Johann Toth: Nach dem letzten Karfreitag

karfreitagAutor: Johann Toth
Titel: Nach dem letzten Karfreitag. Donauschwaben: Vor der Befreiung in die Freiheit
Verlag: 2015 Engelsdorfer Verlag Leipzig
Umfang: 176 Seiten
ISBN-13: 9783957449566

Klappentext
Karsamstag 1945 wurden alle verbliebenen deutschsprachigen Bewohner des Dorfes Kernei aus ihren Bauernhäusern vertrieben und in die Internierungslager in Krusevlje und Gakowo gesteckt. Das Schicksal der als »Donauschwaben« bezeichneten Volksgruppe war besiegelt. Die Internierungslager wurden zu Vernichtungslagern, in denen viele den Hungertod erlitten.

»Nach dem letzten Karfreitag« erzählt die Erlebnisse des damals jugendlichen »Toth-Opa«. Es ist die Geschichte eines Sechzehnjährigen, der alles verloren hatte – mit vier Jahren seine Mutter und am Karsamstag 1945 sein Zuhause – und der mit Waghalsigkeit, nein: mit Todesmut, das nackte Leben rettete.

Die Geschichte des jungen »Toth-Opa« soll vor allem Friedensmahnmal und Friedensbeitrag sein.

Buchrezension von Karl Traintinger
Es war ein unscheinbares, kleines graues Taschenbuch, das mir da vor einigen Wochen in der Gänserndorfer Buchhandlung Linke in die Hände gefallen ist. Immer wenn ich in der Gegend bin, schaue ich ganz gerne dort vorbei und frage, was es an neuen Weinviertler Büchern so gibt.

Als Student habe ich mehrere Jahre in Gänserndorf gewohnt und kann mich dunkel daran erinnern, dass Freunde hin und wieder von den Tothbrüdern Hans und Sepp und den legendären nächtlichen Würsteljausen bei ihnen zuhause erzählt haben. Es gab immer die vom Vater hausgemachten, eher festeren, schärferen Würste, die hervorragend geschmeckt haben sollen. Und ebendieser Vater, Johann Toth senior, hat das Buch über seine Jugenderinnerungen geschrieben.

Es erzählt die bewegte Geschichte einer Familie aus Kernei, die in den Wirren des 2. Weltkrieges, obwohl selber nicht beteiligt und alles andere als Nazis, alles verlor und nur durch die lebensgefährliche Flucht von Serbien über Ungarn nach Österreich überlebte. „Nach dem letzten Karfeitag“ fesselt den Geschichtsinteressierten von Anfang an, ich habe es an zwei Abenden fertig gelesen.

Es ist die Geschichte von Hungersnot, Flüchtlingen, Schleppern und auch von sehr viel Glück und sie soll uns in der heutigen Zeit helfen zu verstehen, dass niemand leichtfertig von zuhause weggeht und wir allen Flüchtlingen helfen sollten, so gut es irgendwie geht.

Siehe auch:
Eine Pflegemutter von unbegleiteten minderjährigen Jugendlichen erzählt

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