„EiferSucht“
Drama für drei Faxmaschinen.

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Caroline Richards; Anita Köchl; Anna Paumgartner. Foto: Kleines Theater

Im Kleinen Theater in Schallmoos sorgt Esther Vilars sarkastisch-bissige Komödie, in der sich drei Damen um denselben Mann streiten, für beste Unterhaltung. In den Hauptrollen bekriegen sich Anita Köchl, Anna Paumgartner und Caroline Richards, zur Freude des überwiegend weiblichen Publikums, per Fax.

Von Elisabeth Pichler.

Die erfolgreiche Anwältin Helen, seit 18 Jahren mit Lazlo glücklich verheiratet, fällt aus allen Wolken, als sie eines Tages ein Fax erhält, in dem ihr eine gewisse Yana mitteilt: „Ich liebe ihren Mann.“ Die erotische, elegante und vor allem um einiges jüngere Architektin, die im spektakulären Penthouse residiert, hat also ihren Mann verführt. Beleidigt und gekränkt lässt sie Lazlo ziehen, doch insgeheim ist sie überzeugt davon, dass diese Romanze nicht von Dauer sein kann. Die beiden Damen schreiben sich weiterhin Faxe, verzweifelte, zornige, emotionale und vor allem bissige. Schonungslos plaudert Helen etwa über die Schwächen ihres Mannes. Scheinheilig und von sich selbst überzeugt versucht Yana, die verlassene Ehefrau über deren Verlust hinwegzutrösten, Triumph über den errungenen Sieg ist jedoch aus jedem ihrer Faxe herauszuhören. Nach einem halben Jahr wendet sich das Blatt, denn Helen kommt dahinter, dass sich ihr umtriebiger Lazlo mittlerweile mit Iris vergnügt, einer 25-jährigen Indologiestudentin, Buddhistin und Vegetarierin. Die Schadenfreude ist übergroß, jetzt ist sie an der Reihe, die Verlassene mit denselben dummen Sprüchen zu trösten, die sie sich einst anhören musste.

Anita Köchl überzeugt in der Rolle der Ehefrau Helen, die alles versucht, ihren dickbäuchigen, triebgesteuerten Gatten zurückzubekommen. Anfangs zutiefst verzweifelt und gekränkt läuft sie zu Höchstform auf, wenn sie über ihre Gegnerin triumphieren kann. Schadenfreude ist eben doch die schönste Freude. Caroline Richards verkörpert Yana, die erfolgreiche Architektin. Hochnäsig und herablassend überschüttet sie die verlassene Ehefrau mit aufgesetztem Mitleid. Nach dem Verlust ihres Geliebten ist es mit ihrer Selbstsicherheit jedoch vorbei, sie ertränkt ihren Kummer im Alkohol. Einen herrlichen Gegensatz zu diesen beiden Konkurrentinnen verkörpert Anna Paumgartner als blutjunge, etwas naive Studentin. Für sie bedeutet Liebe noch ein großes Wunder, deren Verlust hingegen eine wahre Tragödie.

Anselm Lipgens hat das Erfolgsstück von Esther Vilar in Szene gesetzt und jeder der drei Damen eine kleine, gemütliche Ecke auf der Bühne zugewiesen. Helen sitzt am Schreibtisch, Yana räkelt sich auf der Designercouch und Iris meditiert auf einer einfachen Matratze. Die Komödie schwankt zwischen Dialog und Monolog, doch treffen die Damen nie wirklich aufeinander, sie bombardieren sich lediglich mittels ihrer Fax-Geräte mit Gemeinheiten oder erbitten Hilfe von ihren Konkurrentinnen. Sie ziehen über die Männerwelt her, plaudern aber ebenso gerne über ihre eigenen Schwächen. Ein überaus vergnüglicher Abend über Frauenfeindschaft und Frauenfreundschaft und den Mann als umkämpfte Trophäe.

“EiferSucht“ – von Esther Vilar. Regie: Anselm Lipgens. Mit Anita Köchl, Anna Paumgartner und Caroline Richards.

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1 Kommentar zu "„EiferSucht“
Drama für drei Faxmaschinen."

  1. Heide-Maria Müller | 7. November 2013 um 10:28 |

    Hallo Elisabeth, du beschreibst den etwas verwirrenden Inhalt und wie dieser in Szene gesetzt wurde wirklich gut. Mir hat das Stück nicht so wirklich gefallen, etwas arg klischeehaft und übertrieben. Aber die schauspielerische Leistung war bis auf ein paar Hänger beachtlich, da es sich ja um schwierige Texte handelt, die man auch noch überzeugend und komisch bringen muss.

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