Der Laufener Landweizen, ein Projekt mit Zukunft

Weizen gehört neben Gerste zu den ältesten uns bekannten Kulturgetreidearten. Man geht davon aus, dass er schon über 8000 Jahre angebaut wird. Der aktuelle Trend nach immer mehr Hektarertrag ist genauso zu hinterfragen wie die Anmeldung von Patente für Pflanzen und Tiere.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Über Generationen hat die Versorgung mit dem Grundnahrungsmittel Weizen ganz einfach funktioniert: Ein Drittel der Ernte wurde zum neuerlichen Anbau genutzt, ein Drittel konnte gegessen und ein Drittel verkauft werden. Die neuen, ertragreichen Züchtungen können ihr Potenzial nur mit Düngern und Pflanzenschutzmitteln ausschöpfen. Wohin das letztendlich führt, möchte ich mir lieber gar nicht ausmalen. Wenn man mit offenen Augen durch das Land fährt, kann man immer häufiger das Verschwinden der bunten Vielfalt auf unseren Wiesen und Feldern beobachten. Sicher, der Bedarf an Lebensmitteln wird immer größer, es steigt aber ebenso deren maßlose Verschwendung. Mangelnder Umweltschutz und Tierleid werden häufig für augenscheinlich billige Lebensmittel in Kauf genommen. Hinterfragt wird das selten, es wird schon alles passen, heißt es dann bequemerweise.

Laufener Landweizen

Umso erfreulicher sind daher Initiativen, die diesem Trend zur hemmungslosen Gewinnmaximierung und der damit verbundenen Entwicklung hin zu Monokulturen entgegenwirken. So werden wieder historische Getreidesorten gesucht, gefunden und teilweise wieder angebaut.

Laufener Landweizen

Vor mehreren Jahren haben Heinz Marschalek und Simon Angerpointner federführend begonnen, zusammen mit der ANL Bayern, der Biosphärenregion Bayern, und einigen anderen Pionieren sich der Rekultivierung des Laufener Landweizens zu widmen. Nach den ersten erfolgreichen Anbauversuchen mit gerade einmal einer Handvoll Saatkörnern aus der Gendatenbank Gatersleben ist man heute soweit, den nächsten Schritt zu gehen. Der Laufener Landweizen soll zukünftig im zertifizierten ökologischen Landbau Verwendung finden. Dazu ist eine Sortenzulassung als Saatgut notwendig. Die erforderlichen Anträge wurden von Manfred Eisl, Esserbauer in St. Georgen, bereits eingereicht.

Laufener Landweizen

Was zeichnet den Laufener Landweizen aus? Er ist ein Winterweizen und wurde/ wird im Salzburger Alpenvorland und im bayrischen Rupertiwinkel angebaut, rund um Laufen eben. Der Weizen ist winterhart, hochwüchsig, begrannt, hat eine hohe Standfestigkeit und kommt auch mit den für diese Gegend typischen, hohen Niederschlägen gut zurecht, das heißt, er verpilzt nicht. Einige Bäcker, die ihn bereits in Kleinmengen verarbeiten, sind vom guten Geschmack und den hervorragenden Backeigenschaften begeistert. So nimmt das Mehl sehr gut Wasser auf und das ist ein gute Voraussetzung für das Brotbacken.

Den Laufener Landweizen in ausreichender Menge anbieten zu können, ist die nächste Herausforderung. Erstens sind die Hektarerträge mit knapp 2000 Kilo eher bescheiden, zweitens verträgt er außer dem klassischen Strohmist keinen Dünger und drittens darf er erst nach 5-6 Jahren auf Grund der im Biolandbau vorgeschriebenen Fruchtfolge wieder am gleichen Feld angebaut werden. Es ist eine spannende, begrüßenswerte Entwicklung, die da in kleinen Teilen der Landwirschaft passiert.

Wolfram Adelmann von der Bayrischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege fasst treffend zusammen: „Der Laufener Landweizen ist die Kombination von Naturschutz, Landschaftsästhetik und regionaler Angepaßtheit von Getreide.“

Weiterführende Informationen
Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege >
Biosphärenregion Berchtesgadener Land >
wild und kultiviert – Regionale Vielfalt säen >
Manfred Eisl – Aglassinger BIO-Bauernmarkt >
Roggenes Brot vom Esserbauern >
Ute Woltron: Aktion Grünes Licht für die Sortenvielfalt >
Obst und Gemüse aus dem Plastikland >
Biologisch aus Salzburg >

Dazu passende Rubriken in der Dorfzeitung
NAHversorger >
Dorfschlaraff >
Fotos von Laufener Landweizen gibt es bei Dorfbild >




Die Kaiserbuche am Haunsberg 2016

Einst war die Kaiserbuche ein Naturdenkmal, das weitum sichtbar am Haunsberg im nördlichen Flachgau stand. Vor etwa 10 Jahren wurde sie, schon längere Zeit krank und teilweise morsch von einer heftigen Sturmböe entwurzelt und mußte letztendlich gefällt werden.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Der „Kaiserbam“, wie die Flachgauer Bevölkerung ihn liebevoll nannte, wurde in Erinnerung an einen Besuch von Kaiser Josef II gepflanzt und war der mächtigste Baum weitum. Es waren schon mehrere Menschen notwendig, um ihn handhaltend zu umfassen.

