Sabine Weiss: Schwarze Brandung

Autor: Sabine Weiss
Titel: Schwarze Brandung – Sylt-Krimi
ISBN: 978-3-4041-7517-8
Ersterscheinung: 16. 3. 2017
Verlag: Bastei Lübbe AG, 350 Seiten
Empfohlen ab 16 Jahren

Klappentext:
Ein stürmischer Morgen auf Sylt. Am Strand vor Westerland wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die offensichtlich brutal ermordet wurde. Als Liv Lammers von der Mordkommission Flensburg davon hört, gefriert ihr das Blut in den Adern: Kurz zuvor hatte ihr 15-jähriger Neffe aus Sylt sie um Hilfe gebeten weil er seine Freundin vermisst. Handelt es sich bei der Toten um Milena? Und wer hätte ihr etwas antun wollen?

Liv, die vor Jahren mit ihrer Sylter Familie und ihrer alten Heimat gebrochen hat, wird mit dem Fall betraut. Zum ersten Mal seit langer Zeit fährt sie wieder auf die Insel – und ist schockiert darüber, wie sehr sie sich inzwischen verändert hat. Doch niemals hätte sie auch nur geahnt, welch grauenvolle Abgründe sich hinter der schillernden Urlaubsfassade auftun….

Rezension von Rebecca Schönleitner
Spannung von der ersten bis zur letzten Zeile. Die junge Ermittlerin, geboren und aufgewachsen auf Sylt ist sehr sympathisch, motiviert und beißt sich in dem Fall fest. Ihre Kindheit war geprägt von Lieblosigkeit und Tyrannei durch den despotischen Vater, daher floh sie bereits mit 15 Jahren von dieser scheinbar idyllischen Insel.

Nun kehrt sie zurück und ermittelt in den besten Kreisen Sylts. Nicht nur die eigene Familie und deren hochgeschätzten Freunde behindern Ihre Arbeit, auch im Kollegenkreis gilt sie als „Nestbeschmutzerin“, weil sie in den sog. feinen Kreisen der Insel ermittelt.

Die Ermordete ist eine der vielen illegalen ArbeiterInnen, die auf Sylt in erbärmlichen Verhältnissen leben und arbeiten um jede Woche den spärlichen Lohn an ihre Familien nach Hause senden zu können.
Erschütternd und deprimierend die Arbeitssituation und die Personen, die solche Menschen seelisch und körperlich missbrauchen und ausnutzen.

Der Krimi ist süffig geschrieben, leicht zu lesen, leider bleiben manche Dinge offen und auch die seltsamen Alleingänge der Kommissarin Liv befremden bisweilen.

Alles in allem ein schönes, fesselndes Krimidebüt, wunderbare Urlaubslektüre.




Anja Goertz: Wenn ich Dich hole

Autor: Anja Goertz
Titel: Wenn ich Dich hole
Thriller, Originalausgabe, 256 Seiten
ISBN: 978-3-4232-6147-0
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH&Co.KG
Erschienen: 7. April 2017

Klappentext:
Bendix Steensen sitzt fest. Wegen einer Unwetterwarnung sind in Heathrow sämtliche Flüge gestrichen. Die Anrufe seines neunjährigen Sohnes Lewe aus ihrem Haus in Niebüll werden immer panischer: Seit Stunden sind seine Mutter und die Oma schon fort, am Handy meldet sich niemand, der Schneesturm da draußen macht ihm Angst – und plötzlich glaubt er, in dem abgelegenen Haus nicht mehr allein zu sein.

„Wann kommst du nach Hause, Papa?“, hört Bendix noch, dann reißt die Verbindung ab. Er alarmiert die örtliche Polizei, doch Bendix ist sich nicht sicher, ob sie ihn ernst nimmt. Wo ist verdammt noch mal seine Frau? Was hat das alles zu bedeuten?

Unterdessen haben Bendix‘ Frau Insa und seine Mutter einen ganz anderen Kampf zu kämpfen. Und Lewe ist tatsächlich nicht mehr allein. Für Bendix beginnt eine atemlose Reise durch das Schneechaos nach Nordfriesland….

