„The Fault Lines“ – sommerszene in der Galerie Thaddaeus Ropac Halle

Foto: sommerszene/ Nina Gundlach

Foto: sommerszene/ Nina Gundlach

Meg Stuart, eine der profiliertesten Choreographinnen des zeitgenössischen Tanzes, und der junge österreichische Tänzer und Choreograph Philipp Gehmacher haben sich mit dem Videokünstler Vladimir Miller zusammengetan und eine ganz spezielle Performance kreiert. Die Mischung aus Emotionalität und technischem Experiment wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.

Von Elisabeth Pichler.

Ein weiter, weißer Raum, ein Vorhang, zwei Männer und eine Frau lauschen regungslos einem unbestimmten Rauschen. Plötzlich stürzen sich die beiden Performer aufeinander wie zu einer freundlichen Begrüßung, die jedoch schon bald in einen Ringkampf ausartet. Vladimir Miller hockt in der rechten Raumhälfte am Boden und beobachtet, umgeben von diversen Kameras und technischem Zubehör, diesen Nahkampf, das ständige An- und Abstoßen der beiden Körper. Als die beiden Tänzer erschöpft am Boden liegen, greift er mit seinen Videoprojektionen ein und übernimmt zunehmend die Rolle des aktiven Zusehers. Reales und Virtuelles vermischen sich, die beiden Tänzer ergeben sich schließlich und werden selbst zu Beobachtern. Auch die Wahrnehmung des Publikums wird umgelenkt, denn der Faszination der durch Glitzerfolien-Projektionen leuchtenden Körper kann man sich nur schwer entziehen.

Foto: sommerszene/ Nina Gundlach

Meg Stuart ist in der sommerszene eine fixe Größe, lächelte sie doch im Sommer 2004 als „demokratisch vom Publikum gewählte, unbeirrbar aktionistische erste Präsidentin von republic-state of the arts“ von vielen Plakaten. Der in Salzburg geborene Philipp Gehmacher ist bekannt für seine eigenwilligen, minimalistischen Gesten und Bewegungen. Vladimir Miller, der Mann an der Kamera, konzentriert sich in seinen Arbeiten auf die Faktoren Raum, Beobachtung und Wahrnehmung. Das Zusammenspiel dieser drei Künstler in Verbindung mit einer eigenwilligen Geräuschkulisse ergibt eine Mischung, die leicht verunsichert. Eigenwillig aber durchaus faszinierend, ganz im Sinne der sommerszene.

Foto: sommerszene/ Eva Wurdinger

„The Fault Lines“ – Meg Stuart/Philipp Gehmacher/Vladimir Miller. Created by Philipp Gemacher & Vladimir Miller & Meg Stuart. Light: Jan Maertens. Sound: Vincent Malstaf. Costumes: Nina Gundlach.

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