35. MotzArt Kabarett Festival 2017

Bei der Programmpräsentation am 6. 12. 2016 betonte Festival-Leiter Markus Grüner-Musil, dass Ironie auf der Kabarettbühne auch in schwierigen Zeiten durchaus ihre Berechtigung besitze, da sie Distanzen zu überbrücken vermag. „Satire ist also kein Luxus, den man sich nur in fröhlichen Zeiten leisten kann; sie ist eine Waffe, die man braucht, wenn es erst wird.“

Von Elisabeth Pichler

Das von 28. Jänner bis 4. Februar 2017 stattfindende Festival wird vom zweifachen Nestroy-Theaterpreis-Träger Nikolaus Habjan und seinen grotesken Klappmaulpuppen eröffnet. Das nach dem Chanson-Klassiker von Georg Kreisler „Schlag sie tot“ benannte bitterböse Puppentheater spielt in einem Altersheim, in dem vor kurzen Herr Berni eingezogen ist und der alle Bewohner abgrundtief hasst. Am 30. Jänner ist Michael Altinger, ehemaliges Ensemblemitglied der Münchner Lach-und Schießgesellschaft und Moderator der BR-Kabarett-Sendung Schlachthof, mit seinem Programm „Hell“ zu Gast in der ARGE. Er geht der Frage nach, ob mit Mitte Vierzig der Ausstieg aus der Monotonie des Alltags nicht doch noch zu schaffen wäre.

Was ist übrig geblieben von der großen Revolution? Wurden auf Grund des Wohlstands die eigenen Ideale schon vergessen und verraten? Heilbutt & Rosen-Gründer Helmuth Vavra, der sich dem satirischen Lied verschrieben hat, präsentiert mit „Che GueVavra“ einen Kabarettabend voll herrlicher Selbstironie. Am Klavier wird er von seinem Co-Autor Berthold Foeger begleitet.

Der bayerische Kabarettist Christian Springer, ein kritischer Beobachter des Zeitgeistes, präsentiert sein Programm „Trotzdem“, in dem es um Integration und deutsche und bayerische Kultur geht. Privat engagiert sich Springer für syrische Flüchtlinge, er spricht Arabisch, unterhält eine Wohnung in Damaskus und organisiert Hilfe vor Ort.

Andreas Rebers gehört zu den Größen des bundesdeutschen Kabaretts. Sein Programm „Amen“ feiert beim MotzArt Kabarett Festival Österreichpremiere. „Reverend“ Rebers sieht sich als Betroffenheitskomiker und Kabarettist der „extremen Mitte“, der Dinge zur Sprache bringt, die eigentlich niemand hören will. Michael Quast & Sabine Fischmann begeisterten bereits vor 10 Jahren das Publikum in Salzburg mit „Don Giovanni à trois“, einer satirischen Interpretation der großen Mozartoper. Diesmal darf man sich auf ihre Bearbeitung von George Bizets Carmen freuen. „Carmen à trois“ verspricht einen musikalischen und kabarettistischen Leckerbissen nicht nur für Opernfreunde. Die beiden österreichischen Kabarettisten Robert Blöchl und Roland Penzing, ausgezeichnet mit dem Österreichischen Kabarettpreis 2013, haben sich als CliniClowns kennengelernt. Als BlöZinger servieren sie zum Abschluss des Festivals am 4. Februar ihr neues Programm „Bis morgen“, das auf humoristische Weise die Träume, Sehnsüchte und Ängste, die mit dem Altwerden aufkommen, beleuchten.

Nähere Details sind unter https://www.argekultur.at/projekte/2017/motzart/ zu finden.

 

 

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