Karl Traintinger: Kärntner Reindling. Eine Salzburger Annäherung.

Der Reindling ist eine Backspezialität aus Kärnten, die vorwiegend an Festtagen zubereitet wird; Grundlage ist ein überliefertes Rezept aus alten Tagen. Das vergangene Osterfest war so ein Festtag, an dem Reindlinge im Süden Österreichs gebacken wurden, auch zahlreiche Medien haben darüber berichtet. Ein Rezept hat meine Frau gelesen.

ktraintingerVon Karl Traintinger.

Meistens gibt es bei uns an Sonntagen einen selbst gebackenen Striezel zum Frühstück. Das war auch diese Woche so geplant, meine Frau hatte mit dem Germteig schon begonnen, als ich freudestrahlend nach Hause kam und ihr den vom Bäcker mitgebrachten Striezel zeigte. Ihre Begeisterung hielt sich in Grenzen bis sie meinte: ich könnte einen Reindling aus meinem Germteig machen. Wir werden ein bisschen improvisieren müssen, denn an das Rezept kann ich mich nicht mehr so ganz genau erinnern. Gesagt getan, das Experiment Kärntner Reindling konnte beginnen.

Einen Germteig bereiten und zweimal aufgehen lassen. Den fertigen Teig zu einem Rechteck ausrollen, mit Rosinen, Zimt und Zucker bestreuen und in eine befettete und bemehlte Kranzform in passender Größe legen. Abgedeckt lässt man den Teig auf das Doppelte aufgehen und bäckt ihn anschließend etwa 45-50 Minuten bei ungefähr 160°C. Während des Backens zweimal mit zerlassener Butter bestreichen. Nach dem Abkühlen mit Staubzucker bestreuen und servieren.

Der Reindling lässt sich hervorragend in den warmen Nachmittagskaffee tauchen ohne zu zerbröseln.

Für Feinspitze ist auch das Befeuchten mit einem Bourbonvanille Eierlikör aus dem Marchfeld durchaus empfehlenswert.

Im Notfall kann man den Reindling auch mit einer Teebutter aus dem Salzburger Flachgau mehr oder weniger dünn, je nach Geschmack, bestreichen. Die Schnittfläche ist fest und doch nicht zu hart, die Rosinen geben dem Germteig einen leicht süßlichen Geschmack, der mit den Staubzucker noch unterstrichen wird. Das Gesunde vom Dinkel schmeckt man fast nicht.

Das Rezept
Germteig:
25 dag Dinkelweißmehl, 25 dag Dinkelvollkornmehl, 1/2 Würfel germ, 1 Ei, eine Prise Salz, 2 EL Zucker, ca. 250-300 ml Milch.
Füllung:
Ca. 15 dag Rosinen, etwas Zimt, ca. 5 EL Kristallzucker

Vermutlich könnte man den Kärntner Reindling durchaus original kärntnerischer zubereiten, geschmeckt hat die Salzburger Variante aber hervorragend; mit derlei kulinarischen Versuchen kann ich durchaus leben.
(Rezept: Elisabeth Traintinger, Fotos: Karl Traintinger)

 

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2 Kommentare zu "Karl Traintinger: Kärntner Reindling. Eine Salzburger Annäherung."

  1. Salzburger – Kärntner Reindling… Schaut ganz fein aus… Gut gelungen… !!

  2. Klaus Richter | 19. Mai 2011 um 04:51 |

    Liebes Team,

    nachsthend kann ich Euch mein Lieblings-Allround-Frühstücks-Rezept nicht vorenthalten — wird soeben in der Küche produziert —
    in Kärnten ißt man den auch zur Jause und mit Geselchtem und Kren ( nicht ganz mein Geschmack; der meiner Gattin schon!! )

    Kärntner Reinling — Großmutters Rezept aus St. Andrä i. Lav., Kärnten

    Zutaten Germteig

    1/2 kg Universalmehl
    1 Pkg. Trockengerm
    Prise Salz
    3 EL Wiener Zucker
    Abrieb einer unbehandelten Zitrone
    3 Eier
    1/4 l Milch
    10 dag Butter

    Zutaten Fülle

    20 dag Rosinen
    1/4 kg Wiener Zucker
    2 EL gestoßener Zimt

    Zubereitung

    Die Zutaten für den Germteig einfach zusammenmengen — Milch lauwarm und Butter zerlassen. Den Teig so lange schlagen, bis er sich vom Kochlöffel ( Mixquirler ) löst. Zum Aufgehen den Teig an einen warmen Ort stellen; einmal zusammen stoßen. Rosinen gut waschen und die Zutaten der Fülle vermengen. Den Teig ausrollen, mit der Fülle belegen. Der gefüllte Teigfleck wird strudelartig gerollt, mit Butter bestrichen, schneckenartig eingedreht und in eine gut eingebutterte irdene Form ( kann auch eine Gugelhupfform sein ) gelegt. Vor dem Backen läßt man den Reinling noch etwas Zeit zum “ gehen „.

    Backen bei ca. 185 Grad ca. 30 Minuten

    Gutes Gelingen und Mahlzeit

    liebe Grüße und viel Freude und Erfolg an Euerer Arbeit – Euere Variante weicht vom Original schon stark ab und ist doch etwas gewöhnungsbedürftig!!

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