Mein Brief ans Christkind

Cartoon by Seli

Ich wünsche mir zum Christkind die Gesundheit eines schwarzbunten oder rotbunten Stierkalbes, denn die werden niemals krank. Rossnatur will ich keine, die haben dauernd eine Kolik, Asthma oder auch die Mauke.

Von Karl Traintinger, kat (Cartoon by Seli)

Ganz andes ist es bei den männlichen Kälbchen, da hat man das „Kranksein“ einfach weggezüchtet, wahrscheinlich. Wie sollte es auch sonst gehen. Tierarzt sehen die keinen mehr, kranksein rechnet sich nicht. Im Zeitalter der steigenden Milchproduktion (2015 war die Weltbestleistung für eine Milchkuh, die dafür 365 Tage lang gemolken wurde, 33600 kg) sind die Stierkälber nichts mehr wert und werden so früh wie irgendwie möglich verkauft (Italien, Spanien), die Transporte in die Mastländer sind hoffentlich in Ordnung (?).  In einigen anderen Ländern ist es sogar erlaubt, die männlichen Kälber von Milchrassen am Tag der Geburt zu töten und zu entsorgen. Viel besser ergeht es den männlichen Büffelkälbern, deren Mütter für den Büfelmozarella gemolken werden, vielerorts auch nicht.

In diesem Zusammenhang fallen mir dann die Mettenwürstel> am Hl. Abend ein. Eine Delikatesse, die seit vielen Jahrzehnten in Salzburg zur weihnachtlichen Tradion gehört und die seit einigen Jahren von den heimischen Metzgern massiv beworben wird. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei auch der Kalbfleischanteil im Brät. Fragen Sie den Fleischer Ihres Vertrauens danach und fragen Sie auch, woher das Kalbfleisch kommt!

Die Fleischrassen werden gemästet und als Stiere und Kalbinnen gehandelt. Die weiblichen Milchrassenkälber werden aufgezogen und zu Kühen. Die verbleibenden männlichen Milchrassenkälber, die gesunden, sind eher selten verfügbar. Bleiben die Kreuzungskälber von Milchrassenmüttern mit schlechter Vererbung (?) und Fleischrassenstieren übrig. Nachdenken darf man nicht wirklich, was um des Marktes Willen alles möglich und erlaubt ist. Und dann die Schuld auf die (kleinen) Landwirte zu schieben, die auch nur überleben möchten, ist mehr als billig.

Ich für meinen Teil bin kein Vegetarier, meinen Fleischkonsum habe ich aber drastisch reduziert und ich möchte genau wissen wo das Fleisch, das auf den Tisch kommt, her ist. Es ist mir auch wichtig, dass es den Tieren, so lange sie lebten, gut gegangen ist. Und das ist mir auch etwas wert.

 

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