Der griechische Dichter Sophokles verfasste die Tragödie, in der es um Recht und Gerechtigkeit geht, vor ca. 2400 Jahren. Kreon, der neue Herrscher von Theben, will nach einem Bürgerkrieg die Ordnung wiederherstellen und verweigert dem Verräter Polyneikes ein Begräbnis. Dessen Schwester Antigone widersetzt sich jedoch dem Befehl. Sarah Henker inszeniert den Klassiker in den Kammerspielen des Salzburger Landestheaters und stellt mit Texten von Elias Canetti und Simone de Beauvoir einen Bezug zur Gegenwart her. Viel Applaus bei der Premiere am 24. September 2026 für ein großartig aufspielendes Ensemble.

Eteokles und Polyneikes, die Söhne des Odysseus, sind im Kampf um die Stadt Theben gefallen. Kreon ordnet für Eteokles eine öffentliche Ehrung an, doch Polyneikes soll unbestattet den Vögeln und Hunden zum Fraße vorgeworfen werden. Während Antigone dieses Gebot nicht akzeptieren will, ist ihre Schwester Ismene nicht so mutig. Antigone bedeckt den Leichnam ihres Bruders mit einer dünnen Erdschicht, und als sie ertappt wird, leugnet sie die Tat nicht. Sie wirft Kreon die Unmoral seines Erlasses vor.
Auch Haimon, Kreons Sohn, tritt als Fürsprecher für seine Verlobte auf. Er fordert Vernunft und konfrontiert seinen Vater mit der Meinung des Volkes: „Die Stadt trauert im Schutze der Dunkelheit um das Mädchen.“ Kreon bleibt hart, verzichtet zwar auf eine Steinigung, doch soll Antigone in einem Felsengrab eingesperrt werden. Der blinde Seher Teiresias warnt Kreon vor dem Zorn der Götter. Sollte er Polyneikes unbestattet lassen, werde er seinen eigenen Sohn verlieren. Kreon gibt schließlich nach, doch es ist zu spät.


Kommentar hinterlassen zu "Antigone. Wie viel Widerspruch verträgt die Macht?"