Treffen ausgewanderter Salzburger Protestanten in Hallein

Salzburger Emigranten-Treffen 2012 beim Gasthof Brückenwirt in Hallein: von links: Dr. Christian Stöckl (Bürgermeister der Stadt Hallein), Hans Dieter Konietzko (Salzburger Verein e.V.), Ernst Kronreif (Vorsitzender des Tourismusverbands Hallein - Bad Dürrnberg) und Jürgen Schroeter (Präsident des Salzburger Vereins e.V.). Foto: Peter Krakowitzer

Salzburger Emigranten-Treffen 2012 beim Gasthof Brückenwirt in Hallein: von links: Dr. Christian Stöckl (Bürgermeister der Stadt Hallein), Hans Dieter Konietzko (Salzburger Verein e.V.), Ernst Kronreif (Vorsitzender des Tourismusverbands Hallein - Bad Dürrnberg) und Jürgen Schroeter (Präsident des Salzburger Vereins e.V.). Foto: Peter Krakowitzer

(Von Ernst Kronreif, Hohlwegwirt). „Wir haben heute wieder ein gutes Verhältnis zur Katholischen Kirche“ betonte Jürgen Schroeter, Präsident des protestantischen Salzburger Vereins e.V. anlässlich seines Besuches dieser Tage in Hallein. Dieser Verein wurde am 22. Februar 1911 beim Salzburgerfest in Gumbinnen (Westpreußen, heute Polen) gegründet. Heute hat die Vereinigung der Nachkommen Salzburger Emigranten seinen Sitz in Bielefeld, Deutschland und ihre Mitglieder unternehmen alle zwei Jahre einen Ausflug zu ihren Wurzeln ins Salzburger Land.  Ihre Vorfahren mussten aufgrund des Emigrationspatents 1731 vom Salzburger Erzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian ihre Heimat verlassen. Am Vormittag des 30. November 1732 mussten 788 Dürrnberger und Berchtesgadener Protestanten jeden Alters und Geschlechtes von ihrer Heimat Abschied nehmen und bestiegen in Hallein die dort schon bereitstehenden Schiffe zur Fahrt ins Exil nach Deutschland und die Niederlande.

Vom 7. bis 10. Juni 2012 besuchten 73 Nachfahren Salzburger Exulanten die Stadt Hallein und ihre Umgebung. Nach einem Besuch im Halleiner Keltenmuseum führte sie ihr Ausflug über die Roßfeld Panoramastraße nach Berchtesgaden, wo sie einen evangelischen Gottesdienst feierten. Mit dem Administrator der Salzburger Erzabtei Sankt Peter, Pater Benedikt Röck, wurde dann am Nachmittag eine katholische Messe zelebriert. Pater Benedikt lernten die Nachfahren der vertriebenen Protestanten vor zwei Jahren bei ihrem letzten Salzburger Besuch in Abtenau kennen, wo er Pfarrer war. Bei einem Heimatabend am Freitagabend im Gasthof Brückenwirt im Stadtteil Taxach begrüßten der Bürgermeister der Stadt Hallein, Dr. Christian Stöckl und der Vorsitzende des Tourismusverbands Hallein – Bad Dürrnberg, Ernst Kronreif, die Gäste, die aus ganz Deutschland angereist waren. Dr. Stöckl begeisterte als Musiker und Sänger im Rahmen des Heimatabends und Ernst Kronreif übergab jedem Teilnehmer persönlich ein Buch von Hallein als Erinnerung an ihren Aufenthalt und ehemalige Heimat.

Im Rahmen des Abschiedsabends am Samstag, 9. Juni, wurde dann noch Präsident Jürgen Schroeter von LAbg und zweiten Landtagspräsidentin Gudrun Mosler-Törnström mit dem großen Verdienstzeichen des Landes Salzburgs für seinen Beitrag zur Beziehung zu Salzburg geehrt.

Vielen der Teilnehmer haben noch heute Verbindung zu ihren zurückgebliebenen Verwandten oder kennen zumindest die Geschichte ihrer Vorfahren. So erzählte Dr. Eckhard Schlemminger, seine Urahnen stammen  aus Schladming (Schlemming…) und waren 1732 nach Sankt Johann im Pongau gewandert, wo sie den Mittermaschlof bewohnten. In der Vereinszeitschrift „Der Salzburger“, im 770seitigen Buch „Die Salzburger Emigration – eine Chronik der Marschzüge“ sowie auf der Homepage des Vereins http://salzburger.homepage.t-online.de/ lassen sich Geschichte und Gegenwart nachlesen.

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