Kaiserbuche 2016

Wurzelreste der alten Kaiserbuche zeugen von der Größe des ehemaligen „Kaiserbams“, die Krone erinnert an den Kaiser. Um die neue Kaiserbuche vor Vandalenakten zu schützen mußte sie eingezäunt werden.

Kaiserbuche 2016

Siehe auch: Die Kaiserbuche stirbt …




Ohne Schneid koa Freid

Rene Wurzrainer, mobiler Schleifservice

Rene Wurzrainer, mobiler Schleifservice

Ein Messerschleifer am Wochenmarkt in Oberndorf. Es gibt in einer Küche nicht Lästigeres, als wenn die Messer nicht schneiden. Ja, eine Zeitlang kann man sich mit diversen Hilfsinstrumenten zum Schärfen weiterhelfen, spätestens aber bei Wellenschliffmessern werden erbarmungslos Grenzen aufgezeigt.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Und gute Messer werden auch nicht zum Schnäppchenpreis gehandelt, sodass man sie andauernd wechseln könnte. Heute habe ich Rene Wurzrainer am Oberndorfer Wochenmarkt in seinem Schleifmobil getroffen, er ist der Experte für gut schneidende Messer.

Rene betreibt den mobilen Schleifservice INNschliff und ist unter anderem auf folgenden Wochenmärkten anzutreffen: Oberndorf, St. Johann in Tirol, Salzburger Schranne, Kitzbühel.

Der gelernte Metzger, auch in diesem Beruf geht es ohne scharfe Messer nicht, hat sich in zahlreichen Kursen weitergebildet und beherrscht den Glattschliff, den Wellenschliff und den Reperaturschliff, mit der Fleischhauerei hat er praktisch nichts mehr zu tun, wenn es nicht gerade um scharfe Messer geht.

Da Rene Wurzrainer nicht jede Woche auf jedem Markt sein kann, lohnt es sich nachzufragen, wann er wo anzutreffen ist.




Regenschirme, gemacht für Generationen

Kirchtag Regenschirme

Alle Fotos: KTraintinger

Regenschirme gibt es in Salzburg an allen Ecken und Enden zu kaufen, ist die Stadt neben den Festspielen doch auch für seinen Schnürlregen berühmt. Die Modelle und Preisklassen sind vielfältig, selbst FremdenführerInnen nutzen ihn als Erkennungsmerkmal für Touristengruppen.

KT_012_DZVon Karl Traintinger

Dann gibt es noch die Regenschirme von Andreas Kirchtag in der Getreidegasse. Er führt neben Standard-Fabriksware auch Damen-, Herren- und Familienschirme aus eigener Produktion. Die Kirchtag – Schirmmanufaktur produziert Stockschirme in Handarbeit in höchster Qualität, jeder Teil kann erneuert und repariert werden. Die Stöcke bestehen aus Ahorn, Kirsche, Esche, Eiche, Palisander, Eben- oder Rosenholz.

Die Handgriffe werden über Dampf gebogen, die Gestänge kommen aus England und Italien. Metallteile wie Schieber, Krone, Scheibe, und Zwinge werden aus Messing gestanzt oder aus Aluminium gefräst. Klaviersaitendraht ist der Werkstoff für die Federn. Als Tuch finden Baumwolle, Schirmseide und Kunstfasern Verwendung.

Kirchtag Regenschirme

Andreas Kirchtag

Nach dem Aussuchen der Einzelteile wird das nummerierte Einzelstück in der Werkstatt in der Getreidegasse gefertigt und kann etwa 14 Tage später im Geschäft abgeholt werden. Mit etwas Glück überreicht sogar Andreas Kirchtag selbst den handfertigen Regenschirm.




Rosi Fürmann: Meine Empfehlung für einen kühlen Spaziergang am Morgen – der Kreuzweg in Ainring

Kreuzwegstation am Weg von der Pfarrkirche St. Laurentius in Ainring hinauf zum Ulrichshögl mit der Kapelle an der Kasaleitn, dem hl. Antonius geweiht, , Gemeinde Ainring, Berchtesgadener Land, Oberbayern

Kreuzwegstation am Weg von der Pfarrkirche St. Laurentius in Ainring hinauf zum Ulrichshögl mit der Kapelle an der Kasaleitn, dem hl. Antonius geweiht, , Gemeinde Ainring, Berchtesgadener Land, Oberbayern

Der Spaziergang führt auf einem wunderschön zu begehenden Wanderweg von der Pfarrkirche St. Laurentius hinauf auf den Ulrichshögl. Dazu sollte man sich ein bisschen Zeit nehmen, um immer wieder in der herrlichen Morgenluft die schönen Durch- und Ausblicke zu genießen und die wahrlich tiefgründig-ergreifenden Sprüche – geschrieben von Josef Kriechhammer – zu lesen und wirken lassen zu können.




