Eva Pagitsch: Lesung gegen den Strom

Im Zuge der Eröffnungsfeierlichkeiten der Regionale 2012 ging im Ortsteil Madling (Ramingstein) am Sonntag, dem 24. Juni eine kleine aber feine Veranstaltung – organisiert von der Lungauer Kulturvereinigung in Zusammenarbeit mit der Plattform Lebensader-Mur – über die Bühne.

Von Eva Pagitsch.

Aus der Steiermark angereiste Ehrengäste wanderten gemeinsam mit Astrid Rössler von den Salzburger Grünen sowie vielen interessierten Besuchern von der Bahnstation Madling muraufärts. Robert Wimmer und Reinhard Simbürger wiesen dabei auf die Besonderheit dieses Abschnitts des Murtales hin. Vier Verkehrswege (Bundesstraße, Mur, Steiermärkische Landesbahn und Murradweg schlängeln sich zwischen Schrebergärten, Fabrik, Gasthaus und Wohnsiedlung hindurch. Am flachen Murufer an der Stürmitzer Brücke erwarteten Hans Kutil und Hannes Augustin von Naturschutzbund die Besucher mit einem Infostand und der Ausstellung Mythos Wasserkraft.

Reinhard Simbürger erklärte seine Ausstellung „Bilderfluss“: Auf Steinplatten aus dem Wasser des Murursprungs sind mittels Siebdruck Fotos aufgebracht.Es sind Bilder entlang der Mur – vom Ursprung bis Bad Radkersburg.Die Präsentation wandert die Mur abwärts . Im oberen Teil der Mur fließt das Wasser über die Bilder, welchen sie in Zukunft begegnen wird. Im Ursprung liegt schon die Zukunft. Irgendwann in Bad Radkersburg fließt das Wasser über die Bilder der Vergangenheit. …

Ein Hochsitz in der Mur, gebaut aus Treibholz bot Platz für die „Lesung gegen den Strom“. Nicht nur die Leserichtung war gegen den Strom gerichtet, auch die  Themen befassten sich mit „Strömungen gegen den Zeitgeist“. Daniela Kocher las aus Indianischen Weisheiten, Robert Wimmer gab die Parabel vom Fischer von Heinrich Böll zum Besten und Johannes Pagitsch las eine selbst erfundene Zukunftsvision über eine Erde ohne Menschen.

Eine Raftingfahrt in Booten des Unternehmens „Firn Sepp“ zurück zum Ausgangspunkt war für etwa 15 mutige Besucher der krönende Abschluss der Veranstaltung.

Die Aktion am vergangenen Sonntag sollte sich besonders gegen die zeitgeistigen Strömungen eines großen Konzernes richten, welcher aus Profitgier und ohne Rücksicht auf vorhandene örtliche ökologische und ökonomische Bedürfnisse ein Projekt wie das Murkraftwerk in Ramingstein durchpeitschen will.

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1 Kommentar zu "Eva Pagitsch: Lesung gegen den Strom"

  1. Hanns Mayr | 29. Juni 2012 um 10:21 |

    Das ist eine sehr interessante Geschichte aus dem Lungau! Es gefällt mir auch, wenn in der Dorfzeitung über solche Aktivitäten berichtet wird und es wäre wünschenswert, würde dies öfter passieren!

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