Die Flaggen sind gehisst

Der Termin für die Parlamentswahlen ist fixiert. Das Turnier um das größte Stück vom Kuchen hat begonnen. Zur Zeit werden noch die Regeln ausverhandelt, die Verwundetenträger eingeteilt, mögliche Fairnessabkommen angedacht.

Wenn es später zur Sache geht, ist dafür keine Zeit mehr. In der Regel haben die  finalen Grabenkämpfe auch nichts mehr mit Fairness zu tun. Tot gestreichelt ist auch tot, warum dann also Zeit vergeuden mit Streicheln.

Es wird in Österreich ein interessanter Sommer werden, die politische Sommerpause könnte eventuell heuer ausfallen! (kat)




Halbwertszeit ÖVP Obmann: Kurz

Die Überlebenszeit als Obmann in der Bundes-ÖVP ist traditionsgemäß nur sehr kurz. Das hat viele Ursachen, der Hauptgrund ist wahrscheinlich, dass dieser bunte Haufen aus Bünden und Landesorganisationen gar keinen Chef mit einer eigenen Meinung brauchen kann. Schon gar keinen, der ihnen womöglich Macht wegnehmen möchte. Daher fängt die Nachfolgedebatte meistens schon sehr früh an.

Dazu kommen dann noch aufstrebende Politik-Youngsters aus der eigenen Kaderschmiede, die hofiert werden, die sich von ihrer besten und schönsten Seite präsentieren dürfen. Unser aktueller Außenminister zählt zu diesen Sunnyboys, er soll jetzt den ÖVP Wunderwuzi geben. Der erfahrene Jungpolitiker ist sehr gut vernetzt, das müsste seine Chance sein, glauben die Hintermänner. Vergessen sind die Hummerauftritte (Geilomobil – Schwarz macht geil) in Wien in seinen politischen Sturm- und Drangjahren. Er ist der Liebling aller in der Partei, genauso wird er auch dargestellt. Seine Positionierung links der rechten Mitte soll die Stimmen bringen.

Reinhold Mitterlehner ist gegangen, mich hat gewundert, wie lange er durchgehalten hat. Gefallen hat er mir ganz gut. Er war für mich wählbar, sein zur Zeit diskutierter möglicher Nachfolger Kurz ist es zur Zeit noch nicht. Ich möchte einen Kanzlerkandidaten mit etwas mehr Lebenserfahrung. Seine politische Erfahrung zählt für mich nicht wirklich, er wurde perfekt inszeniert und wieviel wirklich von ihm selber kommt, entzieht sich meiner Kenntnis. Eine weitere Kanditatur von Mitterlehner bei den nächsten Wahlen zum Normaltermin mit Kurz im Team hätte für mich Sinn gemacht.

Warum die ÖVP derart konsequent ihren selbstzerstörerischen Kurs beibehält, ist schon interessant. Die ewige Debatte um Neuwahlen ist unproduktiv, die Politiker werden dadurch nur noch unglaubwürdiger. Oft fragt man sich, ob es „denen da oben“ wirklich auch um Österreich geht? Offensichtlich ist die Zeit der traditionellen Großparteien bei uns vorbei, gesagt hat es ihnen nur noch niemand. (kat)




Kopftuch, Goldhaube & Co

Ja, es war vermutlich keine taktische Meisterleistung unseres Bundespräsidenten Alexander van der Bellen, die aktuelle Kopftuchdebatte ironisch zu kommentieren. Man darf auch nicht Äpfel mit Birnen, bitte um Entschuldigung, Goldhauben mit Kopftüchern verleichen.

In der Salzburger Landespolitik ist einmal ein Agrarlandesrat aus dem Flachgau über seinen Vergleich von Mensch und Tier gestolpert und musste unfreiwillig zurücktreten. Natürlich kann man aus fast allem einen Strick drehen. Eigentlich sollte man sich immer fragen, wer ist letztendlich der Gewinner? Wer bringt diese „Sager“ groß in die Medien? Der politische Gegner? Ein alter oder neuer spezieller Freund?