Rezension von Rebecca Schönleitner
Spannung von der ersten Minute an, ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Option zu lesen aufzuhören war nicht gegeben ohne zu wissen was mit dem kleinen Jungen passiert war.

Das Buch ist großartig aufgebaut, die Handlung aus verschiedenen Sichtweisen dargestellt, immer wieder meint man aufatmen zu können, dann reagieren die Menschen doch anders.

Der bequeme Dorfpolizist, der es sich lieber noch mit Kuchen und Tee gemütlich macht bevor er endlich aufbricht, die vermeintlichen Freunde aus alter Zeit die mit wohlgemeinten Ratschlägen das Telefon wieder auflegen und einen tief verzweifelten Vater zwischen Heathrow und Niebüll alleine lassen.

Absolut Lesenswert und so wie Sebastian Fitzek auf dem Rückumschlag vermerkt: „Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, lassen Sie unbedingt das Licht brennen!“




Wolf S. Dietrich:
Friesisches Gold

 

Autor: Wolf S. Dietrich
Titel: Friesisches Gold. Rieke Bernsteins zweiter Fall
ISBN: 978-3-4041-7490-47
Verlag: Bastei Lübbe AG
Ersterscheinung: 16.03.2017
Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Klappentext:
Ein Todesfall erschüttert die frühsommerliche Idylle auf Norderney: Am Strand wird die Leiche eines Apothekers gefunden. War es ein Unfall oder Mord? Letzteres kann von den Behörden nicht ausgeschlossen werden, weshalb man Rieke Bernstein vom LKA anfordert.

Zusammen mit einer Journalistin stößt die Kommissarin auf eine jahrhundertealte Fehde zwischen der Familie des toten Apothekers und einer Hoteldynastie, die offenbar schon früher Tote gefordert hat. Rieke ahnt, dass allein hier, in Norderneys Vergangenheit, der Schlüssel zur Lösung des Falls zu finden ist.

Rezension von Rebecca Schönleitner
Keinesfalls ein gewöhnlicher Krimi, dessen Handlung sich über 2 Jahrhunderte zieht, fast ein Familienepos auf Norderney. Das friesische Gold bringt offensichtlich niemandem Glück, trotzdem versuchen immer wieder verirrte Schafe es an sich zu bringen.

Rieke Bernstein vom LKA ermittelt mit ihrem zusammengewürfelten Team kompetent, sympathisch und professionell. Eine Journalistin und Riekes Lebensgefährtin mischen auch ein wenig mit, ein korrupter Polizist schafft es fast die Verhaftung des Mörders zu vereiteln.

„Friesisches Gold“ ist ein spannender, flüssig geschriebener Krimi, die Beschreibung der offensichtlich wunderbaren Insel Norderney lässt einen direkt den Wunsch verspüren den nächsten Urlaub an der Nordsee zu verbringen.




Jussi Adler-Olsen: Selfies

Autor: Jussi Adler-Olsen
Titel: Selfies – Der siebte Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q
Thriller, Aus dem Dänischen von Hannes Thiess
ISBN: 978-3-4232-8107-2
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co KG

Klappentext:
In einem Park in Kopenhagen wird eine alte Frau ermordet aufgefunden. Fast zeitgleich begibt sich ein durchgedrehter Autofahrer auf die tödliche Jagd nach jungen Frauen. Irgendwo da draußen, so hat es den Anschein, werden weitere perfide Morde geplant. Steht all dies womöglich im Zusammenhang mit einem lange zurückliegenden und noch immer unaufgeklärten Verbrechen?

