„Kalender Girls“ – ein alternativer Frauenclubkalender

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Die auf einer wahren Begebenheit basierende Filmkomödie „Calendar Girls“ war 2003 überaus erfolgreich und wurde von Tim Firth für die Bühne bearbeitet. Die mutigen Damen der Theatergruppe Anthering laden in das Kultur- und Veranstaltungszentrum Voglwirt und präsentieren dort neben einer warmherzigen Komödie auch den 1. Original Antheringer Pin-up-Kalender 2015, dessen Gewinn an die Salzburger Kinderkrebshilfe gespendet wird.

elipi_aVon Elisabeth Pichler.

In einer beschaulichen Landgemeinde in North Yorkshire treffen sich die Damen regelmäßig im örtlichen Frauenclub. Chorsingen, Handarbeiten Kochen und Backen gehören zu ihren Aktivitäten, meist verbunden mit einer Wohltätigkeitsveranstaltung. Der alljährliche Benefiz-Kalender mit Kirchen- und Brückenmotiven war bisher nicht besonders erfolgreich. Als Annies Mann an Leukämie stirbt, beschließen die Damen, ihm in Form eines „John Clare Erinnerungssofas“ im Wartezimmer der Krebsstation ein Denkmal zu setzen.

Um das nötige Geld aufzutreiben, beschließen die Frauen, fast alle schon in reiferen Jahren, über ihren Schatten zu springen und die Hüllen fallen zu lassen. Sie sind sich sicher, nacktes Fleisch verkauft sich gut. Bestärkt wird ihr Vorhaben durch einen Ausspruch des Verstorbenen beim Anblick von Sonnenblumen: „Die letzte Phase der Blumen ist immer die prächtigste.“ Der nervöse, junge Fotograf verspricht den Damen, bei seiner Arbeit keine nackten Frauen, sondern nur eine Form der Natur zu sehen. Der Kalender wird ein sensationeller Erfolg. Die Medien werden auf die lustigen Weiber von Yorkshire aufmerksam und das hat ungeahnte Folgen, Freundschaften und Ehen drohen zu zerbrechen.

kalendaer girls theater anthering
Chris (Ulli Fißlthaler) ist die Ambitionierteste in diesem Frauenverein. Sie versucht, allerdings ergebnislos, die Damen für ihre Tai-Chi-Übungen zu begeistern. Ann, die trauernde Witwe (Maria Liebenwein), muss Chris einbremsen, als diese versucht, den Erfolg für ihre Zwecke zu nutzen. Die junge Celia (Anna-Maria Liebenwein), freizügig, aber harmlos, ist von Anfang an mit Begeisterung dabei. Die brave Ruth (Sabine Eder sprang bei der Premiere am 24. Oktober für die verletzte Martina Müller ein) will eigentlich lieber 100 Kalender kaufen, anstatt bei diesem anstößigen Projekt mitzumachen. Cora (Andrea Brehm-Lebesmühlbacher), eine leidenschaftliche Klavierspielerin, fürchtet um ihren guten Ruf. Ein kräftiger Schluck aus der Flasche hilft sowohl den Damen und als auch dem leicht überforderten Fotografen, ihre anfängliche Schamhaftigkeit zu überwinden. Geschickt inszeniert sind die Szenen, in denen für jeden Kalendermonat Fotos von den Frauen bei ihren hausfraulichen Tätigkeiten gemacht werden, wobei kleine Tricks über die Nacktheit hinweghelfen.

In der Pause und nach der Vorstellung ist der Kalender käuflich zu erwerben. Auch in Anthering findet das Ergebnis der Fotoaufnahmen reißenden Absatz. Dem Salzburger Fotografen Andreas Schatz und seinem Team verdanken die Antheringer Girls das sensationelle Ergebnis dieses Fotoshootings: geschmackvolle Bilder von schönen Frauen jeden Alters. Katharina Müller-Uri hat diese flotte Komödie mit viel Witz in Szene gesetzt. Das Publikum zeigte sich begeistert und genoss diesmal nicht nur Leberkäse und Würstel, sondern auch Schokoschnecken. Warum wohl? Ein Blick in den Kalender klärt darüber auf.

„Kalender Girls“ – Komödie von Tim Firth. Regie: Katharina Müller-Uri. Bühnenbau und Technik: Josef Kittl, Petr Zach und Ensemble. Mit: Ulli Fißlthaler, Maria Liebenwein, Anna-Maria Liebenwein, Andrea Brehm-Lebesmühlbacher, Gerhild Heissel, Martina Müller, Martina Kardeis, Sabine Eder, Poldi Mayer, August Liebenwein, Friedrich Lebesmühlbacher, Hermann Strasser, Thomas Ehinger. Fotos: Theater Anthering/ Schatzl

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2 Kommentare zu "„Kalender Girls“ – ein alternativer Frauenclubkalender"

  1. Hanns Mayr Hanns Mayr | 26. Oktober 2014 um 23:22 |

    Schade, gerade bei dieser Inszenierung wären viele Bilder, wie normalerweise üblich, höchstwahrscheinlich schön! Wenigstens einige Kalenderbilder hätte ich erwartet.

  2. Bernd Salomon Bernd Salomon | 13. November 2014 um 08:56 |

    Es ist halt für einen guten Zweck.

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