22. November | Hl. Cäcilia

Hl. Cäcilia

Im Bild (© Karl Traintinger) die Hl. Cäcilia mit Engeln im Prospekt der Orgel der Stadtpfarrkirche Hallein: Es wurde nach dem 2. Weltkrieg dort angebracht, wo es vorher ein Zifferblatt, eine Orgeluhr, gab. Mit dem großen Brand 1943 wurde auch das Turmuhrwerk im Kirchturm zerstört und damit das Zifferblatt funktionslos. Darauf montierte man das passende Bild der Hl. Cäcilia

Die hl. Cäcilia lebte zu Beginn des 3. Jahrhunderts n. Chr. in Rom und erlitt dort den Märtyrertod. Sie wird als die Patronin der Kirchenmusik verehrt und spielt daher im religiösen Leben vieler Orte eine wichtige Rolle. Ihr Gedenktag ist der 22. November.

Michael Neureiter

Von Michael Neureiter

Bei den Überlieferungen zur hl. Cäcilia sind historische Biografie und Legende sehr stark miteinander vermischt, um ihre Gestalt ranken sich viele in poetischen Bildern erzählte Legenden. Demnach soll sie eine hübsche Römerin aus adeligem Elternhaus gewesen sein, die sich bereits als Kind zum christlichen Glauben bekannte. Ihre Eltern sahen für sie vor, dass sie Valerianus, einen heidnischen Jüngling, heiraten sollte. Die Legende erzählt ferner, dass sie am Tag ihrer Hochzeit himmlische Musik gehört haben soll. Diese mystische Erfahrung bewegte sie so stark, dass sie gelobte, jungfräulich zu bleiben und Christus, ihren Seelenbräutigam, an die erste Stelle zu setzen.

Valerianus sagte seiner Ehefrau die Unberührtheit zu, wenn er diesen Engel sehen dürfe. Cäcilia wiederum überredete ihren Gatten, zunächst den römischen Bischof Urban I. aufzusuchen, der ihn bekehrte und taufte. Daraufhin soll Valerianus gesehen haben, wie ein Engel zu Cäcilia kam und ihr einen Kranz aus Rosen reichte. Ihm selbst gab der Engel einen Kranz aus Lilien, deren intensiver Duft den ganzen Raum erfüllte. Als Tiburtius, der Bruder von Valerianus, den Raum betrat, roch er den Rosenduft und wurde ebenfalls Christ.

Die beiden Brüder wurden verhaftet, als sie verbotenerweise die Leichen hingerichteter Christen beerdigten. Nachdem sie sich weigerten, eine Jupiter-Statue zu verehren, warf man sie ins Gefängnis. Als sie dort den Gefängniswächter Maximus bekehrten, ließ der Präfekt Almachius alle drei enthaupten. Cäcilia begrub die drei Märtyrer. Als Almachius nach dem Besitz der Hingerichteten forschte, stieß er auf Cäcilia und bedrohte sie mit dem Tode. Die junge Frau nutzte daraufhin die ihr noch verbleibende Zeit und bekehrte ihre Diener zum Christentum.

Almachius ließ Cäcilia im Dampfbad ihres Hauses ersticken bzw. in einen Topf mit kochendem Wasser setzen, sie überstand diese und weitere Folterungen jedoch. Laut der Legende versuchte der Henker daraufhin dreimal vergebens, sie mit dem Schwert zu enthaupten. Die Schwerverwundete lebte danach angeblich noch drei Tage lang und vermachte ihr Gut den Armen. Bischof Urban soll Cäcilia in den Katakomben des Calixtus in Rom bestatten haben lassen und weihte ihr angebliches Wohnhaus zur Kirche.

Die Verehrung der hl. Cäcilia entwickelte sich, nachdem man ihr im römischen Stadtteil Trastevere eine eigene Kirche geweiht hatte. In der Vita des Papstes Vigilius ist für die Zeit ab dem Jahr 545 bezeugt, dass dort jährlich am 22. November ihr Fest gefeiert wurde. Im Gegensatz zu der oben erwähnten Legende, dass diese Kirche aus dem Haus der Cäcilia entstanden sei, erwiesen Ausgrabungen aber, dass das Gebäude zu einem Mietshaus in der Nähe eines öffentlichen Bades gehörte. Papst Paschalis I. ließ an dieser Stelle ein neues Gotteshaus, die Basilika Santa Cecilia in Trastevere, errichten und Cäcilia im Jahr 821 heiligsprechen.

Volksfrömmigkeit und Kunst sehen die hl. Cäcilia als Musizierende und bilden sie mit verschiedensten Musikinstrumenten ab: mit Harfe, Tamburin, Handorgel, Violine oder Orgel (wobei es Letztere zu Cäcilias Zeit noch gar nicht gab). Weitere Attribute der hl. Cäcilia sind Rosen und das Schwert, das auf ihr Martyrium hinweist. Viele Chöre und Gesangsvereine tragen heute ihren Namen und begehen ihren Festtag am 22. November feierlich, z. B. mit der sogenannten Cäcilienmesse – einem musikalisch besonders gestalteten Gottesdienst – oder Cäciliakonzerten von Chören und Orchestern.

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