Das Management des Polizeipräsidiums in Kopenhagen ist höchst unzufrieden mit der Aufklärungsrate des Sonderdezernats Q. Ausgerechnet Rose soll nun das Ruder herumreißen – doch Rose ist in ihrem aktuellen Zustand weit davon entfernt, diesen Erwartungen gerecht zu werden. Die Wurzeln ihrer desaströsen Verfassung liegen in einem dunklen Kapitel ihrer Vergangenheit: “Zu dem tiefsten inneren Raum in ihrem Dunkel bekamen sie keinen Zutritt, dieser Raum gehörte ihr. Ihr allein.“

Carl, Assad und Gordon stehen vor ihrer bislang größten Herausforderung, und dass Rose ihren eigenen Kampf kämpft, ist für alle schwer erträglich. Doch Scheitern ist keine Option. Es muss ihnen einfach gelingen, diese schrecklichen Verbrechen in Kopenhagen zu stoppen.

Rezension von Rebecca Schönleitner
Der 7. Teil der Carl Mørck Serie ist wie gewohnt ein absoluter Highlight in der Krimi Literatur. Spannend von der ersten Seite an lässt der frauendominierte Thriller durchaus Rückschlüsse auf die heutige gesellschaftliche Entwicklung zu.

Drei junge, hübsche und gepflegte Frauen verstehen ihr Dasein als Augenweide für andere Menschen und wollen ihre kostbare Zeit in keinster Weise mit etwas so Sinnlosem wie Arbeit vergeuden. Um dieses Leben finanzieren zu können schrecken sie auch vor Mord und Freiheitsberaubung nicht zurück. Eine frustrierte Sozialarbeiterin mordet weil sie die Menschheit von vermeintlich unnützen Wesen befreien möchte.

In diese Grundhandlung verweben sich ein Mordfall aus der Vergangenheit und eine Leiche der Gegenwart sowie der Zusammenbruch von Rose, die von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht wird.
Dieser neue Teil des Sonderdezernat Q, bestehend aus Carl, Assad, Gordon und Rose ist heller als die vorherigen Bände. Der Umgangston ist freundschaftlicher geworden, die Sorge um Rose verbindet die drei Sonderlinge.

Ein absolutes Muss für alle Leser die hohes Thriller Niveau gewohnt sind. Wem das Sonderdezernat Q noch kein Begriff ist – unbedingt auch die ersten 6 Bände lesen! Sie sind nicht Voraussetzung für diesen Band, aber eine Bereicherung.




Dominik Kimyon: Stallgeruch

Autor: Dominik Kimyon
Titel: Stallgeruch – Ein Krimi vom Land
ISBN: 978-3-8392-2033-7
Verlag:2017 Gmeiner Verlag GmbH
380 S. / 12 x 20 cm / Paperback

Klappentext:

Stadt Land Mord
Die Angst geht um im beschaulichen Eichsfeld: Die frisch verlobte Linda Becker liegt tot zwischen ihren Alpakas. Ein düsteres Geheimnis aus ihrer Vergangenheit nimmt sie mit ins Grab. Doch während ihre Familie auffällig schnell versucht, zur Tagesordnung überzugehen, geschieht ein weiterer Mord. Kriminalhauptkommissar Christian Heldt aus Göttingen gerät bei den Ermittlungen in einen Sog aus Intrigen, Hass und Selbstsucht, der ihn und die Menschen um ihn herum in Lebensgefahr bringt.

Rezension von Rebecca Schönleitner

Ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb der sich über Generationen hinweg der Pferdezucht gewidmet hat, sattelt um auf die Zucht von Alpakas. Der Familienpatriarch hält gleich einem Diktator die Führung fest in seinen Händen und geht gar nicht zimperlich mit den eigenen Familienmitgliedern um. Der Sohn liebt Alpakas und ist voller neuer und kreativer Ideen für bessere, effizientere Zuchtmethoden, wird aber gnadenlos ausgebeutet und verlacht. Nur eine Person kann in den Augen des unsympathischen Vaters bestehen. Die Spitzenkraft Linda Becker, Angestellte im Betrieb und Verlobte des Juniorchefs – und genau die wird ermordet.

Die Fäden führen in verschiedene Richtungen, dazu kommen viele Nebenhandlungen, die das Buch erst richtig interessant und spannend machen. Kommissar Christian Heldt und sein Kollege Tomek Piotrowski tappen Anfangs im Dunkeln können dann aber im Laufe der Ermittlungen erfolgreich den Mörder zur Strecke bringen.

