Arnulf Rainer „FEMALE“ – MdM Salzburg

Foto: Siebinger
Foto: Siebinger

Foto: Siebinger

Arnulf Rainers frühe Äußerung „Malen, um das Malen zu verlassen“, deutet auf seine Widerständigkeit dem Kunstbetrieb und dem gängigen Bild der Künstlerpersönlichkeit gegenüber hin.

Der Maler, 1929 in Baden bei Wien geboren, gehört in den fünfziger Jahren zur brodelnden und gärenden Kunstszene der jungen Nachkriegskünstler in Wien. Seine erste Tat nach der erfolgreichen Aufnahme an die Hochschule für angewandte Kunst in Wien ist, sie noch am selben Tag wieder zu verlassen. Ähnlich verhält er sich an der Akademie der bildenden Künste. Man musste radikal umdenken, um die Philosophie des jungen Mannes, der „…das Wechselspiel von öffentlicher Provokation und künstlerischer Reaktion am Begriff zeitgenössischer Malerei zelebrierte…“ ( Herbert Boeckl ) zu begreifen.

In Paris lernt Arnulf Rainer Jackson Pollocks informelle Malerei kennen. Wieder in Wien reagiert Rainer auf diese unerwartete Konfrontation mit individuellen gestischen ZeichnuRhen, die dem Rhythmus seines Körpers folgen: „Ich zeichnete nur Haare, Punkte und Kugeln. Der Rest war Kontrast.“

Mdm Mönchsberg/ Rainer - Ohne Titel-Historische Akte

Mdm Mönchsberg/ Rainer - Ohne Titel-Historische Akte

Um die Mitte der 60er Jahre überfällt Rainer ein überwältigender Schaffensrausch nach Übermalung eigener Arbeiten, wie auch Kopien von Künstlerkollegen. Rainer spricht von „Ertränkung des Bildes“, Kunsttheoretiker von einem Auslöschen der Welt und Hinabtauchen in den Urgrund. Mit diesen Überzeichnungen – später kommen Übermalungen von Kopien berühmter Werke aus der Kunstgeschichte hinzu – schreibt Rainer österreichische Kunstgeschichte der Avantgarde. Auf der Suche nach sich selbst übermalt Rainer Traditionen.

MdM Salzburg/ Rainer Ohne Titel 0276, 2008

MdM Salzburg/ Rainer Ohne Titel 0276, 2008

Mit der Ausstellung „Female“ am Museum der Moderne Salzburg, Mönchsberg ist Arnulf Rainer mit bislang unbekannten Arbeiten aus seiner privaten Sammlung zu sehen.

MdM Mönchsberg/ Rainer-Vertikale Rückenzeichnung

MdM Mönchsberg/ Rainer-Vertikale Rückenzeichnung

In seinem Werk tauchen ab den 50er Jahren von seiner Hand bearbeitete Photographien erotischer Szenen auf. In einem frühen Schwarz-Weiß Zyklus „Frauensprache“ aus den 70er Jahren spürt man eine Wildheit, Kraft und Intensität, die in späteren Jahren in einen weicheren Umgang mit dem weiblichen Körper mündet. Anfangs arbeitet Rainer direkt in vorgefundene Photographien hinein. Im Folgenden lässt er Abzüge von Frauen aus der Kunstgeschichte, Unbekannte oder berühmte Diven herstellen, die er dann eigenständig farblich begleitet und „umrahmt“. Eigene Fotografien als „Lichtbilder“ bezeichnet dienen ihm zusätzlich als Anregung zu experimentierender Weiterverarbeitung.

MdM Mönchsberg/ Rainer  Orient Mastalizie Frauensprache

MdM Mönchsberg/ Rainer Orient Mastalizie Frauensprache

Der Künstler und sein Gegenüber das Wesen Frau als immerwährendes Thema in der Kunst zieht sich auch durch Rainers Werk.

Ulrike Guggenberger. Dorfzeitung


Museum der Moderne Mönchsberg
Dauer der Ausstellung vom 22. 10. 2009 bis 7.2. 2010
Öffentliche Führungen: jeden Mittwoch 18. 30., kostenlos; jeden Sonntag 15 Uhr, Euro 2.-
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 Uhr bis 18 Uhr, Mittwoch bis 20 Uhr

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