Dem Ansehen unseres Staatsoberhauptes hat der mediale Rundumschlag geschadet, das ist unbestritten. Und das wollen wir doch alle nicht, oder?  VdB hat die Wahl gewonnen und ist jetzt unser Präsident, dazu müsste doch jeder Österreicher stehen. Wenigstens bis zur nächste Wahl. Soviel Demokratie muss einfach sein.

Die Idee, sich mit einem Kopftuch fotografieren zu lassen und das Bild dann auf Facebook zu posten, ist halt auch so eine Sache. Selbst unser berühmter Volks – Rock´n Roller ist mit dabei und versucht  damit — was eigentlich? (kat)          




Gewohnheitsrecht oder so ähnlich

Das Land Salzburg besitzt zahlreiche Liegenschaften an Salzburger Seen, beispielsweise am Wallersee, um nur einen zu nennen. Die Seegrundstücke konnten gepachtet werden, erwischt hat ein normal Sterblicher diese extrem günstigen Schnäppchen eigentlich nie, die Liegeplätze am Wasser waren für Otto Normalverbraucher nahezu unerreichbar.

Vor einigen Jahren wurde dann im Land damit begonnen, die alten Pachtverträge zu entstauben und die Pachtpreise moderat anzuheben. Eine Weltuntergangsstimmung brach aus. Wie können die das! Ein Wahnsinn! Dieser Tage nahmen sich nun die Abgeordneten Helmut Naderer (Team Stronach) und Othmar Schneglberger (SPÖ) der Sache an, die Mietpreise sollen ein Thema im Landtag werden.

Wahrscheinlich möchten die Grundstücksmieter die auf die marktüblichen Pachtpreise für Seegrundstücken fehlenden Differenzbeträge der letzten Jahre nachzahlen und wissen nicht, wie das formal gehen soll! Das hat Klasse! Die beiden Landespolitiker werden, hört man aus gewöhnlich gut informierten Kreisen, die 235 Petitionsunterstützer dahingehend unterstützen! Gratulation dazu. (kat)




Türkischer Honig 2017

Haarscharf hat am Ostersonntag der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan das Referendum zur Ausweitung seiner Macht-Befugnisse gewonnen. Süss wie türkischer Honig hat er gelächelt, als sein Wahlsieg festgestellt wurde.

Wie es mit der fast 100 Jahre alten parlamentarischen Demokratie in der Türkei weitergeht, wird interessant werden. Demokratie schaut mit europäischen Augen anders aus. Selbst die Wiedereinführung der Todesstrafe wird thematisiert. Hat die Türkei genug von Europa?

Fakt ist, wie man in der jüngeren Geschichte am Bosporus verfolgen konnte, dass sowohl die Meinugsfreiheit als auch die politische Opposition nicht mehr erwünscht sind und regierungsseitig schon heftige Gegenmaßnahmen unternommen wurden. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Große Verhaftungswellen  bei den Medien und Regimekritikern schwappten bereits über das Land. Selbst in Europa wurden türkische Kommunen bespitzelt.

Als Urlaubsland jedenfalls hat die Türkei für die Europäer jeden Reiz verloren. Es wird schwer werden, den Schaden in der für das Land so wichtigen  Tourismusbranche wieder gut zu machen. Momentan schaut es eher nach Gewitterwolken und Regen über den Badestränden aus! (kat)




Die Schnäppchenjäger

Was gibt es Schöneres als Sonderangebote! Fast das ganze Jahr über kann man auf irgendeiner Auslagenscheibe oder Werbetafel SALE lesen, das deutsche Wort AUSVERKAUF  ist unmodern, oder auf neudeutsch: uncool geworden.

In vielen Geschäften wundern sich die VerkäuferInnen, wenn man auf das Angebotszuckerl 1 + 1 verzichtet, nur weil man mit einem Häupel Salat genug hat, ähnliche Beispiele gibt es viele.

Noch krasser wird es bei den Fleischangeboten, da heißt es dann auf ganzseitigen Inseraten in den Tageszeitungen: „Auf alles Frischfleisch in Bedienung gibt es von Freitag bis Samstag 25%!“. Ich frage mich schon, wie das geht, wer da letztendlich die Rechnung bezahlt. Die Margen in der Landwirtschaft sind in der Fleischproduktion extrem knapp, hört man immer wieder. Massentierhaltung will niemand und doch wird bei den Sonderangeboten zugeschlagen, als ob plötzlich ein Versorgungsnotstand auf uns zukäme. Wenn das Fleisch billig genug ist, wird auch auf die Herkunft weniger geschaut. 