Ein guter solider Krimi, spannend zu lesen mit einem unvorhersehbaren Schluss. Der erste Kriminalroman des Autors Dominik Kimyon macht Lust auf weitere Fälle für Christian und Tomek.




Veronika A. Grager: Sauglück

Autor: Veronika A. Grager
Titel: Sauglück – Kriminalroman
ISBN: 978-3-7408-0055-0
Verlag: emons Verlag GmbH

Klappentext:
Familiendrama in Niederösterreich.
Dorothea Wiltzing und Lupo Schatz sollen den Mord an einem alten Bauernpaar aufklären. Doch fast alle, die auf dem Hof leben, haben ein Motiv – und niemand ein Alibi. Kurz darauf wird im Keller des Guthauses das Skelett eines Kindes entdeckt, und eine weiterer Mord geschieht: Welches schreckliche Geheimnis birgt der abgelegene Hof?

Rezension von Rebecca Schönleitner
Eine Bauernfamilie in der sich alle hassen.
Jeder fragt sich, warum diese so verschiedenen Menschen, die alle einen derartig unglaublichen Egoismus entwickeln, dass einem beim Lesen schon mulmig wird, noch immer zusammen leben. Es geht ums liebe Geld, jeder hofft den Altbauern zu beerben und sitzt so mehr schlecht als recht seine Zeit ab bis zu dessen Tod. Eine Person hat es offensichtlich nicht erwarten können, denn der Großvater wird ermordet in der Senkgrube aufgefunden. Startschuss für das Detektiv-Ermittlerpaar Dorli und Lupo, die sich bei ihren Ermittlungen selbst in Gefahr bringen.

Die Geschichte führt zurück in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, als in Wien uneheliche Kinder von Besatzungssoldaten willkürlich Müttern weggenommen wurden, um dann in Bauernfamilien der Umgebung untergebracht zu werden, wo sie es dann angeblich besser haben sollten. Tatsache ist, dass diese Kinder nur als kostenlose Arbeitskräfte ausgenützt wurden und Entsetzliches erdulden mussten. Missbrauch, Gewalt, Demütigungen standen bei den meisten an der Tagesordnung.

Die Autorin bezieht sich auf eine offizielle Studie zum Schicksal dieser Kinder. Als Beispiel für Viele dieser missbrauchten Menschen stehen die Kinder in diesem Roman.
Sehr empfehlenswert, sehr berührend – keine leichte Kost.




Liliane Skalecki/ Biggi Rist: Ausgerottet

Autor: Liliane Skalecki/ Biggi Rist
Titel: Ausgerottet – Umweltkrimi
ISBN: 978-3-8392-2052-8
Erstausgabe: 2017
Verlag: Gmeiner Verlag GmbH

Klappentext:

Artgeschützt. Im Schmetterlingshaus auf der Insel Mainau findet die Deutsch-Thailänderin Malie Abendroth ein exotisches Tier. Spontan entschließt sie sich, das Pangolin mitzunehmen und herauszufinden, wie es nach Deutschland gelangt ist. Kurz darauf wird die Leiche eines chinesischen Arztes gefunden, bei dem Malie in Behandlung war und ein Unbekannter versucht in ihre Villa einzubrechen.

Bei ihren Nachforschungen lernt sie die Tierschützerin Lioba Hanfstängl kennen, die schon länger zwei Männer verdächtigt, in den illegalen Tierhandel verstrickt zu sein. Die beiden ungleichen Frauen tun sich zusammen und ermitteln gemeinsam. Auf einem Foto, das ein Freund von Malie in Vietnam gemacht hat, entdecken sie einen Mann, der Malie sehr nahe steht. Mehr und mehr verdichten sich die Hinweise, dass dieser vom Aussterben bedrohte Tiere von Vietnam nach Europa schmuggelt. Ein lebensgefährliches Spiel beginnt……

Rezension von Rebecca Schönleitner

Ein Umweltkrimi, der sehr nachdenklich macht. Die Gier nach Geld lässt skrupellose Menschen über Leichen gehen und erbarmungslos vom Aussterben bedrohte und international geschützte Tiere zu – im Grunde genommen sinnloser- Medizin verarbeiten. Ein Geflecht aus Egoismus, Härte und gewissenloser Grausamkeit zieht sich durch diesen Krimi. Wie weit gehen Menschen um ihren Luxus finanzieren zu können?