Das Kaltblutpferd in Arbeit und Freizeit

Kaltblutfest anläßlich des Leonhardirittes in Holzhausen bei Teisendorf, Oberbayern, erstmals urkundlich erwähnt 1612, dabei werden die wunderschön herausgeputzten Pferde gesegnet. Bei diesem Kaltblutfest wird die Arbeit mit den herrlichen schweren Kaltblutpferden gezeigt, vornehmlich die Arbeit bei den Bauern, in der Forstwirtschaft, aber auch als Zugpferde für schwere transporte - wie Bier udgl.

Kaltblutfest anläßlich des Leonhardirittes in Holzhausen bei Teisendorf, Oberbayern, erstmals urkundlich erwähnt 1612, dabei werden die wunderschön herausgeputzten Pferde gesegnet. Bei diesem Kaltblutfest wird die Arbeit mit den herrlichen schweren Kaltblutpferden gezeigt, vornehmlich die Arbeit bei den Bauern, in der Forstwirtschaft, aber auch als Zugpferde für schwere Transporte – wie Bier udgl.

Mächtige Rösser unter kraftvoll-einfühlsam führenden Händen

Vor der Technisierung nicht wegzudenken als Arbeitspferd in der Land- und Forstwirtschaft, als Zugpferd auf Fahrten mit der Kutsche, sogar teilweise als Reitpferd verwendet, ist es heute hauptsächlich der Liebhaber, der sich ein Kaltblutpferd im Stall hält. Liebhaber muss man sein, die viele Zeit aufzuwenden, sich solch ein Kaltblut auszubilden für die vielfältigen an das Pferd gestellten Anforderungen.

Rosi Fürmann

Von Rosi Fürmann

Kaum mehr braucht die Landwirtschaft das Kaltblut zur Feldarbeit und selten arbeiten sie noch im Forst beim „Rücken“ des Langholzes in unwegsamem Gelände, dort wo maschinelle Holzbringung nicht möglich ist oder der Waldboden geschont und nicht durch schwere Maschinen zerfurcht werden soll.

Seit 100 Jahren bemüht sich die Kaltblutzuchtgenossenschaft Berchtesgadener Land um die Zucht und damit den Erhalt dieses einmalig schönen und mächtig-starken Pferdes. 1915 gründete sich die heute Kaltblutzuchtvereinigung Berchtesgadener Land e.V. genannte Genossenschaft.

Kaltblutfest anläßlich des Leonhardirittes in Holzhausen bei Teisendorf, Oberbayern, erstmals urkundlich erwähnt 1612, dabei werden die wunderschön herausgeputzten Pferde gesegnet. Bei diesem Kaltblutfest wird die Arbeit mit den herrlichen schweren Kaltblutpferden gezeigt, vornehmlich die Arbeit bei den Bauern, in der Forstwirtschaft, aber auch als Zugpferde für schwere transporte - wie Bier udgl.

Kaltblutfest anläßlich des Leonhardirittes in Holzhausen bei Teisendorf, Oberbayern, erstmals urkundlich erwähnt 1612, dabei werden die wunderschön herausgeputzten Pferde gesegnet. Bei diesem Kaltblutfest wird die Arbeit mit den herrlichen schweren Kaltblutpferden gezeigt, vornehmlich die Arbeit bei den Bauern, in der Forstwirtschaft, aber auch als Zugpferde für schwere transporte – wie Bier udgl.

Der Landesverband Bayerischer Pferdezüchter kümmert sich um die Zucht und die nötigen Papiere mit der Lebensnummer. Dazu benötigt jedes Tier einen Equitenpass mit den Eintragungen u.a. der Vorfahren des Pferdes, des Geburtstermins, der Impfungen und dem ersten Besitzers. Zu jedem Pferd gehört zudem die Eigentümerurkunde mit allen im Laufe des Pferdelebens sich ändernden Eigentümern.

Holzfuhrwerk von Kaltblutpferd gezogen mit Goaßlschnalzer -  Kaltblutfest in Holzhausen bei Teisendorf

Holzfuhrwerk von Kaltblutpferd gezogen mit Goaßlschnalzer – Kaltblutfest in Holzhausen bei Teisendorf

Seit nunmehr 100 Jahren bis heute stecken die Mitglieder der Vereinigung viel Energie und zeitlichen Aufwand in die Arbeit mit und um ihre Pferde. Die Kalbblutzuchtgenossenschaft führten anfangs nur ein 1. und 2. Vorstand. Leider gingen bei einem verheerenden Brand des Anwesens des 1. Vorstandes Josef Abfalter in Weng (heute Gmd. Ainring) 1928 sämtliche Unterlagen über die Gründung und die weitere Arbeit verloren. 1990 übernahm Martin Reitschuh aus Haslach (Gmd. Teisendorf) die Genossenschaft von Josef Niederstraßer aus Kling und führt sie bis heute.

