„GIN & TONIC und vorbeirauschende Züge“ – Toihaus Salzburg

Copyright: ARBOS/ toihaus

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Aus einem schwarzen Tunnel taucht im Nebel ein Bahnwärter mit Koffer auf, der sein neues Heim, ein heruntergekommenes Wärterhäuschen bezieht. Überall liegt Staub, die Fenster sind fast blind und das Dach ist nicht dicht. Zu Beginn der Geschichte scheint dies dem neuen Bahnwärter nichts auszumachen, er ist sichtlich frohen Mutes, trinkt noch ein Schlückchen Gin und legt sich dann zufrieden ins Bett.

Ramesh Meyyappan schafft es, dies ohne ein Wort zu erzählen, alles rein pantomimisch, er arbeitet mit jeder Faser seines Körpers. Auch die auf der Bühne nicht vorhandene Einrichtung lässt er so bildlich entstehen, denn er öffnet Kästen, kocht auf dem Herd, steigt auf den Dachboden, usw. Anfangs verrichtet er seine verantwortungsvolle Arbeit mit großer Begeisterung: Er stellt pünktlich die Weichen, bedient den Radiotelegrafen und freut sich über die vorbeirauschenden Züge. Doch die Einsamkeit wird bald zum Problem, denn in den Nächten wird er immer öfter von seltsamen Erscheinungen heimgesucht. Blitzschnell wechselt nun seine Mimik, stellt er doch neben dem erst leicht verängstigten, dann zunehmend verzweifelten Bahnwärter auch all die schrecklichen Gespenster und verführerischen Geister dar. Dieser sucht immer öfter Trost bei seiner Ginflasche und hat schließlich kaum mehr die Kraft, die Weichen zu stellen.

Ramesh Meyyappan, der in den Jahren 2003 und 2006 zum Schauspieler des Jahres in Singapur nominiert worden ist, bietet mit dieser einstündigen Performance visuelles, komisches Theater, das alle Sinne schärft und berührt.

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„GIN & TONIC und vorbeirauschende Züge“ nach Charles Dickens / Team: Ramesh Meyyappan (Bahnwärter) • Mark Smith (Inszenierung) • Richard Kent (Bühne & Kostüme) • Justin Berman (Licht) /Eine Koproduktion von Ramesh Meyyappan (Singapur), Spike Theatre Liverpool (Großbritannien) und ARBOS-Gesellschaft für Musik & Theater (Österreich) im Rahmen des 11. Europäischen & Internationalen ARBOS-Gehörlosentheaterfestivals 2010.

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