Die Leica Galerie Salzburg zeigt die Ausstellung „Selections“ des US-amerikanischen Fotografen Alex Webb. Die Schau versammelt eine persönliche Auswahl aus nahezu drei Jahrzehnten seines fotografischen Schaffens und führt nach Indien, Griechenland, Grenada, Haiti, Kuba und Mexiko.

Von Karl Traintinger
Webbs Fotografien sind dokumentarisch, gehen jedoch weit über die reine Abbildung von Alltag und Schauplätzen hinaus. In seinen komplexen Bildkompositionen verdichten sich soziale Realität, Zufall und Bewegung zu oft rätselhaften Bildereignissen. Menschen, Architektur, Fahrzeuge und Landschaft stehen in spannungsreichen Beziehungen zueinander; Vorder- und Hintergrund sind häufig gleichwertig. Was spontan und überbordend wirkt, erweist sich bei genauer Betrachtung als präzise komponiert.
Besonders charakteristisch ist Webbs Umgang mit Farbe. Dominante Rot-, Gelb- und Blautöne strukturieren die Bildflächen, während intensive Lichtstimmungen und harte Kontraste den Szenen eine beinahe körperliche Präsenz verleihen. Farbe dient dabei nicht bloß der Atmosphäre, sondern wird zum eigenständigen bildnerischen und inhaltlichen Mittel: Sie lenkt den Blick, erzeugt Rhythmen und setzt emotionale Akzente. Licht und Schatten strukturieren den Bildraum ebenso wie die dargestellten Personen und Gegenstände.
„Alle Ideen meines Werks haben sich aus der Idee des Reisens und Umherstreifens ergeben“, sagt Webb. Seine Arbeitsweise beruht auf Beobachtung und Reaktion. Er sucht jene flüchtigen Momente, in denen sich Alltag, Poesie und gesellschaftliche Wirklichkeit überlagern.




Alex Webb, 1952 in San Francisco geboren, studierte Literatur und Geschichte an der Harvard University und absolvierte eine fotografische Ausbildung in New York. Seit 1979 ist er Mitglied der Agentur Magnum Photos. Seine Arbeiten wurden weltweit ausgestellt und mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Leica Medal of Excellence und einem Guggenheim-Stipendium.
Die Ausstellung ist bis 31. Oktober 2026 zu sehen.

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