das Kircherl St. Bartholomä als Miniatur - von Kaltblutpferd gezogen -  Kaltblutfest in Holzhausen bei Teisendorf

das Kircherl St. Bartholomä als Miniatur – von Kaltblutpferd gezogen – Kaltblutfest in Holzhausen bei Teisendorf

Den Erfolg ihrer Arbeit zeigen sie alljährlich beim großartigen Kalblutfest am Sonntag nach Pfingsten in Holzhausen – Gemeinde Teisendorf und feiern 2015 ihr 100-Jahr-Jubiläum mit Feldmesse, Festzug und gemütlichem Beisammensein im Bierzelt. Herrliche Pferdegespanne bilden beim Festzug die prächtigen Höhepunkte mit u.a. landwirtschaftlichen Geräten wie Mähmaschine, Odelfaßl, Heuwender, Almkarren, Holzfuhrwerk, Heuwagen, Feuerwehrspritze, Kartoffelroder, Schwadenrechen; mit dabei beim Festzug die Postkutsche mit Postreiter, Prinzregent Luitpold in einer Vis-a-Vis mit 1 Wagen Jagdhornbläser und 1 Almkarren, Bartholomäkirche, Bierwagen und Salzwagen.

Heu einfahren - Heuernte - beom Vorderstockhammer-Bauern in Stockham - Gmd. Anger

Heu einfahren – Heuernte – beom Vorderstockhammer-Bauern in Stockham – Gmd. Anger

Der im südostbayerischen Raum als beinahe einmalig geltende Zehnerzug unter den Händen von Franz Edfelder aus Anger gilt dabei als einer der Höhepunkte. Der Zug setzt sich aus Pferden verschiedener Züchter der Vereinigung zusammen. Große „Auftritte“ erlebte dieses einmalige Gespann bei z.B. dem 10tägigen Aufenthalt auf der „Alten Wies‘n“ 2010 mit täglich 2-maliger Fahrt durch den Ring, der Teilnahme am Trachten- und Schützenumzug zur Oktoberfesteröffnung in München 2013 oder der Einladung zum internationalen Zehnerzugtreffen nach Hundham im Leitzachthal – wahrlich eine Erfolgsgeschichte für den 2008 mit den Züchtern Martin Reitschuh, Josef Hinterreiter, Georg Waldhutter, Josef Weidenspointner, Franz Kammer und Franz Edfelder zusammengestellten Zug.
100 Jahre Kalblutpferdezuchtvereinigung Berchtesgadener Land e.V.

landwirtschaftliche Arbeit mit eisenbereiftem Wagen - Gras holen - Eingrasen - Wagen von Pferden gezogen Foto entstanden vor 1950

landwirtschaftliche Arbeit mit eisenbereiftem Wagen – Gras holen – Eingrasen – Wagen von Pferden gezogen
Foto entstanden vor 1950

Programm:
31. Mai 2015 in Holzhausen bei Teisendorf
10 Uhr Feldmesse
11 Uhr Festzug
12 Uhr Vorstellen der Gespanne auf dem Geviert neben dem Bierzelt
Danach gemütliches Beisammensein




Salzburg. Leben in Elisabeth-Vorstadt

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Leben in Elisabeth-Vorstadt. Das bedeutet einerseits, konfrontiert zu sein mit einer multi-kulturellen Gegenwart. Mit deren Segnungen, aber auch mit deren Problemen. Das bedeutet ein Leben im Zentrum oder am Rande sozialer Brennpunkte.

RGratzfeld_1012Von Rochus Gratzfeld

Das bedeutet ein Leben in dichtester Besiedelung, mit dichtestem Verkehrsaufkommen. Das bedeutet ein Leben mit den Bausünden der 60er und 70er Jahre. Das bedeutet andererseits ein Leben in oder am Rande einer längst vergessenen Welt. Bestehend aus Ensembles alter Villen mit den Stilelementen vergangener Epochen. Teilweise liebevoll restauriert, teilweise dem Verfall preisgegeben. Die Bilderstrecke hier dokumentiert diesen Teil der Vorstadt.

Elisabeth-Vorstadt lebt von den Gegensätzen. Die kann man nur lieben, oder hassen. Ein Mittelding hat da keinen Platz.




Gemüse und Erdäpfel direkt vom Bauern, genau wie ich es mag.

Wochenmark Oberndorf

Robert Zeilinger vom Demeterhof in Tittmoning steht mit seinem Gemüsestand jeden Samstagvormittag am Oberndorfer Wochenmarkt im nördlichen Flachgau. Er verkauft die Produkte, die auf seinem Hofes im angrenzenden Bayern von ihm produziert werden.

ktraintingerVon Karl Traintinger.

Es wird wenig geschönt, nicht einmal die Kartoffeln, ich habe vier verschiedene Sorten (Sortenbeschreibung_Kartoffel) gesehen, sind gewaschen. Vielleicht sind sie mir deshalb aufgefallen.Tatsache ist, dass sie hervorragend schmecken und ähnlich ausschauen wie die, die mein Schwiegervater im NÖ Weinviertel aus seinem Kartoffelkeller geholt hat. Er hat immer gesagt, kühl und dunkel müssen sie lagern, dann halten sie gut. Und er hatte recht. Es ist auch kein Aufwand, die Erdäpfel vor dem Kochen zu waschen. Es ist nicht notwendig, dass sie irgendwo hintransportiert werden müssen, wo günstig gewaschen wird.

