Kunststation KNIE: Christiane Pott-Schlager / Auslaufmodelle 1999

„MILLENIUMSPROJEKT“

„Auslaufmodelle 1999“ – Aktion und Fotoarchiv.

Ein Bericht von Ulrike Guggenberger.
Christiane Pott-Schlager ist den Emotionen, die der Jahrtausendwechsel in den Menschen auslöst, nachgegangen. Die Arbeit von Christiane Pott-Schlager entfaltet sich in einer Aktion und einer Installation.

Eine Dokumentation von Fotografien und Schnappschüssen von Menschen unterschiedlichster Herkunft beziehungsweise Institutionen (wie Ämter und Vereine), die sich 1999 Dinge gekauft haben und sie für „neu“ halten und ab 1. Jänner 2000 feststellen müssen, dass diese „Neuheiten“ aus dem vorigen Jahrhundert beziehungsweise Jahrtausend sind. Das Archiv wird für den Zeitraum Dezember 1999 angelegt und fast zeitgleich (31. Dezember) im Pavillon an der Salzachbrücke präsentiert werden.

Christiane Pott-Schlager beweist mit dieser Arbeit ein weiteres Mal ihre Nähe zu gesellschaftlich brisanten Themen. Sie bezieht Menschen aus ihrer Umgebung in die künstlerische Aktivität mit ein und stellt Kunst damit ins Zentrum des Alltags-Diskurses. Kunst materialisiert in dieser Fotodokumentation die „Frage des Tages.“

Zu ihrer Installation:  „Hörbare Unzufriedenheit eines unsichtbaren Säugers….unaufhaltsam …..groß wird`s werden…..“

Materialien: Polyesterobjekt, Organdy-Stoff, Pigmente, Video. Christiane Pott-Schlager nützt hier die Neugierde auf das Unbekannte. Zukunftsprognosen und das Wunschdenken der Menschen verpackt sie in ein unbekanntes Wesen.

Sie sagt dazu: „In dieser Installation vereinen sich die Momente des Brütens, der Spannung vor dem Schlüpfen oder der Geburt und der intensiven Arbeitsbewegung, der Unruhe, der Erwartung – auf das kommende Jahrtausend. Auch hier zeigt sich ihr künstlerischer Ansatzpunkt bei typisch menschlichen Verhaltensweisen und Gefühlen, die sie in das sinnlich erlebbare Symbol eines „unsichtbaren Säugers“ überträgt.

Christiane Pott-Schlager: Künstlerische Ausbildung an der Hochschule Köln und am Mozarteum Salzburg. Arbeiten im Bereich der Installation, der Metallplastik und der Malerei. Diverse Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in Österreich.

Vernissage am 31. Dezember 1999, 15.00 Uhr in der Kunststation – Pavillon an der Salzachbrücke. Dauer der Ausstellung bis 21. Jänner 2000

Foto: KTraintinger, Dorfzeitung

Foto: KTraintinger, Dorfzeitung

Foto: KTraintinger, Dorfzeitung

Auslaufmodelle 1999.

Rauminstallation von Christiane Pott-Schlager

Können Zeit und Raum über Kunst transportiert werden? Wie lassen sich zwei so abstrakte Begriffe über die Sinne erlebbar darstellen?  Christiane Pott-Schlager verdichtet Vergangenheit Gegenwart und Zukunft zu einer Installation in einem kleinen Raum an einer belebten Straße situiert, von außen durch drei Seiten einsehbar. Ihr Konzept beschäftigt sich mit dem Zeitaspekt. Wie mit einem Zeitraffer konzentriert sie die Zeit auf den Moment wo sie ins Neue Jahrtausend springt.

Die Vorbereitungen dazu waren Gespräche mit Firmen und Privatpersonen vor Ort um zu erfahren welche „Neuheiten“ sie im Jahr 1999 erworben haben. Das reicht vom neuen Laser im Krankenhaus, von neuen Methoden der Brillenanpassung über neue Fahrscheine in der Lokalbahn bis zum neuen Eislaufplatz im ebenso neuen Einkaufszentrum.

Die kleinen und großen persönlichen neuen Gegenstände mit eingeschlossen. Eine lange Liste, die von Christiane Pott-Schlager fotografisch aufgenommen wurde, die sie in den Fenstern des Pavillons präsentiert. Es entstand eine Dokumentation – ein „Karteikasten der Neuheiten“, aber wie lange ist etwas noch „neu“? Reflexionen darüber gehören zur Arbeit der Künstlerin und lösen im Passanten Assoziationen zu ihren persönlichen „Neuheiten“ aus.

Zugleich entsteht die Frage, was neu sein wird im neuen Jahrtausend. Ein eiförmiges unbekanntes Wesen im Inneren des Pavillons gebiert die Zukunft. Auf seinem Körper spiegelt sich in Form einer Diaprojektion das eben vergangene Jahr 1999. In der Übersteigerung als zeitgleiche Momentaufnahme von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft liegt die Schärfe der künstlerischen Arbeit.

Sie macht aus der speicherbaren Leistung eines Fotoarchivs und aus der unbekannten Größe der Zukunft ein persönlich gefärbtes Erlebnis. Wir werden anhand der Fotos über das vergangene Jahr informiert und verwandeln diese Wissensvermittlung in unsere eigene persönliche Erinnerung. Damit übernimmt Kunst die Rolle, über einen Sachverhalt zu informieren und zugleich Gefühle wachzurufen. Um das leisten zu können muß Kunst Aufmerksamkeit auf sich lenken, das beweist Christiane Pott-Schlager mit dieser Arbeit hier vor Ort. Sie hat Interviews mit den Leuten hier in Obemdorf geführt, dieses Material zu einer künstlerischen Arbeit verdichtet und als öffentlich einsehbare Installation wieder an den Ort zurückgeführt.

Aus einem Archiv zur Unterstützung unseres Gedächtnisses sind lebendige Erinnerungen geworden.

Christiane Pott-Schlager: Exhibition Project for two subjects, Silvester 1999
Vernissage on 31 December 1999, 15:00 h – In the Kunststation – Pavillon at the Salzach bridge . Period of time of the exhibition: until 21 January 2000

„MILLENIUMSPROJECT“ „Phase out models 1999“ – Action and photo archive.

Christiane Pott-Schlager took a look at the emotions that the change of the millennium causes the people. The work of Christiane Pott-Schlager consists of an action and an installation.

A documentation of photos of people from different origins and institutions (offices) who bought things in 1999 because they thought they are „new“ and they have to get to know on 1 January 2000 that those „News“ come from the last century, millennium. The archive will be set up during December and at the same time (31 December 1999) it will be presented in the Pavillon of the Salzach bridge.

Christiane Pott-Schlager again proofs with her works her closeness to social highly explosive issues. She encloses people of her area in her activities of art and therefore puts art into the center of daily live. In this documentation art materializes the „question of the day“. To her installation „hearable unsatisfaction of a invisible mammal ….. unstoppable ….big it will be…“

Materials: Polyesterobject, Organdy-material, Pigments, Video. Christiane Pott-Schlager here uses the curiosity for the unknown. She packs future prognosis and wishful thinking in an unknown character. She says: „In this installation moments of broods, the tension before birth, the intensive working movement, the restlessness and the expectancy to the coming millennium are united. Also here she shows her way of transmission of human feelings and patterns to the picture of a sensual lived symbol of a invisible mammal.

Christiane Pott-Schlager: Artistic education at the „Hochschule Köln“ and at the Mozarteum Salzburg. Works in the segment of installation, the metalplastic and painting. Several Single- and Cooperation Exhibitions in Austria.

Ulrike Guggenberger

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