235. Geburtstag von Franz Xaver Gruber

Steinpointsölde

Steinpointsölde | Adalbert Sützl hat das Haus noch im Originalzustand gekannt. Das Modell wurde 1966 von ihm unter Beisein des ehemaligen Besitzers Engelbert Kitzinger rekonstruiert. Es befindet sich im Franz Xaver Gruber Gedächtnishaus in Hochburg - Ach | Foto: Karl Traintinger, Dorfbild.at

Vor 180 Jahren: Absage bei der Mozartdenkmal-Enthüllung

Franz Xaver Gruber wurde am 25. November 1787 in Hochburg geboren. Seine Eltern Josef Gruber und Anna Danner bewirtschafteten die „Steinpointsölde“.

Michael Neureiter

Von Michael Neureiter

Der Beruf des Vaters ist im Taufbuch mit „Leinweber“ angegeben, der Vorname des Kindes wird mit „Conrad Xavier“ angeführt. Der Komponist bezeichnete sich später mit seinem zweiten Vornamen nach dem in Xavier geborenen Jesuitenmissionar als „Franz Xaver“ oder auch „Franz“. Die Steinpointsölde wurde 1927 abgerissen

Taufbucheintrag Gruber (© matricula)
Taufbucheintrag Gruber (© matricula)
Steinpointsölde von Walter Ziegler (1859-1932), Aquarell (© Franz-Xaver-Gruber-Gemeinschaft Hochburg-Ach, Gerhard Haring)
Steinpointsölde von Walter Ziegler (1859-1932), Aquarell (© Franz-Xaver-Gruber-Gemeinschaft Hochburg-Ach, Gerhard Haring)

Franz Xaver Gruber war also um fünf Jahre und zwei Wochen älter als Joseph Mohr, der am 11. Dezember 1792 – vor 230 Jahren – in Salzburg geboren wurde. Mohr ist im gleichen Taufbuch IX/2 der Dompfarre Salzburg eingetragen wie Wolfgang Amadeus Mozart, der auf den Namen „Joannes Christophorus Wolfgangus Theophilus“ getauft wurde.

Vor 180 Jahren wurde in Salzburg das Mozartdenkmal enthüllt, gestaltet vom Münchner Bildhauer Ludwig Schwanthaler und gegossen von Johann Baptist Stiglmaier. Die zeitaufwändige Bergung römischer Mosaiken unter dem geplanten Standort führte zur Verzögerung von 1841 auf den 4. September 1842. Der Michaelsplatz wurde dann 1849 in Mozartplatz umbenannt.

Mozartdenkmal 1852 von Johann Fischbach, Stahlstich (© Commons Wikimedia)
Mozartdenkmal 1852 von Johann Fischbach, Stahlstich (© Commons Wikimedia)

Zum Enthüllungsfest wurde breit eingeladen, es gab auch einige Absagen: Franz Liszt führte „unumgängliche aufwendige Geschäfte“ in Paris an, Robert Schumann sagte ebenso ab wie Giacomo Meyerbeer, der „mit größter Bereitwilligkeit und Freude“ mitgewirkt hätte, „diesem unsterblichen unerreichten Meister … Verehrung und Bewunderung zu zollen“, sich allerdings auf Kur befand. Und Franz Grillparzer bezeichnete sich als „enthusiastischer Verehrer Mozarts“, entschuldigte sich aber wegen eines Missverständnisses und der späten Einladung.

Entschuldigungsschreiben Grubers (© Archiv der Erzdiözese Salzburg, AT-AES 6.16.1 Z16)
Entschuldigungsschreiben Grubers (© Archiv der Erzdiözese Salzburg, AT-AES 6.16.1 Z16)

Ob Joseph Mohr, seit 1841 Mitglied von „Dommusikverein und Mozarteum“, als Pfarrvikar von Wagrain eine Einladung zur Teilnahme am Enthüllungsfest erhielt, das an einem Sonntag stattfand, erhielt, ist unbekannt.

Franz Xaver Gruber wurde sicher eingeladen, wie seine Entschuldigung an „Das löbliche Comite für Errichtung des Mozart-Denkmales in Salzburg“ belegt, auf die Hans Spatzenegger hingewiesen hat: Er könne „von dieser angenehmen Einladung nicht Gebrauch machen“, weil gerade am 4. September in Hallein das Schutzengelfest gefeiert werde, wo er „viele Kirchen-Verrichtungen zu besorgen“ habe. Er habe andere Musikfreunde in Kenntnis gesetzt, aber nur einer, nämlich Joseph Susan, „Lehrgehülfe bey der Hauptschule“ werde erscheinen. Dass Gruber meint, dieser wäre „entweder zum Violinspielen oder als Basstuttisänger zu verwenden“, mag darauf hinweisen, dass Gruber auch zur Mitwirkung am Enthüllungsfest eingeladen wurde?

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