Etwas störend sind vielleicht an seinem Stand die vielen Plastiksackerl, ich hoffe es sind solche, die sich abbauen. Da wird wohl der Demeterverband dafür sorgen, dass es so ist.  Ansonsten ist es ein sympathisches Standl mit regionalen und jahreszeitlich korrekten Produkten.

Wir werden in der Dorfzeitung ab jetzt regionale Produkte aus dem Dorf vorstellen, die uns gefallen und gut geschmeckt haben. Auch bei dieser Serie wird der Begriff Dorf, wie er bei der Blattlinie definiert wird, verwendet.




Apfelmehlanlage eröffnet

Bramberger Apfeltrestermehl-Maschine: von links: Apfelschälmaschine, Trockenmaschine (mit den Schläuchen) und Mühle Verena Olschnögger (Ideengeberin im Zuge ihrer Masterarbeit) - aus Mittersill, die Tauriska Geschäftsführer Christian und Susanna Vötter, der Bramberger Pfarrer Karl Pöckl, Brambergs Bürgermeister Hannes Enzinger, LR Josef Schwaiger und der Obmann des Obst- und Gartenbauvereins Bramberg Toni Lassacher

Bramberger Apfeltrestermehl-Maschine: von links: Apfelschälmaschine, Trockenmaschine (mit den Schläuchen) und Mühle Verena Olschnögger (Ideengeberin im Zuge ihrer Masterarbeit) – aus Mittersill, die Tauriska Geschäftsführer Christian und Susanna Vötter, der Bramberger Pfarrer Karl Pöckl, Brambergs Bürgermeister Hannes Enzinger, LR Josef Schwaiger und der Obmann des Obst- und Gartenbauvereins Bramberg Toni Lassacher

Apfelreste avancieren zu neuer Gaumenfreude

Museumsfest mit neuer Apfelmehlanlage des Vereins Genussregion Bramberger Obstsaft, und 20jähriges Jubiläum des Salzburger Wollstadels in Bramberg

Von Walter Schweinöster.

Landesrat Josef Schwaiger schwärmte über ihre Vorzüge, der Bramberger Pfarrer Karl Pöckl segnete sie: Die Eröffnung der Apfelmehlanlage war der Glanzpunkt des Museumsfestes am Sonntag in Bramberg. Jetzt kann sie loslegen, und mit ihr beginnt bei der Bramberger Obstpresse eine neue Ära für die Apfeltrester. Diese Rückstände beim Obstsaftpressen wurden bisher Tieren verfüttert oder kompostiert. Nun werden sie in der neuen Anlage getrocknet, dann geschrotet und zum “Bramberger Epfö-Mehl” gemahlen. Das Pulver kann man sodann als Backzutat und zum Kochen verwenden oder einfach roh genießen. “So bleiben diese wertvollen Inhaltsstoffe erhalten”, freut sich Verena Olschnögger. Schließlich besage schon ein altes Sprichwort, man solle den Apfel “mit Putz und Stingl essen”. Die gebürtige Mittersillerin hat die Idee des Apfelpulvers in ihrer Masterarbeit an der Fachhochschule Salzburg, Studiengang Design und Produktmanagment, entwickelt.

Entscheidend beteiligt an der Umsetzung des Projektes mit Kosten von 90.000 Euro war – wie schon bei vielen aufwändigen, regionalen Unternehmungen – Christian Vötter vom Verein Tauriska in Neukirchen am Großvenediger. Er und der Obmann der Bramberger Obstpresse, Toni Lassacher, tragen für die Hälfte des Betrages das Risiko. Der Rest wird gefördert.

Bramberger Apfeltrestermehl-Maschine: von links: Trockenmaschine (mit den Schläuchen) und Mühle Verena Olschnögger (Ideengeberin im Zuge ihrer Masterarbeit) - aus Mittersill, der Obmann des Obst- und Gartenbauvereins Bramberg Toni Lassacher und die Tauriska Geschäftsführer Susanna und Christian Vötter

Bramberger Apfeltrestermehl-Maschine: von links: Trockenmaschine (mit den Schläuchen) und Mühle Verena Olschnögger (Ideengeberin im Zuge ihrer Masterarbeit) – aus Mittersill, der Obmann des Obst- und Gartenbauvereins Bramberg Toni Lassacher und die Tauriska Geschäftsführer Susanna und Christian Vötter

Das erste Produkt aus dem Bramberger Apfeltrestermehl: von links: Tauriska GeschŠftsfŸhrerin Susanna Vštter mit dem Bramberger Bäckermeister Fritz Daxenbichler und dessen Gattin Gitti mit dem Epfö-Auge (Keks)

Das erste Produkt aus dem Bramberger Apfeltrestermehl: von links: Tauriska Geschäftsführerin Susanna Vötter mit dem Bramberger Bäckermeister Fritz Daxenbichler und dessen Gattin Gitti mit dem Epfö-Auge (Keks)

