Andreas Brandhorst: Messias

Andreas Brandhorst | Foto: Heyne ©Kristian Streich

Andreas Brandhorst | Foto: Heyne ©Kristian Streich

Andreas Brandhorst: Messias

Autor: Andreas Brandhorst
Titel: Messias – Thriller
Genre: Belletristik/ Science Fiction
ISBN: 978-3-453-27443-3
Verlag: Wilhelm Heyne Verlag
Erschienen: 11.02.2026

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Klappentext:

Wie tötet man einen Gott?
Nathan ist Profikiller. Sein letzter Job soll ihm den Ruhestand sichern, doch dann wird er verraten und steht nun selbst im Fadenkreuz. Ein geheimnisvolles Konsortium zwingt Nathan zu einem besonderen Auftrag, den sonst niemand ausführen kann: „Töten Sie Gott!“

Das Ziel: ein Mann mit scheinbar übermenschlichen Fähigkeiten. Ist er ein Außerirdischer, oder ist er der Messias? Und warum soll er sterben? Für Nathan steht nicht nur sein Leben, sondern die Zukunft der Welt auf dem Spiel.

Anna Lemberger

Rezension von Anna Lemberger

Nathan hat seinen Auftrag kühl und professionell erledigt – die Zielperson ist tot. Doch trotzdem kann er die Dachterrasse nicht verlassen, da die Zugangstür versperrt ist. Der Profikiller ist selbst in die Falle getappt – aber wer hat sie ihm gestellt? Während er diesen Hinterhalt nur knapp überlebt, sucht Nathan – von Rachegedanken getrieben – nach dem Schuldigen für seine Misere. Dabei wird er selbst zum Gejagten und kann dem Tod nur entrinnen, wenn er einen letzten Auftrag erfüllt: Er soll Simon, den selbst ernannten Messias, töten! Damit beginnt ein bizarres und lebensgefährliches Spiel, bei dem höchste Eile geboten ist …

In verschiedenen Erzählsträngen hat der Autor zwei Hauptpersonen erschaffen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: zum einen Simon, den selbst ernannten Messias, dem die Massen zuströmen, zum anderen den Einzelgänger und Profikiller Nathan, der aufgrund seines Berufes sehr zurückgezogen lebt. Während Simon mit seiner Offenheit und seinen Wundern weltweite Berühmtheit genießt und an verschiedenen Orten gleichzeitig zu sein scheint, führt Nathan ein Schattenleben, in dem er allen Menschen misstraut und sogar versucht, sein Gesicht unkenntlich zu machen. Daneben spielen Astronomen, Wissenschaftler, ein geheimes Konsortium sowie der Papst entscheidende Rollen, da sie massiven Einfluss auf das Verhalten der Hauptakteure nehmen.

Das ausdrucksstarke Cover deutet ein Marionettenspiel an, während eine gelungene Einleitung den Weg in das Buch ebnet. Die als Science-Fiction angelegte Erzählung darf durchaus als Gleichnis gelesen werden: Sie zeigt auf, wie leicht es für Seelenfänger aller Art ist, die Massen zu begeistern. Der Herdentrieb – wie das Prinzip menschlicher Konformität salopp bezeichnet wird – macht Menschen empfänglich für Massenphänomene, die in letzter Zeit immer häufiger zu beobachten waren. Ist es das sprichwörtliche „Gottesgen“, das Menschen nach einer Führerfigur suchen lässt, egal wie diese geartet ist? Darauf bauen auch die Mächtigen dieser Welt, die sich durch den Protagonisten Simon bedroht fühlen und fürchten, ihren Einfluss zu verlieren.

Mit vielen Wendungen hält die Handlung die Leserschaft von Anfang bis Ende in Atem. Zunächst zieht Simon die Lesenden in seinen Bann, doch schnell wird klar, wie sehr die Macht auch ihn verändert. Hier kommt Nathan, der misstrauische Außenseiter, ins Spiel, der eine erstaunliche Erfahrung machen muss. Das Ende ist überraschend anders – nichts ist, wie es scheint, und alles fängt wieder von vorne an …

Ein eindrucksvolles Werk, das viele Genres vereint und der Menschheit mit seiner Kernaussage einen Spiegel vorhält. Absolut empfehlenswert – nicht nur für Thriller- und Science-Fiction-Fans.


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