Salzburger Straßentheater – Olympia
4. August 2009 | Von EPichler | Kategorie: Bühne

Fotos(4): Manfred Siebinger
„Olympia“ Komödie von Franz Molnar
Fassung für das Salzburger Straßentheater von Klaus Gmeiner. Mit: Rudolf Otahal, Elfriede Schüsseleder, Irene Halenka, Leo Braune, Olivia Silhávy, Hermann Lechner, Robert Tillian und Géza Terner. Inszenierung: Klaus Gmeiner. Ausstattung: Bernd-Dieter Schurich
Das Salzburger Straßentheater wurde 1970 von Oskar Fritz Schuh gegründet und begeistert jeden Sommer zur Festspielzeit mehr als 12.000 Besucher in Stadt und Land Salzburg und nunmehr auch im benachbarten Bayern. Klaus Gmeiner inszeniert seit 1985 Komödien, wobei er selbst die Stücke für kleine Besetzungen einrichtet. Für ihn ist jeder Abend eine Premiere, weil das gemischte Publikum (vom Kleinkind bis zum Pensionisten) immer anders reagiert.

Mit Eugendorf meinte es der Wettergott besonders gut, denn bereits eine halbe Stunde vor Spielbeginn saßen so viele erwartungsvolle Zuschauer in der Abendsonne, dass noch zusätzliche Bankreihen aufgestellt werden mussten.
Das wohl bekannteste Werk des ungarischen Schriftstellers und Journalisten Franz (Ferenc) Molnar ist sein Theaterstück „Liliom“. In seiner Komödie „Olympia“ von 1927 geht es um den Standesdünkel des Adels im Kaiserreich.

Das Stück spielt kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs in einem österreichischen Kurort und blickt hinter die Fassade der Aristokratie: Fürstin Eugenie und ihre junge, verwitwete Tochter Olympia sind fasziniert von dem feschen ungarischen Husarenrittmeister Barna. Doch Gräfin Lina warnt vor dieser unstandesgemäßen „Zuneigung“. Olympias Mutter kann ihre Tochter davon überzeugen, dass nur eine gnadenlose Zurückweisung diese kompromittierende Beziehung beenden könne. Olympia gehorcht und schafft es, ihren Verehrer nicht nur zu kränken sondern auch noch schwer zu beleidigen. Der Rittmeister rächt sich jedoch mit einem äußerst raffinierten Trick und sorgt für große Turbulenzen in der adeligen Gesellschaft.
Klaus Gmeiner hat wie jedes Jahr ein sehr homogenes Ensemble zusammengestellt, neben Stammschauspielern wie Leo Braune und Rudolf Otahal begeistern diesmal Irene Halenka als Olympia und Elfriede Schüsseleder als deren Mutter. Als intrigante Gräfin Lina sorgt Olivia Silhávy immer wieder für Heiterkeit.

Den phantasievoll gestalteten Thespis-Karren hat auch dieses Jahr wieder Bernd-Dieter Müller entworfen.

Bei der österreichischen Erstaufführung 1930 fühlte sich ein Teil der Zuschauer wegen der Kritik an der K. u. K. Hofgesellschaft beleidigt. Erst 1957, nach einer Aufführung im Burgtheater, meinte man, Molnar wäre „der letzte österreichische Bühnenklassiker“. Das Publikum hat diesen sehr heiteren Abend, dem aber auch ein gewisser Tiefgang nicht fehlte, sichtlich genossen.
Text: Elisabeth Pichler Fotos: Manfred Siebinger