Gefeiert wurde auch das 20jährige Jubiläum des Salzburger Wollstadels in Bramberg. Dessen Inhaberin Hildegard Enzinger fertigt mit einem Team von Heimstrickerinnen hochwertige Westen, Pullover, Mützen, Handschuhe, Socken. Aus Filz entstehen Hüte, Taschen, Sitzkissen, Handy-Taschen, Wandbehänge und natürlich die beliebten Hausschuhe “Pinzga Doggeln”. Außerdem wird Jung und Alt in Kursen die Kunst des Filzens nähergebracht. 1500 Kilogramm Wolle von regionalen Bauern aus dem Nationalpark Hohe Tauern werden jährlich verarbeitet.

20 Jahre Wollstadel Bramberg: rechts: Hildegard Enzinger mit ihren Tšchtern von links Sylvia und Heidi

20 Jahre Wollstadel Bramberg: rechts: Hildegard Enzinger mit ihren Tšchtern von links Sylvia und Heidi

Jubiläumsfest 20 Jahre Salzburger Wollstadl in Bramberg

Das Salzburger Wollstadl in Bramberg zeigt seit zwei Jahrzehnten, dass Stricken und Filzen auch in unserer digitalen Welt ihren Stellenwert besitzen. Wollstadl-Inhaberin Hildegard Enzinger bedient mit einem Team von Heimstrickerinnen mit viel Handwerksgeschick die unterschiedlichsten Wünsche. Westen, Pullover, Mützen, Handschuhe, Socken werden gefertigt. Aus Filz entstehen Hüte, Taschen, Sitzkissen, Handy-Taschen, Wandbehänge und natürlich die beliebten Hausschuhe “Pinzga Doggeln”. Außerdem wird Jung und Alt in Kursen die Kunst des Filzens nähergebracht.

20 Jahre Wollstadel Bramberg von links: TVB Obmann Bramberg Walter Innerhofer, Sylvia und Heidi und Hildegard Enzinger, TVB Mitarbeiterin Bramberg Gisela Göstl. Alle Fotos: TAURISKA/ Walter Schweinöster

20 Jahre Wollstadel Bramberg von links: TVB Obmann Bramberg Walter Innerhofer, Sylvia und Heidi und Hildegard Enzinger, TVB Mitarbeiterin Bramberg Gisela Göstl. Alle Fotos: TAURISKA/ Walter Schweinöster

1500 Kilogramm Wolle von regionalen Bauern aus dem Nationalpark Hohe Tauern werden jährlich verarbeitet. Zum Jubiläumsfest am Sonntag kamen denn auch viele Besucher, die sich anhand einer “Wollstraße” anschaulich den Weg des Schafpelzes bis zum fertigen Produkt zeigen konnten: das Schafescheren, Wollewaschen, Trocknen, Färben, Kardieren, Spinnen, Stricken, Filzen.




Fertöszéplak: Bäuerliches Leben am Neusiedler See

Bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts war das Leben am Neusiedler See bäuerlich geprägt. Die fruchtbaren Böden und der fischreiche See versorgten die Menschen mit Nahrung und Rohstoffen. Das charakteristische Gebäude dieser Zeit: Der Streckhof mit seinen angrenzenden, oft schilfgedeckten Gebäuden für Vieh und Ernte. Und überall die Präsenz der Symbole des tief verankerten christlichen Glaubens.

rochus_qVon Rochus Gratzfeld, Sarród und Salzburg

Heute verfallen die alten Höfe oder werden, zum Glück, von Menschen, die sich deren Faszination nicht entziehen können, gekauf und oft liebevoll restauriert. Meistens sind es WienerInnen, die hier ihre Liebe zur Landschaft und zur Kultur pflegen. UngarInnen setzen, entsprechend betucht, eher auf Neubauten, die Neureichtum repräsentieren. Schade, wo doch hier eigentlich vorhandener Nationalstolz eine andere Sprache sprechen sollte.

Die alten Handwerksbetriebe sind längst geschlossen. Ein Unglück. Und die Landwirtschaft findet in dieser „Kornkammer“ Ungarns auf großen Flächen mit übergroßen Maschinen statt. Dennoch bleiben zwischen den bewirtschafteten Räumen immer noch große Bereiche, die der Natur vorbehalten sind. Und der Nationalpark mit seinen engagierten MitarbeiterInnen sichert diesen Räumen deren Überleben. Möge dies so bleiben. Mögen die Störche hier weiter brüten, die Unzahl von Vögeln hier weiter rasten. Die Steppenrinder und Wasserbüffel weiter weiden. Rund 4000 Tiere sind es hier derzeit – fast waren sie schon ausgestorben. Und natürlich die Fische unsere Speisekarte ebenso bereichern, wie das viele Wild. Ob die Wölfe vom Bük-Gebirge ihren gar nicht so weiten Weg bis hierhin in den nächsten Jahren finden werden? Ich kenn da so manchen Hammel, der ihnen Furcht machen würde.

