Unlängst haben Grundeigentümer in Großarl einen öffentlichen Radweg gesperrt und in der Zeitung erklärt, warum sie sich dazu genötigt sahen. Klingt nach Notwehr, ist aber vermutlich die höfliche Umschreibung für: Wir wollen, dass sich etwas bewegt. Und zwar in unserem Sinn.
Ganz hinten geht es um politische Animositäten und die Umwidmung von Bauerwartungsland in Bauland. Kurz gesagt: ums liebe Geld. Das ist nicht verboten. Aber dann sollte man eine Wegsperre nicht als bürgerschaftliches Drama verkaufen. Sie ist ein Druckmittel und zwar ein durchsichtiges.
In Großarl hat sich die politische Farbe des Bürgermeisters geändert. Was gestern noch als Versprechen des Bürgermeisters galt, schaut heute offenbar nach unerwünschtem Erbe aus. Und wenn die Widmung nicht schnell genug kommt, sperren Grundeigentümer eben den öffentlichen Weg. Früher nannte man das Druck aufbauen, heute vermutlich Bürgerengagement.
Dieser Fall zeigt deutlich, warum Raumplanung nicht in den Händen einzelner Bürgermeister liegen sollte. Wer über Bauland entscheidet, verteilt Millionen und verändert Landschaften. Bürgermeister sind gewählt, aber keine Lehnsherren mit Widmungsstempel.
Raumplanung gehört dorthin, wo persönliche Nähe und politische Farben weniger zählen: zum Land oder gleich zum Bund. Öffentliche Wege zu sperren, um private Interessen zu fördern, ist jedenfalls keine Gemeindepolitik, sondern Kleinstaaterei mit Schlagbaum.
Wenn Bürgermeister noch Dorfkaiser waren, hätte man wenigstens gewusst, woran man ist. Heute heißen sie Bürgermeister – und Grundeigentümer sperren die Wege, um ihren Wünschen Nachdruck zu verleihen, meint ein kopfschüttelnder Spaziergänger.

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Der alte Spruch: „Irgend etwas geht immer“ ist offensichtlich noch immer gültig! Der SPÖ Bürgermeister gefällt mir, wenn feststellet, wir sind nicht erpressbar.