Reihen zu setzen, wurde ich ein bisschen hellhörig.
Aber bei Weitem war ich nicht auf das gefasst, was dann kam.

Der erste „ Act“ von Jango bestand darin, einer der Zuschauerinnen in der ersten Reihe die Beine zu spreizen und Kopulationsbewegungen zu machen. Dabei redete er in einem amerikanisch-österreichischen Kauderwelsch von seinem „Schwonz“ und davon, was er alles mit diesem gerne machen würde. Nachdem er mehrere andere (unglückliche)Zuseherinnen ableckte (you´ve been licked by Jango!!), startete er seinen Sketch über das Biertrinken ( man schüttelt es und spritzt es sich in Mund, Nase, unter die Achseln und an alle möglichen anderen Körperöffnungen). Den Rest verteilte man über das Publikum.

Dann folgte eine weitere geschmackvolle Pantomime: „Besoffener muss pinkeln“. (Genaueres erspare ich Ihnen). Zwischendurch versuchte er zu singen und verschluckte dabei fast das Mikrofon , wobei er grausliche Geräusche machte- das nennt sich Mikrofonartistik. (Wahrscheinlich muss das Mikrofon jetzt sterilisiert werden, desinfizieren reicht da sicher nicht). Besonders nett war auch die Einlage, bei der Eier mittels Porzellanteller zertrümmert und in die Zuschauer gespritzt wurden. Die Teller wurden anschließend an den Wänden zerdeppert. ( Sinn ???) Sehr gustiös war auch das Verteilen von Speichelfäden (!!!) über die Armen, die in der ersten Reihe fußfrei saßen.

Der einzige gute Sketch war die Schreibmaschinennummer von Jerry Lewis. Da blitzte Können auf. Am Ende der Show verkündete Jango, dass man das Leben genießen soll und dass „Smile is a weapon of massconstruction“ Da kann ich ihm nur zustimmen. Aber Gott sei Dank war dieser Auftritt einmalig. Der Zuschauerraum war auch nur zur Hälfte gefüllt. Aber viele eingefleischte Jango Fans applaudierten – man muss wahrscheinlich einen eigenen Humor haben, um so eine Show gut zu finden.
Heidi Müller (8. 4. 2011)

image_pdfimage_print

Kommentar hinterlassen zu "Jango Edwards „Classics“ im Kleinen Theater"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.