Mit Pfeil und Hirschkuh
Die katholische und die anglikanische Kirche gedenken seiner am 1. September: Der um 640 geborene vornehme Athener Ägidius („der Schildträger“) soll in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts in die heutige Provence gekommen sein, wo er zunächst als Einsiedler lebte.

Der Legende nach nährte ihn eine Hirschkuh mit ihrer Milch. Bei einer Jagd wurde er von einem Pfeil des Westgotenkönigs Wamba getroffen, der das Tier zu erlegen versuchte. Um seine Schuld zu tilgen, soll der König dem Einsiedler gestattet haben, ein Kloster zu gründen. Um 680 gründete Ägidius die Benediktiner-Abteil St. Gilles in der Camargue in Südfrankreich und stand ihr bis zu seinem Tod um 720 als Abt vor.
Ägidius kommt in zahlreichen Legenden vor – sogar der erst 768 geborene Karl der Große soll sich um ihn bemüht haben. Ab dem 11. Jahrhundert wurde St. Gilles mit seinem Grab ein gefragter Wallfahrtsort – wie Rom oder Santiago de Compostela, an dessen Pilgerstraße St. Gilles lag. Das Kloster litt im späten 16. Jahrhundert schwer unter den Hugenottenkriegen und wurde schließlich in der Französischen Revolution aufgelöst.

In Österreich gibt es mehrere Orte, die nach „St. Ägid“ benannt sind. St. Gilgen hat ihn auch als Kirchenpatron, der Name kommt von der volkstümlichen Form „Gilg“. Graz hat ihn zum Stadtpatron. Im Land Salzburg ist er auch Patron der Pfarrkirche Fusch an der Glocknerstraße, der Filialkirche St. Ägidius in St. Michael im Lungau und der Ägidiuskapelle im Friedhof von St. Peter in Salzburg.
Ägidius ist unter den 14 Nothelfern der einzige Nicht-Märtyrer: Die Nothelfer sind in Zeiten der Not und Sorge besonders angerufene Heilige – wegen ihres Berufs oder ihres Lebens oder auch wegen ihrer Attribute, der Beigaben und Symbole, mit denen sie dargestellt werden. Ihre Zusammensetzung dürfte im 14. Jahrhundert erfolgt sein.
Ägidius wird mit seinen Attributen Hirschkuh und Pfeil dargestellt – zu Erinnerung an den Vorfall auf der Jagd. Er trägt als Abt eine Mönchskutte.
Unser Bild (© Michael Neureiter) von einem der beiden Seitenaltäre der Pfarrkirche Puch bei Hallein zeigt einen Teil der „Predella“, des Aufsatzes des Altartischs. Das um 1480 entstandene Relief stellt die vierzehn Nothelfer dar – alle mit ihren Attributen: In der Fünfergruppe v.l. Erasmus mit den Ankertauen/Gedärmen, Katharina mit Krone und Palme, Ägidius mit Pfeil und Hirschkuh, Achatius mit der Lanze und Blasius mit der Kerze.

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