Am Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland: „Hochsommerzeit“ der Amerikaner brachte Moskauer Zeit
„Doppelte Sommerzeit“: gleiche Zeit am Rhein, in Berlin und Moskau
Der Zweite Weltkrieg endete in Europa am 8. Mai 1945 mit der deutschen Kapitulation. Zunächst bestimmten die Siegermächte Frankreich, Großbritannien, Russland und die Vereinigten Staaten in ihren jeweiligen Einflussgebieten die Politik in Deutschland. Darunter fiel auch die Entscheidung, welche Zeit gelten sollte. So entstand in den Wochen vor und nach der Kapitulation ein regelrechtes Zeitchaos.

Die Amerikaner antworteten mit der „doppelten Sommerzeit“, auch „Hochsommerzeit“ genannt: Die Militärregierung im amerikanisch besetzten Teil gab bekannt, dass auf die geltende Sommerzeit ab 2. April 1945 eine weitere Stunde hinzugefügt werden sollte. Damit wurden in dem von den USA besetzten Gebiet die Uhren nicht nur um eine Stunde gegenüber der Mitteleuropäischen Zeit vorgestellt, sondern sogar um zwei. In den amerikanisch besetzten Gebieten galt damit die gleiche Uhrzeit (Mitteleuropäische Zeit plus 2) wie im von der Roten Armee besetzten Berlin und in Moskau.
Die allgemeine Verwirrung nahm erst ein Ende, als die vier Siegermächte gemeinsam die oberste Regierungsgewalt in Deutschland übernahmen. Mit der Berliner Deklaration vom 5. Juni 1945 bildeten sie den Alliierten Kontrollrat, der fortan die Geschicke des Landes bestimmte. Der Kontrollrat war es auch, der die Zeit in Deutschland festlegte. Bald galt einheitlich in ganz Deutschland im Winter die Mitteleuropäische Zeit und im Sommer die Mitteleuropäische Sommerzeit. Berlin wurde im Juli 1945 in vier Sektoren aufgeteilt.

Im Bild der Wandanschlag der Militärregierung mit der Inventarnummer 100753, etwas größer als …

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