Zum Glück gibt es ja auch die Personen, die sich mit vollem Einsatz für hilflose Wesen stark machen. Malie und Lioba lernen sich in dem Buch kennen und trotz großer Unterschiede erkennen sie sehr schnell, dass sie in einem Boot sitzen und für die gleiche Sache kämpfen: Tierschutz ist ihre Passion. Sie sind fanatisch in ihrem Wunsch nach Gerechtigkeit und Schutz für Tiere, bisweilen hat man doch das Gefühl ihre Handlungen entbehren jeglicher vernünftiger Grundlage. Aber wer ist schon vernünftig, wenn es um eine gute Sache geht, die einem so am Herzen liegt, dass man dafür die persönlichen Bedürfnisse hinten anstellt?

Ein spannender, kurzweiliger Krimi, wir sind schon neugierig auf den nächsten Fall des brandneuen Ermittlerduos Malie und Lioba.




Peter Beck: Korrosion

Autor: Peter Beck
Titel: Korrosion – Thriller
ISBN: 978-3-7408-0040-6
Erstausgabe: 2017
Verlag: Emons Verlag GmbH

Klappentext:
Tote Kunden sind schlecht fürs Geschäft. Eine vereinsamte alte Frau wird an Weihnachten erschlagen. Sie hinterlässt nicht nur ein Millionenerbe, sondern auch eine bittere Anklage: Eines ihrer Kinder soll für den Tod ihres Mannes verantwortlich sein. Tom Winter, wortkarger Sicherheitschef ihrer Bank, reist um die halbe Welt, um die drei Nachkommen aufzustöbern – und gerät in ein verstörendes Geflecht aus Missbrauch, Ausbeutung und Rache.

Rezension von Rebecca Schönleitner
Tom Winter, Privatermittler einer renommierten Bank, soll den Verbleib einer alten treuen Kundin, die zum vereinbarten Termin nicht erschienen ist, herausfinden. Was er findet ist die Leiche der Dame, offensichtlich in einem Ritualmord erschlagen und erstochen. Die letzte Bestimmung der Toten ist die Findung des Mörders ihres vor Jahrzehnten verbrutzelten Ehemanns.
Winter, eigentlich im Krankenstand nach einem Lawinenunfall, reist um die halbe Welt und beißt sich in dem Fall fest.

Lügen, Intrigen, Machenschaften, Missbrauch, Drogen und Rache – was hat mit alldem der sudanesische Flüchtling Tijo Obado, dessen menschenunwürdigen Fluchtweg wir als Zwischenhandlung immer mitverfolgen dürfen, zu tun?

Der Autor schaffte es von der ersten Seite an mich zu fesseln. Immer wieder führt er mich in die Irre, zum Schluss löst sich der Fall absolut logisch – aber auch sehr überraschend auf.
Das Buch ist den „vielen namenlosen Flüchtlingen“ gewidmet und macht sehr nachdenklich. Es ist nicht nur ein Thriller, sondern auch eine Aufforderung an uns alle, verantwortungsvoll mit anderen Menschen umzugehen.

Ich freue mich schon auf weitere Fälle mit Tom Winter und kann dieses Buch jedem, der gerne niveauvolle Spannung liebt wärmstens empfehlen.




Claudia Rossbacher: Steirerpakt

Autor: Claudia Rossbacher
Titel: Steirerpakt – Kriminalroman
ISBN: 978-3-8392-2044-3
Erstausgabe: 2017
Verlag: Gmeiner Verlag GmbH

Klappentext:
Mit Blut besiegelt. Ein skurriler Leichenfund lässt die LKA-Ermittler Sandra Mohr und Sascha Bergmann zur Eisenstraße aufbrechen. Vom historischen Einser-Sessellift, der seit fast 70 Jahren vom Präbichl auf den Polster schaukelt, wurde eine nackte Leiche geborgen.

