Hinterhausers Vision

6. Februar 2009 | Von | Kategorie: Menschen

mb

Dorfbeuern. Der nördliche Flachgau, der Teil hinterm Haunsberg, ist bildungstechnisch gesehen ein Entwicklungsland. Es gibt zwar in fast allen Dörfern eine Volksschule, 4 Hauptschulen, eine Sonderschule und eine HAK, aber kein Gymnasium. In Michaelbeuern befindet sich ein Benediktinerstift, dessen Wurzeln bis ins 8 Jahrhundert zurückreichen. Das Stift betreibt eine exzellente Hauptschule mit angeschlossenem Internat. Bekannt sind die Michaelbeuerer auch für die wunderschöne Stiftsbibliothek mit vielen wertvollen alten Büchern.

So alle 4-5 Jahre, meist kurz vor Gemeinde- und Landtagswahlen, hat der aktuelle Bürgermeister von Dorfbeuern Adolf Hinterhauser im Schatten der geschichtsträchtigen Stiftsbibliothek die Vision, „Michaelbeuern braucht ein Gymnasium“. Nicht nur, weil die Gemeinde mittlerweile 1400 Einwohner hat, sondern vor allem deswegen, weil es so gut passen würde. Michaelbeuern würde wieder so wichtig werden, wie es früher einmal war, ein geistiges Zentrum eben. Die zur Zeit äußerst mangelhafte öffentliche Verkehrsanbindung müsste besser werden, das Dorf am Rande des Flachgaues könnte wieder ins Rampenlicht rücken. Sogar der Bezirks ÖVP Obmann Schöchl möchte laut Interview in den Bezirksblättern den Sachverhalt prüfen lassen, konnte man lesen.

Ein Gymnasium muss her, wer kann sonst noch in der Zukunft die alten Bücher in der Stiftbibliothek lesen, könnte man vielleicht meinen; und das Postamt haben sie auch schon zugesperrt.

Die Roten haben Oberndorf als Standort für das neue Gymnasium vorgeschlagen, das darf doch nicht wahr sein. Die Salzachstadt (5600 Einwohner), geschichtlich die arme Vorstadt der reichen Stadt Laufen, hat doch nichts zu bieten, das wir nicht auch haben. Das Argument der Lokalbahngemeinden der guten Verkehrsanbindung ist auch wenig (Bürmoos 4600 Einwohner, Lamprechtshausen 3400 Einwohner), von Michaelbeurer Seite aus gesehen. Dorfbeuern hat immerhin 2 Gasthäuser in Michaelbeuern gekauft, ist das nichts?

Bei diesen Diskussionen wird mit klar, warum die heiße Phase des lokalen Wahlkampfes heuer in die Faschingszeit fällt, meint ein lokalpolitisch interessierter Spaziergänger.

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2 Kommentare auf "Hinterhausers Vision"

  1. Stanislaus Pschemisl Stani sagt:

    Die Abtei Michaelbeuern ist ein Juwel im nördlichen Flachgau! Wunderschön gelegen bietet das Seminarhaus interessante Veranstaltungen, die Qualität der Schule wurde schon erwähnt. Abt Johannes Perkmann ist ein engagierter Kirchenmann, wie es leider sehr wenige gibt!
    Link zum Kloster: http://www.abtei-michaelbeuern.at/

  2. Poseidon Poseidon sagt:

    Die Gemeinde Dorfbeuern ist vorbildlich im Wahlkampf, es gibt fast keine Plakate zu sehen! Die Parteiplakate in den anderen Dörfern und Gemeinden sind mit ihren langweiligen und einschläfernden Sprüchen eher peinlich. Bürgermeister Hinterhauser ist derart souverän in seiner Amtsführung, dass die anderen Parteien die Sinnlosigkeit einer Kandidatur erkannt haben; es gibt einfach keinen besseren Bürgermeister im Dorf.

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