Männliche Milchrassenkälber dürfen beispielsweise in Schottland am ersten Lebenstag aus wirschaftlichen Gründen getötet werden, bei uns sind sie so gesund, dass praktisch nie ein Tierarzt geholt wird. Ich erinnere an die Herodesprämie bei ebendiesen Kälbern bei uns. Wohin verschwinden die männlichen Zicklein? Alle in der Lebensmittelbranche werben mit glücklichen Tieren auf saftig grünen Almweiden, wie schaut es wirklich aus?

Es sollte uns wichtig sein zu wissen, wie die Tiere, die wir konsumieren, gelebt haben, ob es ihnen in ihrem Leben gut ergangen ist. Das hat nichts mit BIO zu tun sondern nur mit dem eigenen Gewissen. (kat)

 

Weiterführende info in der Dorfzeitung
Grillen ist einfach schön.
Herrlich. Weißwürste und Kümmelbraten.
Wegschauen ist bequem.




Frühlingsputz

Alle Jahre wieder ist im Frühling Großreinemachen angesagt. In vielen Gemeinden säubern dann Vereine die Straßenränder und öffentlichen Anlagen mit mehr oder weniger großer Beteiligung der Mitglieder. Es gibt aber  auch immer wieder Ecken, die offensichtlich nicht sauber zu kriegen sind.

Einer der Gründe: Leider gibt es zahllose Mitgeschöpfe auf unserer schönen Welt, die ihren Müll hemmungslos überall wegwerfen. Frustrierend ist dabei, dass viele dieser Menschen keinen Genierer dabei haben, wenn andere ihren Mist entsorgen dürfen. (kat)




Hin und wieder sollte man sich selbst erfinden

Aktuellen Medienberichten (ZIB 2 Di, 21.03.2017 22.00 Uhr) zufolge ist die Zeit von Baron Münchhausen und Schilda längst vorbei. Der Nachfolger: Unser Parlament.

Dieser Tage wird ein Gesetz zur Verhinderung unnötiger Gesetze (Deregulierungsgrundsätzegesetz) beschlossen. Eigentlich braucht man da nichts mehr hinzuzufügen. (kat)




Eurofighter Untersuchungsausschuss

Der österreichische Abfangjäger ist wieder einmal im Gespräch. Einerseits ist es mit seiner jederzeitigen Flugtauglichkeit so eine Sache, andererseits sind die dazu notwendigen Ersatzteile nicht gerade zum Schnäppchenpreis zu haben.

Das schlechte  Flugwetter tut das Seine dazu. Die undurchsichtigen, düsteren Wolken des Schweigens rund um seine Beschaffung und Finanzierung halten sich sehr hartnäckig über dem parlamentarischen Himmel. Ein U-Ausschuß soll Aufklarung bringen.

Es hat in dieser Causa Bundesflieger schon einmal einen parlamentarischen Unstersuchungsausschuss gegeben, gebracht hat er damals aber außer Kosten eher  gar nichts. Die zahlreichen geschwärzten Akten und das löcherige Gedächtnis der einvernommenen Zeugen (die sich dafür Zeit genommen haben) waren ein unüberbrückbares Hindernis. Ich kann mich noch gut an manch dämlich grinsendes Gesicht des einen oder anderen Beteiligten im Fernsehen erinnern.

Man darf gespannt sein, ob es diesmal besser wird. Für den U-Ausschuß spricht, dass die Grünen und Blauen über ihren Schatten springen und zusammenarbeiten. Wenn wieder nichts herauskommt, sollte man über die Sinnhaftigkeit dieser Ausschüsse in der gegebenen Form nachdenken!  (kat)

Dorfzeitung zum Eurofighter

23. 11. 2012 der Eurofighter im Tarnmodus
08. 03. 2011 Österreich überlegt die Abschaffung des Bundesheeres
23. 07. 2017 Karl Traintinger – Ein Minister möcht´ ich sein




Die Pleitefighter

Die rotweißroten Eurofighter. Gewollt hat sie niemand, gekauft wurden sie trotzdem. Typisch Österreich halt. Es wurde dann die billigere Light Version genommen, die, bei der kein Upgrade möglich ist. Ähnlich wie bei den Office Studentenversionen, da fehlt auch immer etwas.