Bald schon wird der tote Mann als Einheimischer identifiziert, der vor 15 Jahren nach Kanada auswanderte. Erst vor wenigen Tagen reiste der Arzt aus seiner Wahlheimat an, um dem Begräbnis seiner Mutter beizuwohnen. Sandra Mohr stößt auf so manche alte Wunde, die er dabei aufgerissen hat. Und auf weitere Leichen …

Rezension von Rebecca Schönleitner
Sandra Mohr besucht mit Chefinspektor Bergmann die Hochzeit ihres ehemaligen Lebensgefährten und wird von dort zu einem grausigen, nicht üblichen Leichenfund gerufen. Die nackte Leiche eines, nach Canada emigrierten Einheimischen, festgezurrt auf einem Sitz des Präbichler „Einser“ Sessellift, versetzt den kleinen Ort in Unruhe. Im Zuge der Ermittlungen müssen die beiden LKA Ermittler tief in die Vergangenheit des Opfers und des Ortes graben und finden dort wenig idyllische Tatsachen.

Ein Rossbacher Kriminalroman nach bewährter Manier. In dem wirklich spannenden Buch werden die Charaktere anschaulich, teilweise sehr amüsant beschrieben und es fällt extrem schwer das Buch wieder aus der Hand zu legen bevor der Mörder gefasst wird. Erstaunlich der Schluss, sehr empfehlenswert!




Oskar Feifar: Zwergenaufstand

Autor: Oskar Feifar

Titel: Zwergenaufstand – Ein Krimi aus der Provinz

ISBN: 978-3-8392-1669-9

Erstausgabe: 2015

248 S. / 12 x 20 cm / Paperback

Verlag: Gmeiner-Verlag-GmbH

Klappentext:

So ein Zirkus! 150 Jahre Tratschen. Das muss gefeiert werden! Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und wie bestellt kommt ein Wanderzirkus in den Ort.

Alles scheint perfekt, bis ein Unwetter losbricht und alles gehörig durcheinanderwürfelt.

Ein toter Zirkusdirektor, dessen Leiche verschwindet, mehrere Kleinwüchsige, die behaupten den Mann ermordet zu haben, ein Gruppe verschwundener Kinder und ein entlaufener Löwe verlangen Bezirksinspektor Strobel einiges ab.

Rezension von Rebecca Schönleitner

Ein österreichischer Krimi vom Feinsten! Bezirksinspektor Strobel, der eigentliche Protagonist des Romans verkörpert den österreichischen Gendarmen wie man ihn sich vorstellt und vermutlich auch schon erlebt hat.

Skurril und witzig werden die Lachmuskeln strapaziert, trotzdem regt die Handlung zwischendurch sehr zum Nachdenken an. Wird der Blondschopf Peter, das liebenswerte Tschapperl, nach dem großen Unwetter gefunden? Bis zum Schluss ist es ein Bangen und Hoffen mit der Mutter. Wem gehören die Skelettteile die nach und nach auftauchen? Wer ist der Mörder des Zirkusdirektors? Die Auswahl ist groß.

Das Buch fesselt und es ist fast unmöglich es aus der Hand zu legen bevor alle Einzelheiten geklärt sind.




Ines Eberl: Salzburger Totentanz

Autor: Ines Eberl
Titel: Salzburger Totentanz – Kriminalroman
ISBN:978-3-89705-796-8
Erstausgabe: 2011
Verlag: Hermann-Josef Emons Verlag

Klappentext:
Der Galerist Tobias Tappeiner treibt tot im Schlossteich von Hellbrunn, kurz darauf stirbt der Kunstprofessor Arnulf Salchenegger an einer Pilzvergiftung. Sein Assistent Hans Bosch glaubt nicht an einen Unfall.

