„BLUFF“ – alles nur eine Illusion?

Am Montag, dem 17. Oktober 2016, wurde in der ARGEkultur das biennal stattfindende tanz_house festival, das heuer unter dem Motto „under the skin“ steht, eröffnet. Mit einer intelligenten, witzigen Performance, die voller Überraschungen steckt, gehen cieLaroque/helene weinzierl der Frage nach, ob unsere Welt nicht nur ein „gigantisches Theaterspiel, eine aufwendige Inszenierung“ ist. Das geht wirklich „unter die Haut“.

elipi_aVon Elisabeth Pichler

Wer sich nicht die Zeit genommen hat, das Programmheft zu studieren, wird auf einer Videowand mit der Vorgeschichte vertraut gemacht:

„Außerirdische, androgyne Wesen vom nicht mehr existierenden Planeten Janus flüchteten zur Erde, nachdem sie ihren Planeten in die Luft gesprengt hatten. Sie hatten große Wassermengen in den Planetenkern gepumpt, warum auch immer. Die verschiedensten Rassen kamen, siedelten sich an und gingen wieder.“

Nun beginnen die drei völlig normal wirkenden Aliens, die gute alte Erde zu erkunden, sich anzupassen und Verhaltensmuster zu übernehmen. Hilfreich sind dabei die seitlich der Bühne angebrachten Fotowände, die sich verschiedenen Themenbereichen widmen, wie z.B. Erotik, Evolution, Religion und Politik. Ein Foto von Leonardo DiCaprio und Kate Winslet aus dem Film „Titanic“ beflügelt die Phantasie der drei. Und so fliegen sie zum passenden Song dank Videoeinspielung statt übers Meer über malerische Wiesen und Wälder. Manipulation und Täuschung sind dabei keine Grenzen gesetzt. Als weniger entspannend erweist sich eine rasante, ständig wechselnde Video-Bilderflut, die Auge und Hirn leicht überfordert. Faszinierend die tänzerische Umsetzung einer Entkleidungsszene. Die Tänzer helfen sich gegenseitig beim Ablegen ihrer Kleidung und stehen schließlich Artisten gleich in Glitzertrikots auf der Bühne, bis sie sich wieder anzukleiden beginnen. Bei dem bunten Durcheinander muss man den Tänzern recht geben, die ständig behaupten: „There is no system.“ Gegen Ende der Performance wird das Publikum selbst zum Akteur und zur Frage genötigt: „Wozu sitzen wir eigentlich hier, wenn nichts geschieht.“

Helene Weinzierl hat cieLaroque 1995 gegründet und mit ihren spartenübergreifenden Stücken, die stets Tanz und Schauspiel mit dem Einsatz von Videos verbinden, zahlreiche internationale Preise und Auszeichnungen gewonnen. In „BLUFF“ widmet sie sich dem Thema Manipulation und Täuschung – ein Spiel mit der Illusion, auf das sich das tanz_house-Publikum nur allzu gerne einließ.

„BLUFF“ – cieLaroque/helene weinzierl – Uraufführung – Eine Koproduktion von cieLaroque/helene weinzierl und ARGEkultur Salzburg. Künstlerische Leitung, Choreografie: Helene Weinzierl. In Kooperation mit: Manuela Calleja, Luan de Lima, Hugo Le Brigand. Lichtdesign: Peter Thalhamer. Musik Komposition, Arrangement: Oliver Stolz. Video: Oliver Stotz, Petra Hinterberger, Markus Huber. Grafik: ARGEkultur Bernhard Müller

 

 

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