Der „Kollegchristus“, wie Jakob Adlhart der Jüngere ihn selbst genannt hat, wurde vor 100 Jahren zu Ostern 1926 im Kolleg St. Benedikt angebracht. Der 28jährige Halleiner Künstler schuf eines seiner wichtigsten Werke innerhalb von wenigen Monaten.

Ich habe Adlhart kennengelernt – in der Halleiner Werkstatt und bei seiner Arbeit am Relief am neuen Halleiner Kirchturm: „Sein Kollegchristus stieß anfangs auf ein sehr unterschiedliches Echo, er wurde nach dem ‚Anschluss‘ dann im Jahr 1939 sogar entfernt. Heute ist der Gekreuzigte für viele zu einem Ort der Besinnung und des Gebets geworden!“
„Eines Tages wurde ich durch den Landesarchivar Dr. Franz Martin, der sich öfters in der Werkstatt in Hallein sehen ließ, informiert, dass ich mich mit Erzabt Klotz und Architekt Döllgast in Verbindung setzen solle. Döllgast hatte für das große Foyer im Kolleg St. Benedikt eine stehende Figur und an der Wand ein Kreuz geplant, dessen Ausführung er seinem Freund, dem Berliner Professor Gries, anvertrauen wollte. Als dessen Kreuz keinen Anklang gefunden hatte, es war angeblich negroid, sollte ich eine Alternative ausarbeiten. Ich schuf ein Modell des schwer leidenden Heilandes und fuhr weisungsgemäß im Herbst 1925 zu Professor Behrens nach Wien. Behrens sah mein Modell und zeigte es seinen Kollegen… Auch in Salzburg wurden mein und das Berliner Modell zur Begutachtung vorgelegt, wobei man meinem schließlich den Vorzug gab.“ So schilderte Jakob Adlhart in seiner Autobiographie den Beginn seiner Arbeit am „Kollegchristus“, der vor 100 Jahren zu Ostern 1926 im Kolleg St. Benedikt in Salzburg aufgestellt wurde.

Sein Leben
Jakob Adlhart wurde am 1. April 1898 als Sohn des gleichnamigen Vergolders und Fassmalers und seiner Frau Maria in München geboren. Er war von Jugend an im väterlichen Betrieb tätig, zuerst im Grödnertal in Südtirol, ab 1909 in Hallein. In St. Ulrich in Gröden begann er schon vor dem Besuch der Volksschule zu schnitzen. Sein eigentlicher Entdecker war Alois Zwerger, Leiter der väterlichen Schnitzwerkstatt. 1907 ging Zwerger an die Halleiner Fachschule. 1909 erwarb Vater Adlhart in Hallein die leerstehende ehemalige Fachschule, das spätgotische „Cordon-Haus“ Burgfried 5, heute Burgfriedstraße 1.

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