Wir haben auf unserem Streckhof versucht, die Werte der Vergangenheit mit denen der Gegenwart zu verbinden. Möglichst viel belassen. Den Anbau von Obst und Gemüse pflegen wir weiter. Und auch einen traditionellen Brotbackofen haben wir reaktiviert. Nur das Plumpsklo, darauf verzichten wir gerne.




Ute Woltron: Aktion Grünes Licht für die Sortenvielfalt

 

Grün ist die Hoffnung. Reich soll die Sortenvielfalt bleiben.

Bereits im Frühjahr soll in Brüssel über den Vorschlag der EU-Kommission zur Verordnung von Saat- und Pflanzgut abgestimmt werden. Er spielt Großkonzernen zu und bedroht seltene und bäuerliche Sorten – sowohl Gemüse- als auch Blumensorten. Der freie Tausch von Saatgut und Edelreisern könnte gesetzlich unter Strafe gestellt werden. Das schadet nicht nur kleinen Produzenten, Bauern und Saatgutzüchtern, sondern auch uns Konsumenten, vor allem aber der über Jahrhunderte gewachsenen Vielfalt!

Der Frühling kommt bald, doch niemals soll man die Hoffnung fahren lassen, auch wenn das als romantisch verschrieen ist. Dass das sehr viele genau so sehen, haben wir im Dezember mit der Aktion „Die Blauen Blumen der Hoffnung“ bewiesen: An die 1.000 Boxen mit den Samen blau blühender Blumen und einer siebgedruckten blauen Stofftasche haben wir verschickt – flächendeckend von Wien bis Zürich und nach Hamburg, Berlin & Co. Danke an Euch alle!

Jetzt säen wir Gemüse, Blumen, Kräuter gegen die Saatgutverordnung!

Denn unsere Aktion gegen die geplante Saatgutverordnung geht energisch weiter. Wir wollen diese Beschränkung unserer Freiheit nicht hinnehmen!
Wir haben eine Grüne Gemüse Box mit Gemüse-, Kräuter- und Blumensamen produziert. Alles davon ist essbar, auch die Blüten. Alle Pflanzen sind bewusst so gewählt, dass sie auch für Topf- und Balkonkistchenkultur geeignet sind. Wieder ist eine siebgedruckte Stofftasche dabei, diesmal in Grün.

tascheGrüne Gemüse Box

WICHTIG: Der Erlös des Projektes geht zur Gänze an Global 2000. Denn die Leute von Global haben das Projekt „Freiheit für die Vielfalt“ ins Leben gerufen und reisen seit Monaten zwischen Brüssel und Wien hin und her, um für die Erhaltung dieser Vielfalt zu verhandeln.

PREIS: 48 €
für die Box mit 10 Samenpäckchen, Infos und der siebgedruckten Stofftasche
BESTELLUNG via Internet HIER>

Idee: Ute Woltron
Grafik: Andi Lierzer, Wien Nord

Was ist drin in der Grünen Gemüse Box?

Saatgut & Stofftasche
Diesmal ist die bedruckte Tasche fesch-Blattgrün. Denn Grün ist die Hoffnung. Wir haben vor allem auf Euch Stadtgärtnerinnen und Balkonbauern Rücksicht genommen und gemeinsam mit der ReinSaat Sorten gewählt, die man auch auf Fensterbänken und Terrassen ziehen kann. Alles sortenrein, komplett gentechnikfrei und nicht-hybrid, eh logisch!

Misticanza
Italienische Salatmischung
Traditioneller italienischer Sorten- und Artenmix bestehend aus grünen und roten Pflücksalatenwie Hirschhornwegerich undHerba Stella, Romana- undEichblattsalate, Schnittzichorie,Rucola coltivata

Oriental Mix
Asia Salate
Schnitt- und Pflücksalatmischung für den Frühling oder den Herbst, denn diese Pflanzen mögen es kühl. Mischung mit Pak Choi, Mizuna,Grün im Schnee, Red Giant,Tatsoi.

Salad Mix
Bunte Salate
Schnitt- und Pflücksalatmischung für das ganze Jahr mit unkonventionellen Salatsorten wie Till, Pasha, Catalogna, Lollo Bionda und Lollo Rossa.

Paprika
Sorte: Paradiso
Ein kugeliger Minipaprika mit reichem Ertragund runden Früchten, die wie winzigen Tomaten ausschauen.Süßwürziges, kräftiges Aroma.Kann frisch gegessen, eingelegt oder gefüllt werden. (15 Korn)

Chili
Sorte: Jalapeno
Dickfleischig, anfangs grün, später dann knallrot, bis zu 7 cm lang und fruchtig-scharf sind die Jalapeno-Chilis. Die Sorte ist reichtragend. Die Früchte erreichen eine Schärfe von 2,5 bis 4. (15 Korn)

Basilikum Genovese
Ocimum basilicum
Einjährig
Höhe: bis zu 40 cm
Anbau: Achtung, Lichtkeimer!
Standort: vollsonnig
Boden: feucht, nährstoffreich
Besonderheit: Eine speziell großblättrige, traditionelle italienische Sorte mit reichlich Aroma.

