In ihrer aktuellen Ausstellung zeigt Bianca Regl eindrucksvoll, wie sich Malerei zwischen Figuration und Abstraktion zu einer ganz eigenen Sprache verdichten kann. Ihre mit Öl auf Leinwand gemalten Werke entfalten eine stille, fast meditative Spannung.

Von Karl Traintinger
Schicht für Schicht tragen die fein aufgetragenen Ölfarben dazu bei, dass Transparenz, Bewegung und Tiefe miteinander in Dialog treten. Nichts wirkt festgelegt, alles scheint zu fließen, als folgten Farbe und Form einem inneren Rhythmus. Man spürt, dass Regl in ihrem eigenen Tempo arbeitet, im Einklang mit Pinsel, Fläche und Emotion.
Auffällig ist ihre unverwechselbare Farbpalette: Zarte Purpurtöne, sanfte Grauvariationen und leuchtende, beinahe weiße Akzente verbinden sich zu Kompositionen, die beinahe musikalisch anmuten. In ihren Frauenbildern, die sinnlich, kraftvoll und zugleich verletzlich sind, schwingt eine leise Erinnerung an klassische Akte mit. Doch Regls Frauen sind keine idealisierten Schönheiten. Sie strahlen Gegenwart, Lebensfreude und eine Natürlichkeit aus, die berührt. Es sind frische, unaufgeregte Gemälde, wie man sie selten zu sehen bekommt.


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