„Wie es euch gefällt“ – auch der Wald ist Bühne

Das Theaterensemble Brettspiel und BühnenErlebnis Bamer-Ebner präsentierten am 18. Februar 2017 im Kleinen Theater eine integrative, mehrsprachige Komödie nach William Shakespeare. In dem vom Zukunftslabor Salzburg 20.16 ausgezeichneten Theaterprojekt „Spielend Einander Verstehen“ stehen professionelle Schauspieler, erfahrene Amateure, absolute Neulinge sowie drei anerkannte Flüchtlinge auf der Bühne.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Shakespeares Komödie „Wie es euch gefällt“ handelt von Verbannung, Flucht und Heimatlosigkeit. In Angelika Bamer-Ebners Inszenierung trifft die verbannte höfische Gesellschaft im Untersberger Wald aufeinander und hat hier mit Gefühlsverirrungen und Täuschungen zu kämpfen. Im Mittelpunkt stehen der junge Orlando, der sich auf der Flucht vor seinem Bruder befindet, und seine große Liebe Rosalinde. Diese irrt als Mann verkleidet mit ihrer Cousine durch den Wald und macht sich einen Spaß daraus, ihren Liebsten als forscher, junger Ganymed zum Narren zu halten. Ein liebeskranker Schäfer hat seine liebe Not mit der widerspenstigen Phöbe, die nur noch Augen für den jungen Ganymed hat. Bei Shakespeare ist der Wald ein Ort der Utopie, wo die Eindeutigkeit der Geschlechter sowie alle Widersprüche der Welt aufgehoben werden. So kommt es am Ende zu einer Tripel-Hochzeit, bei der sogar Orlandos hartherziger Bruder Oliver geläutert in Rosalindes Freundin Celia die große Liebe findet.

Projektleiter Peter Christian Ebner ist davon überzeugt, dass sich Menschen trotz unterschiedlicher sprachlicher und kultureller Herkunft verstehen können. Den Beweis liefern die 16 Akteure, die in dieser Komödie auf der Bühne stehen, und es funktioniert hervorragend. Regisseurin Angelika Bamer-Ebner hat die Rollen typgerecht besetzt. Die quirlige Melanie Arnezeder aus Salzburg und der gebürtige Ungar Bálint Walter vom Theaterverein Janus schmachten als junge Liebende, Rosemarie Linortner verbreitet als unrechtmäßige Herzogin Angst und Schrecken, und Christine Walther gibt sich als Edeldame Charlotta der Melancholie hin. Bashir Kordaji und Alaaeldin Dyab, zwei Schauspieler aus Aleppo, sorgen als devote, doch redselige Hofmänner für Heiterkeit. Das gesamte Ensemble, ob jung oder alt, Profi oder Amateur, In- oder Ausländer, überzeugt durch Spielfreude und enormen Einsatz. Marina Razumovskaja sorgt mit selbst komponierter Bühnenmusik für die passenden Töne zu den höfischen Liedern und Tänzen.

Die sehenswerte Produktion ist nicht nur im Kleinen Theater (5., 11. und 12. März) zu erleben, sondern gastiert auch im Kunsthaus Nexus in Saalfelden (3. März), auf der Burg Mauterndorf (26. März) und auf Schloss Goldegg (6. April).

Regie: Angelika Bamer-Ebner. Inszenierung: Angelika Bamer-Ebner. Komposition & Live-Musik: Marina Razumovskaja. Choreografie: Marina Razumovskaja. Projektleitung: Peter Christian Ebner, Angelika Bamer-Ebner. (Regie)Assistenz: Sylvia Schlager, Bálint Walter, Mit: Melanie Arnezeder, Bálint Walter, Florian Friedrich, Anita Frohnwieser, Angelika Bamer-Ebner, Florian Sauseng, Rosemarie Linortner, Christine Walther, Mahamed Abdulqadir Yahye, Lukas Abdirasak Osman, Peter Christian Ebner, Sylvia Schlager, Bashir Kordaji, Alaaeldin Dyab, Arnold Niederhuber, Veronika Diehl. Fotos: Christoph Strom