Buschtomate
Sorte: Jani
Eine Buschtomate, die praktischer weise nicht ausgegeizt werden muss. Wächst etwa 80 cm hoch, trägt viele etwa 7 cm große, flachunde Früchte. Die Pflanze muss nicht zwingend gestützt werden. Für Kübelpflanzung geeignet. (5 Korn)

Kapuzinerkresse
Tropaeolum majus
Einjährige Mischung
Farbe: leuchtend gelb-orange bis rot
Blütezeit: ab Ende Juni
Standort: möglichst sonnig, nicht zu feucht
Besonderheit: Blätter und Blüten schmecken angenehm erfrischend scharf und werden nicht nur von Menschen, sondern auch von Bienen und anderen Insekten geschätzt. (15 Korn)

Ringelblume
Calendula officinalis
Einjährig
Höhe: bis zu 50 cm
Farbe: gelb, orange
Blütezeit: Juni bis Frost
Standort: sonnig
Boden: sonnig, nicht zu feucht
Besonderheit: Schöne, essbare Blüten, sät sich verlässlich Jahr für Jahr aus, ist nicht nur dekorativ, sondern auch ein bewährtes Heilkraut. (50 Korn)

Echte Kamille
Matricaria recutita
Einjährig
Höhe: 15 bis 50 cm
Farbe: gelb-weiß
Blütezeit: Juni – September
Standort: sonnig
Boden: anspruchslos, doch am liebsten möglichst kalkarm
Besonderheit: Tee- und Heilkraut. Am besten erntet man die Kamille, wenn zwei Drittel der Blütenknospen offen stehen.

Was jeder sonst noch tun kann.

Jede Abhängigkeit ist der Tod der Freiheit

Zitat von Save our Seeds: „Diese strenge Reglementierung soll verhindern, dass alternatives Saatgut den übermächtigen Saatgutunternehmen, die inzwischen 40 Prozent des kommerziellen und 100 Prozent des transgenen Saatgutmarktes bedienen, einen Teil ihres Marktes streitig machen kann. Damit droht die Landwirtschaft in eine vollkommene Abhängigkeit von den wenigen Konzernen zu gelangen, die heute den weltweiten Handel mit Saatgut beherrschen.“

Bitte leisten Sie Aufklärungsarbeit
ÖSTERREICH: Bitte unterschreiben Sie die Petition www.freievielfalt.at
DEUTSCHLAND: www.freievielfalt.de
Bitte tragen Sie die Botschaft mit der Tasche spazieren.
Bitte erzählen Sie von unserer Aktion und leiten Sie doch den Link weiter – DANKE!




Astrid Müller: Anweiden

Foto: Astrid Müller

Foto: Astrid Müller

Das Gras so grün, die Sonne lacht
Das Pferdchen frisst, bis es kracht.

Von Astrid Müller.

Leider ein Vers, der gar so verkehrt nicht ist. Anweiden ist jedes Jahr eine heikle Situation und gewusst, wie mans anfängt. Der Einhufer zerkleinert unter viel Speichelproduktion das Gras und befördert es den Schlund hinunter in den Magen, der eine Fassungskapazität von 5-15 Liter hat, je nach Größe des Pferdes ist er jedoch proportional gesehen sehr klein.

Schnell kann es zu Magenüberladungen und Kolik führen, wenn man seine Pferde nach einem langen oder auch kurzen Winter gleich besonders lange auf die Wiese lässt, weil man ihnen ja nur Gutes tun möchte.

Doch wer ihnen wirklich Gutes tun möchte, der bereite sie schonend darauf vor. Dies ist oft zeitintensiv, aber vorbeugen ist besser als heulen und heilen. Ideal sind 2 Wochen lang 15 Minuten täglich Weidegang, dann kann man steigern auf bis zu 2 Stunden und dann sollte sich das Pferd samt seinem komplizierten Organismus an das neue Grün gewöhnt haben.

Doch trotzdem ist noch Vorsicht geboten, was die Nährstoffe im Gras anbelangt: zuviel Fruktan (Nährstoff, der sich gerne in stresslosen Wiesen bildet, besonders nach Regen)und auch ein zuviel an Protein kann Rehe auslösen, daher sollten rehegefährdete Pferde und Ponies nur unter Aufsicht mit Maulkorb, kurz oder gar nicht grasen gelassen werden, wenn diese Kriterien auf die Wiese zutreffen.

Stressfrei bedeutet in dem Fall, dass die Wiese sich keinen starken Umwelteinflüssen ausgesetzt scheint, da gehört auch das Zertrampeln von Hufen dazu. Weiden jedoch, die beinah ganzjährig genutzt werden haben oft keinen besonders großen Nährwert und es muss noch Heu zugefüttert werden. Jedes Jahr ist die Anweidezeit Grund für viele Koliken und auch Todesfälle, daher appelliere ich an alle Pferdebesitzer, ihre Lieblinge schonend anzuweiden.