Anselm Wagner: Ein Pavillon für die Kunst im Salzburger Mirabellgarten

Anselm Wagner

Anselm Wagner | Foto: © Sissi Furgler Fotografie | presseflash.at

Anselm Wagner: Ein Pavillon für die Kunst

Autor: Anselm Wagner
Titel: Ein Pavillon für die Kunst im Salzburger Mirabellgarten
Genre: Sachbuch, Kunst, Architektur
ISBN: 978-3-99014-243-1
Verlag: Müry Salzmann
Erschienen: 1. 8. 2023

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Klappentext:

Der Ausstellungspavillon im Salzburger Zwergelgarten wurde 1950 anlässlich einer großen Retrospektive des Nazi Bildhauers Josef Thorak errichtet, welche die gesamte Parkanlage westlich des Mirabellgartens einbezog.

Erstmals wird das Gebäude nun einer architektur-historischen Analyse unterzogen: Im Zentrum steht dabei der Architekt des Pavillons, Karl Mayr (1902–1979), der als preisgekrönter Holzmeister-Schüler einen der bedeutendsten modernen Sakralbauten Oberschlesiens schuf, sich dann in den Dienst Hitlers stellte und nach dem Krieg als Stadtplaner und VdU Politiker im Salzburger Landtag wirkte.

In Wort und Bild macht dieses Buch die wechselvolle Geschichte des Pavillons und seines Planers erlebbar. In ihr bündeln sich wie in einem Brennglas die postfaschistische Restauration nach 1945, die Kulturpolitik der Besatzungsmacht USA und die Architektur der „alten Sachlichkeit“, welche das Baugeschehen der Mozartstadt bis weit in die 1960er Jahre prägte. Heute dient der „Zwergelgartenpavillon“ der Galerie der Stadt Salzburg als Sommerquartier. Künstler:innen schätzen sein schlichtes, atmosphärisches Interieur und die zentrale Lage.

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Rezension von Karl Traintinger

Das Buch widmet sich dem „Josef-Thorak-Pavillon“ im Salzburger Mirabellgarten und seiner wechselvollen Geschichte. Im Mittelpunkt steht der heute eher unbekannte Architekt Karl Mayr. Er war Mitglied der NSDAP und unterhielt enge Kontakte zur nationalsozialistischen Architekturszene in Berlin und München. Als sein bedeutendstes Werk gilt die Christus-König-Kirche in Gleiwitz (Gliwice).

Vor diesem biografischen und politischen Hintergrund zeichnet das Buch die Entstehung des Pavillons nach. Anlässlich einer umfassenden Thorak-Ausstellung im Jahr 1950 errichtet, sollte der Holzbau das öffentliche Ansehen des Bildhauers nach dem Zweiten Weltkrieg aufwerten. Die Planung übernahm Karl Mayr, vermutlich in Zusammenarbeit mit Thorak, der den Bau auch finanzierte. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten viele ehemalige NS-Parteigänger in politische Ämter zurück – ein Vorgang, der von den Amerikanern geduldet wurde, um kommunistischen Einfluss zu verhindern.

Ausführlich behandelt werden neben der Baugeschichte auch die zahlreichen Umbauten und Veränderungen der folgenden Jahrzehnte. Dabei wird deutlich, wie sich die ursprüngliche architektonische Idee wandelte und der Pavillon schließlich wieder den Charakter einer einfachen Baracke annahm – genau jene Wirkung, die man bei seiner Errichtung vermeiden wollte.

Heute wird das Gebäude von der Stadtgalerie Salzburg genutzt, doch ein sichtbarer Hinweis auf seine Entstehungsgeschichte fehlt noch immer. Das Buch versteht sich damit auch als kritische Auseinandersetzung mit dem Umgang der Nachkriegszeit mit Künstlern und Architekten aus dem Umfeld des Nationalsozialismus sowie mit der bis heute weitgehend unsichtbaren Geschichte dieses Bauwerks.


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