70. Todestag von Jura Soyfer
4. Februar 2009 | Von Karl Traintinger | Kategorie: Literatur
Am 16. Februar jährt sich der Todestag von Jura Soyfer (1912–1939) zum 70. Mal. Das lebendige Werk des großen österreichischen Schriftstellers, das heute in 38 Sprachen weltweit gelesen und aufgeführt wird, steht bis Anfang März im Zentrum von sieben Gedenktagen inklusive einer Theateraufführung in Wien.
An den Gedenktagen mit sieben Veranstaltungen in der Bundeshauptstadt sind junge WissenschaftlerInnen und Theaterschaffende aus aller Welt ebenso beteiligt, wie prominente Künstler, die Soyfers Werk vor der Vernichtung und dem Vergessen bewahrt haben. Zum Höhepunkt und als Abschluss der Gedenkveranstaltungen spielt Otto Tausig am 1. März im Volkstheater das Soyfer-Stück „Broadway-Melodie 1492“ – angekündigt mit dem Titel „1 Komödie – 3 Väter“. Veranstaltet wird die Gedenkwoche von der Volkshochschule Brigittenau und der Jura-Soyfer-Gesellschaft und die Aufführung in Zusammenarbeit mit dem Wiener Volkstheater.
Soyfer bezog zu heute brisanten Themen wie Terror, Arbeitslosigkeit, Verarmung, Zukunftsentwürfen scharfzüngig poetische Position. Sein Werk gilt in der internationalen Literaturwissenschaft als zukunftsweisend. Binnen weniger Jahre verfasste er Theaterstücke, Prosa und Lyrik. Erhalten sind rund 1.200 Seiten. Soyfer wurde am 8. 12. 1912 in Charkow (Ukraine) geboren. 1920 kam er nach Wien. Im Alter von 26 Jahren starb er im Konzentrationslager Buchenwald. Als Verfasser des Dachauliedes (vertont von Herbert Zipper) ist er weltbekannt.
(Presseinfo Gabriele Rampl. Zeichnung von Willi Spira: Jura Soyfer 1936/37)













Jura Soyfers Publikum wächst!
1.600 BesucherInnen bei Gedenkveranstaltungen in Wien – Symposien in Asti und Buenos Aires.
70 Jahre nach dem Tod des österreichischen Schriftstellers Jura Soyfer (1912-1939) ist sein Werk umso lebendiger und zieht weltweit immer mehr Menschen an. Alleine an den Gedenkveranstaltungen in Wien, die noch bis zu diesem Sonntag dauern, wurden bisher allein in der Volkshochschule Brigittenau rund 1.600 BesucherInnen verzeichnet. Diese erfolgreiche Bilanz teilte die Jura Soyfer Gesellschaft (JSG) mit Sitz in Wien am Freitag in einer Presseaussendung mit.
Höhepunkt und zugleich Abschluss der Gedenkveranstaltungen in Wien zum Todestag des Schriftstellers ist diesen Sonntag, den 1. März, im Volkstheater das Soyfer-Stück „Broadway-Melodie 1492“ – angekündigt mit dem Titel „1 Komödie – 3 Väter“. Bei dieser bereits ausverkauften Aufführung wird der bekannte österreichische Schauspieler Otto Tausig alle 31 Rollen des Stückes selbst spielen. Tausig hatte 1947 nach der Befreiung Österreichs in Wien eine erste Buchausgabe mit den Werken Soyfers herausgebracht.
Soyfer in Südamerika und Italien
Kommenden Montag, den 2. März, veranstaltet die Jura Soyfer Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum Parthenos im oberitalienischen Asti mit rund 30 WissenschafterInnen, ÜbersetzerInnen, VerlegerInnen, Theaterleuten ein Symposion mit dem Titel „Memory, the Arts and Jura Soyfer“. Diese Tagung hat das Ziel, die Verbreitung Jura Soyfers in Italien – die erste Übersetzung ins Italienische erfolgte 1946 – in neuer Weise – auch unter Einbeziehung modernster Technik – zu organisieren.
Neben zahlreichen weiteren Veranstaltungen im Gedenkjahr 2009 (Infos unter http://www.soyfer.at/deutsch/veranstaltungen.htm) ist im Zuge der weltweiten Renaissance von Jury Soyfers Werk auch Argentinien Schauplatz der Vermittlung von Soyfers Werk. Am 21. und 22. Mai findet in Buenos Aires das Symposion „Jura Soyfer und die neue Welt – Jura Soyfer en el Nuevo Mundo“ mit rund 20 WissenschafterInnen aus Südamerika und Europa statt. „Bereits in den 1940er Jahren fanden erste Soyfer-Aufführungen in Buenos Aires statt“, erklärt der Geschäftsführer der JSG, Wiss.Dir.Dr. Herbert Arlt. „Es ist das Verdienst vor allem des Arztes, Schriftstellers und Übersetzers Dr. Alfredo Bauer, dass Soyfers Texte in ausgezeichneten Übersetzungen ins Spanische zur Verfügung stehen und zum Teil ein breites Publikum in Südamerika erreichen.“
Auf Basis der intensiven Arbeit der JSG wird das Werk Jura Soyfers bestehend aus Theaterstücken, Prosa, Lyrik und Briefen, weltweit heute in 38 Sprachen gelesen und aufgeführt. In Vorbereitung ist für 2009/2010 ein „Welttheaterprojekt“, bei dem das Theaterstück „Der Lechner Edi schaut ins Paradies“, das Soyfer 1936 schrieb, weltweit von Theaterensembles in bis zu 50 Ländern in jeweils eigens erarbeiteten Inszenierungen zu sehen sein wird. Nach Angaben von Arlt wird aufgrund des massiv steigenden Interesses an Soyfer auch die Website der Jura Soyfer Gesellschaft bis zum 100sten Geburtstag Soyfers im Jahr 2012 in zumindest 30 Sprachen angeboten werden (http:// http://www.soyfer.at).
Jura Soyfer wirft mit seinem Werk Fragen und Themen rund um nötige Veränderungen der heutigen Gesellschaften auf, die für das gegenwärtige künstlerische und soziale Leben ungebrochen aktuell sind. Die seit Mitte Februar in Wien laufenden Gedenkveranstaltungen hatten daher „Die Lebendigkeit Jura Soyfers“ als Motto. Unter demselben Titel erschien vor kurzem auch ein von der Jura Soyfer Gesellschaft herausgegebenes Buch. In den Buchbeiträgen und auch bei den Gedenkveranstaltungen in Wien stand das lebendige Werk des großen österreichischen Schriftstellers im Zentrum. An den Gedenktagen mit sieben Veranstaltungen in der Bundeshauptstadt waren junge WissenschaftlerInnen und Theaterschaffende aus aller Welt ebenso beteiligt, wie prominente Künstler, die Soyfers Werk vor der Vernichtung und dem Vergessen gerettet haben.
Ich habe mir vor einigen Tagen die CD der Schmetterlinge: Jura Soyfer “Verdrängte Jahre – Österreich zwischen den Kriegen” gekauft (Extraplatte) und sie ist noch immer sehr beeindruckend.