Als er in der Villa eines reichen Kunstsammlers auf eine gefälschte gotische Madonna stößt, nimmt er deren Spur auf. Sie führt ihn in die Welt des Kunsthandels, der echten Künstler und der begabten Fälscher. Am Ende sieht Bosch sich zu einem drastischen Schritt gezwungen.

Rezension von Rebecca Schönleitner
Wer Salzburg liebt, sollte mit diesem Buch eine Freude haben. Ein packender Krimi, der einen an viele schönen Plätze in Salzburg führt. Eine Story mit psychologischem Hintergrund, leicht zu lesen und immer auf den Punkt gebracht.

Die Charaktere bringen einen zum Schmunzeln und Nachdenken. Während man beim Lesen versucht die Lösung zu finden, ist man am Ende doch überrascht über den tatsächlichen Ausgang. Als Urlaubslektüre sehr empfehlenswert.




Volker Klüpfel, Michael Kobr: Himmelhorn

kluftiTitel: „Himmelhorn“ Kluftingers neuer Fall
Autoren: Volker Klüpfel, Michael Kobr
Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Droemer HC
ISBN-10: 3426199394
ISBN-13: 978-3426199398

Klappentext:
Der neunte Fall der Bestseller-Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr führt den Kult-Kommissar Kluftinger in die Allgäuer Alpen, genauer gesagt auf das Himmelhorn, einen der gefährlichsten Berge des Allgäus. Natürlich liebt Klufti die Berge – wenn sie kässpatzenförmig auf seinem Teller aufragen. Doch der neueste Streich von Gesundheitsfetischist Langhammer befördert den Kommissar samt E-Bike tief in die Allgäuer Alpen, wo die beiden prompt auf drei Leichen stoßen: ein bekannter Dokumentarfilmer und zwei einheimische Bergführer, die einen Film über die Erstbesteigung des Himmelhorns drehen wollten. Wie es scheint, waren sie dem als äußerst gefährlich geltenden Gipfel nicht gewachsen. Die Ermittlungen im Umfeld der Toten führen Klufti in sehr abgelegene Alpentäler und zu deren starrköpfigen Bewohnern, die noch wortkarger sind als er.

Rezension von Elisabeth Pichler

Vor zwei Jahren trieb sich Kommissar Kluftinger in „Grimmbart“ im gräflichen Umfeld eines alten Schlosses in Bad Grönbach herum, um einen Mord aufzuklären. In „Himmelhorn“ hingegen geht es hoch hinauf in die Allgäuer Alpen. Auf dem gefährlichen Himmelhorn verunglücken drei Bergsteiger. War es ein Unfall oder doch, wie Kommissar Kluftinger sofort vermutet, ein heimtückischer Mord mit Kollateralschaden? Dieser Kriminalfall hält jede Menge Überraschungen bereit, denn eigentlich ist jedem Mitglied der verfeindeten Familien ein Mord zuzutrauen.

Auch im Privatleben des kultigen Kommissars tut sich so einiges: Klufti wird zum Soap-Fan, soll die Ehe seines Busen-Feindes Langhammer kitten, beginnt an der Börse zu zocken und fiebert der Geburt seines ersten Enkelkindes entgegen. Im Kommissariat versucht die neue Chefin, Frau Birte Dombrowski, ihre trägen Mitarbeiter auf Vordermann zu bringen. Teambildende Unternehmungen sollen dabei helfen. Auch amouröse Schwingungen beleben das Betriebsklima.

Während Roland Hefele bei der umtriebigen Sekretärin Sandy leichtes Spiel zu haben scheint, dürfte sich der Streber Richie Maier bei der Chefin wohl die Zähne ausbeißen. Dabei bemüht er sich doch so, die geforderten gruppeninternen Fortbildungen durchzuziehen, und gibt ein Weißwurstfrühstück als „Fachseminar für Pathologie in der Ermittlungsarbeit“ aus. „Himmelhorn“ ist ein spannender, überaus witziger und sehr charmanter Krimi, der Lust auf eine Reise ins Allgäu macht.