Franz Kafkas Romanfragment „Amerika / Der Verschollene“ zählt mit „Das Schloss“ und „Der Prozess“ zu den drei unvollendeten Romanen des Autors. Das zwischen 1911 und 1913 entstandene Werk wird derzeit oft gespielt, da das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ schon längst seinen Zauber verloren hat.

Im Salzburger Landestheater ist nun eine Bühnenfassung von Regisseur Georg Schmiedleitner und Dramaturgin Sarah Henker als schrille Show zu erleben. Viel Applaus bei der Premiere am 20. März 2026 und Standing Ovations speziell für den großartigen Aaron Röll.
Der junge Karl Roßmann wird von seinen Eltern nach Amerika geschickt, weil er verführt wurde und dabei ein Dienstmädchen geschwängert hat. Schon bei seiner Ankunft in New York bekommt er zu spüren, dass hier nicht alles rosig ist, denn der Schiffsheizer klagt ihm sein Leid. Doch dann geht es für ihn steil nach oben. Sein reicher Onkel Karl hat es wirklich in Amerika zu etwas gebracht, ist Senator und erfolgreicher Geschäftsmann und kümmert sich nun um seinen Neffen. Er verlangt jedoch eiserne Disziplin und Pflichterfüllung. Ein Ausflug aufs Land wird Karl zum Verhängnis. Sein Onkel setzt ihn vor die Tür und er muss in San Francisco von ganz unten neu anfangen.




In einem Gasthaus lernt Karl zwei zwielichtige Gestalten kennen. Robinson und Delamarche nützen den etwas naiven jungen Mann schamlos aus. Als er für die beiden im Hotel Occidental Essen holen soll, lernt er die Oberköchin kennen. Sie verschafft ihm eine Anstellung als Liftboy. Die Arbeit ist zwar anstrengend, doch alles funktioniert bestens, bis der betrunkene Robinson auftaucht. Weil er deshalb seinen Arbeitsplatz für kurze Zeit verlassen muss, wird er nach unangenehmen Befragungen und körperlichen Misshandlungen fristlos entlassen.
Nach einem Zwischenstopp bei der übergewichtigen und herrschsüchtigen Sängerin Brunelda findet er beim Naturtheater von Oklahoma endlich sein Glück, denn hier im Theater sind wirklich alle herzlich willkommen. Da Kafka den Roman nicht vollendet hat, ist nicht sicher, ob Karls Reise hier wirklich schon zu Ende ist.
Schon die gruselige Freiheitsstatue, die an Halloween erinnert, verspricht nichts Gutes (Bühne: Stefan Brandtmayr). Die bunten, trashigen Kostüme von Su B…

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