Eine ungewöhnliche, fast intime Situation erwartet die Besucher:innen im Svetlov Theater des Café Shakespeare in Salzburg. Auf der Bühne hängen die Bilder von Harald Zanotti, dahinter erklingt Mozarts Requiem in der Fassung von Franz Xaver Süßmayr. Kunst und Musik begegnen einander hier nicht nebeneinander, sondern greifen unmittelbar ineinander.

Von Karl Traintinger
Die Szenerie wirkt zunächst leicht skurril: Gemälde dort, wo sonst Schauspieler stehen, Musik aus dem Hintergrund, die den Raum füllt. Doch schon nach wenigen Momenten entsteht eine besondere Ruhe. Man kann sich in die Musik hineinfallen lassen, den Blick über die Bilder wandern lassen und beides gemeinsam wirken lassen. Zanottis Arbeiten entfalten im Zusammenspiel mit dem Requiem eine starke emotionale Präsenz, ohne sich der Musik aufzudrängen.
Ab 16 Uhr ist das Café geöffnet. Mit einem Glas Wein in der Hand lässt sich diese Verbindung aus Bildender Kunst, Musik und Atmosphäre genießen – konzentriert, entschleunigt und fern vom üblichen Ausstellungsbetrieb. Es ist ein Kunsterlebnis, das weniger erklärt als vielmehr Raum lässt: für Stimmungen, Gedanken und persönliche Zugänge.




Harald Zanotti ist bildender Künstler und lebt in Salzburg. In seinen Arbeiten setzt er sich intensiv mit existenziellen Themen, Übergängen und inneren Zuständen auseinander. Seine Werke bewegen sich häufig im Spannungsfeld von Malerei, Zeichnung und konzeptuellen Ansätzen. Zanotti sucht bewusst den Dialog mit anderen Kunstformen und Räumen – wie hier mit Musik und Theater – und schafft damit eindringliche, atmosphärisch dichte Bildwelten.
Franz Xaver Süßmayr (1766–1803) war ein österreichischer Komponist, der vor allem durch die Vollendung von Mozarts Requiem bekannt wurde. Geboren in Schwanenstadt, erhielt er seine musikalische Ausbildung unter anderem am Stiftsgymnasium Kremsmünster und lebte ab 1788 in Wien, wo er Schüler und Mitarbeiter Mozarts war.
Nach Mozarts Tod vollendete Süßmayr 1791 im Auftrag von Constanze Mozart das Requiem KV 626. Trotz späterer Kritik ist seine Fassung bis heute maßgeblich für die Aufführungspraxis. Neben dieser Arbeit war Süßmayr ein erfolgreicher Theatermusiker und Singspielkomponist und hinterließ ein umfangreiches eigenes Werk.

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