Aber so eng darf man das nicht sehen. Es wurde ja auch über die Zivildiener abgestimmt und das Bundesheer trotzdem totgespart.  Aber jetzt ist alles besser, im Zeitalter der Registrierkassen können wir uns wieder ein Bundesheer leisten, mit Musikkapellen und so. Für die Bezahlung der teuren Eurofighterflugstunden reicht es dann aber doch nicht so ganz. Musik oder Flieger, das ist hier die Frage!

Der giftgrüne Pilz möchte einen Untersuchungsausschuss, der den Fliegerkauf neuerlich untersuchen soll, womöglich könnte man sie ja als „Muster ohne Wert“ zurückschicken, zum Probieren wäre das schon. Vielleicht könnten einige Vermittler von damals gröbere Summen zur Diskussionserleichterung zurückspenden, die Hoffnung auf Gerechtigkeit stirbt zuletzt. Na ja, und Wahlen kommen auch daher. Wie heißt es doch so schön: „Ein Bißchen was geht immer, oder?“ (kat)

 




Weidmannsheil, irgendwie?

Da sind sich auf der Schmitten bei Zell am See doch glatt zwei höchstprominente Jäger in die Haare gekommen. Kaum zu glauben, dass so etwas unter den bewaffneten Spaziergängern tatsächlich möglich sein soll.

Der eine, seines Zeichens Landesjägermeister in Salzburg behauptet, dass der andere in seinem Revier einen Hirsch geschossen und damit gewildert hätte. Der andere versichert, er hätte das Tier in seinem eigenen Revier, etwa 50 m daneben erlegt, es hätte sich aber verwundet zum Nachbarn geschleppt. (ORF Salzburg)

Naja, wenn es um den Verdacht der Wilderei geht, da wird es bei den Jägern gefährlich, Trophäen oder gar das Wildbret spielen dabei plötzlich eine eher eine untergeordnete Rolle. Interessant ist eigentlich nur, dass der Tierschutz in diesem Konflickt gar keine Rolle spielen dürfte. Mit einem perfekten Blattschuss hatte das Erlegen dieses Hirschen wohl gar nichts zu tun. Ich habe immer geglaubt, ein angeschossenes Tier würde gesucht werden, das hätte etwas mit Jägerehre zu tun, oder so. (kat)




Wenn die Wogen der Stadtpolitik zum Land swapen

Normalerweise funktioniert es in der Politik ganz gut: Wenn ein Gottoberster untragbar wird, verschwindet er still und mehr oder weniger leise auf einem Versorgungsposten und man läßt das Kraut des Vergessens darüber wachsen.

Ab und zu passiert es dann, dass die Ratten das sinkende Schiff zwar rechtzeitig verlassen, sich aber nicht weit genug aus dem Gefahrenbereich der Katzen entfernt haben.

Vor vielen Jahren, vor gar nicht all zu langer Zeit, hat die Stadt Salzburg höchst schwierige Swap-Deals abgeschlossen und als die negativen Gewinne dann immer desaströsere Ausßmaße annahmen, schnell an das Land weitergegeben, irgendwie. Unter parteipolitischen Freunden geht das. Und dann kommt Jahre später die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft aus Wien daher und hinterfragt das Ganze. Akribisch genau, still und leise. Vergessen ist, dass die kleineren und größeren Kommunen damals abgehalten wurden, ihr Geld möglichst gewinnbringend anzulegen und das ist in der Regel mit Risiko verbunden. Solange es gut läuft, sonnen sich alle  im Erfolg, wenn es schief läuft, braucht man einen Sündenbock.

Plötzllich sieht die Katze ihre Chance auf fette Beute. Man darf gespannt sein, wen sie fressen wird. Eine oder einen für alle? Auf der Anklageschrift stehen 7, zum Teil sehr prominente Namen. Ob die 7 mit dem gleichnamigen Märchen zu tun haben, wird sich zeigen. Was alles rechtens war oder auch nicht werden die Gerichte zu klären haben.  Das Spiel hat begonnen. (kat)